2. Termin der Försterstaatsprüfung 2016

In der Projektarbeit war für den 1.900 ha großen „Forstbetrieb Goldfuss“ eine Betriebsplanung für die kommenden
10 Jahre unter Berücksichtigung einer möglichen klimatischen Veränderung zu erstellen.

Der 2. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom
19. bis 22. September 2016 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach statt.

Zu dieser Försterstaatsprüfung traten 15 Prüfungskandidaten an.

Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER (BMLFUW – Abteilung für Forstliche
Aus- und Weiterbildung, Forschung, Förderung),

FM. D.I. Hubertus KIMMEL (Wirtschaftsführer - Forstbetrieb des Stiftes Klosterneuburg)

Fö. Ing. Hans-Peter MIMRA (Bezirksförster - Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen)

Dr. Helmut KRENN (Leiter des Referates Umwelt und Agrarwesen der BH Graz-Umgebung)

Projektthema

Das Projektthema beinhaltete die Aufgabe in Folge einer in dem 1.900 ha großen
„Forstbetrieb Goldfuss“ aufgetretenen Borkenkäfermassenvermehrung eine
Betriebsplanung für die kommenden 10 Jahre unter Berücksichtigung einer möglichen
klimatischen Veränderung zu erstellen.


Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

An den beiden ersten Prüfungstagen war die schriftliche Projektarbeit, in einer Zeitspanne von 13,5 Stunden, auszuarbeiten.

In den ersten eineinhalb Stunden der Projektarbeit hatten die Prüfungskandidaten bei einer Begehung die großflächige
Befallsfläche (7,0 ha) zu besichtigen und alle für die Erstellung eines Betriebsplanes notwendigen Daten zu erheben.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen, einstündigen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten dem Eigentümer die wichtigsten
Eckpunkte Ihrer Betriebsplanung.

Daran anschließend hinterfragte die Prüfungskommission die davon berührten Fachinhalte und prüfte darüber hinaus
auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis - 85,7 % der Prüfungskandidaten positiv!

In der abschließenden Konferenz wurden

Stefan BAUMGARTNER (Holz KLADE GmbH, Forstservice) mit „Auszeichnung befähigt“,
11 Förster mit "befähigt" und
2 Prüfungswerber mit "nicht befähigt" beurteilt.

Ein Kandidat trat aus gesundheitlichen Gründen von der Prüfung zurück.

Resümee

Im Rahmen der Zeugnisverteilung attestierte der Vorsitzende, Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER, den Prüfungsabsolventen
zusammenfassend, dass

  • die im Projektsthema enthaltenen Aufgabenstellungen weitgehend abgearbeitet
  • plausible Strategien zur Bewältigung der Borkenkäferkalamität entwickelt
  • meist realistische Ziele in den Betriebsplänen definiert
  • die Erstellung von Betriebskennzahlen und der Kostenträgerrechnung durchwegs richtig durchgeführt und
  • die rechtlichen Detailfragen meist gut beantwortet wurden

        aber

  • Lücken bei der eingangs zu erstellenden Bestandesbeschreibung auftraten,
  • manche Probleme beim Verfassen einer Forstpflanzenbestellung hatten,
  • selten eine Kostenminimierung für die folgenden Wirtschaftsjahre angedacht und
  • die langfristigen Möglichkeiten einer optimalen Nutzung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht im
    erschöpfenden Ausmaß durchgedacht wurden.
Veröffentlicht am 28.09.2016, Abteilung III/2 - Forstliche Bildung, Förderung und Forschung