3. Termin der Försterstaatsprüfung 2016

In der schriftlichen Projektarbeit war für einen 1.800 ha großen Forstbetrieb ein
„Betriebskonzept für den Wald im Klimawandel“ zu erstellen.

Der 3. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom
10. bis 13. Oktober 2016 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort/Gmunden statt.

Zu dieser Försterstaatsprüfung traten 16 Prüfungskandidaten an.

Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER (BMLFUW – Abteilung für Forstliche
Aus- und Weiterbildung, Forschung, Förderung),

FDir. Dipl.-Ing. Christian BERNER (Wirtschaftsführer des Erzbischöflichen
Forstamts Kirchberg/Wechsel)           

Mag. Fö. Ing. Walter AMANN  (Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg)

BH. Dr. Alexander MAJCAN    (Bezirkshauptmann der Südoststeiermark).

Projektthema

Das Projektthema beinhaltete die Aufgaben für den neuen Eigentümer eines 1.800 ha
großen Forstbetriebes ein Betriebskonzept, unter besonderer Berücksichtigung der
zu erwartenden Klimaentwicklungen, zu erstellen.
 

Die Prüfung erforderte unterschiedlichste Qualifikationen

An den beiden ersten Prüfungstagen war die schriftliche Projektarbeit, in einer Zeitspanne von 13,5 Stunden, auszuarbeiten.

In den ersten eineinhalb Stunden der Projektarbeit hatten die Prüfungskandidaten bei einer Begehung im Revier beispielhaft
3 Bestände (Kultur-, Durchforstungsbestand, Altholz) zu erheben und beschreiben.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen, einstündigen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten dem Eigentümer die wichtigsten
Eckpunkte ihrer Betriebskonzepte.

Daran anschließend hinterfragte die Prüfungskommission die davon berührten Fachinhalte und prüfte darüber hinaus
auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis - 87,5 % der Prüfungskandidaten positiv!

In der abschließenden Konferenz wurden

Kevin NEUMEISTER (Esterhazy Betriebe GmbH) mit „Auszeichnung befähigt“,
14 Förster mit "befähigt" und
2 Prüfungswerber mit "nicht befähigt" beurteilt.

Resümee

Im Rahmen der Zeugnisverteilung attestierte der Vorsitzende, Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER, den Prüfungsabsolventen
zusammenfassend, dass

  • die Außenaufnahmen im Wald einschließlich der Bestandesbeschreibungen gut durchgeführt,
  • die im Projektsthema enthaltenen Aufgabenstellungen weitgehend abgearbeitet,
  • oftmals nachvollziehbare Zukunftsszenarien dargestellt,
  • von allen ein den bevorstehenden Klimawandel berücksichtigendes Betriebskonzept erstellt und
  • die Fachbereiche mit dem Recht tadellos vernetzt wurden;

        aber

  • die Verknüpfung der Außenaufnahmen mit dem konkreten Thema erhebliche Schwierigkeiten machte,
  • die meisten in der Umsetzung des angeeigneten Fachwissens auf das konkrete Thema wenig flexibel waren,
  • das Thema Klimawandel einschließlich der daraus resultierenden Konsequenzen in den Betriebsplanungen 
    noch zu wenig beachtet werden und
  • die aktuellen Trends im Waldbau (ausländische Baumarten, Genetik, Umtriebszeitverkürzung,  Dauerwald …) hätten
    noch stärker berücksichtigt werden sollen.
Veröffentlicht am 21.10.2016, Abteilung III/2 - Forstliche Bildung, Förderung und Forschung