CC-WARE

Minimierung der Verletzlichkeit von Wasserressourcen unter dem Aspekt des Klimawandels

Der Auftakt zu diesem neuen Projekt im Rahmen des SEE (South East Europe)-Programmes fand am 14./15. Februar 2013 in Ljubljana statt. Lead Partner ist die Forstsektion (Abt. IV/4) des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW). 17 Projektpartner aus 10 Ländern (7 EU, 3 Nicht-EU) nehmen daran teil.


Hintergrund und Ziel des Projektes


Unsere Wasserressourcen, allem voran die Trinkwasserreserven, geraten immer mehr unter Druck durch Veränderungen in der  Landnutzung, des Klimas und der Wirtschaft im Allgemeinen.


Ziel dieses Projektes ist daher die Entwicklung einer integrierten transnationalen Strategie zum Schutz und zur Verbesserung der  Verletzlichkeit unserer Wasserressourcen. Diese bildet die Grundlage für Rahmenkonzepte zur Umsetzung nationaler bzw. regionaler Aktionspläne. Dadurch hat dieses Projekt über seinen Untersuchungszeitraum hinaus einen bedeutenden, nachhaltigen Effekt.
Die Vermittlung der Wichtigkeit des Vollzugs derartiger Aktivitäten auf nationaler bzw. regionaler Ebene wird auf den gesamten südosteuropäischen Raum, im speziellen auf die EU-Beitrittskandidaten,  ausgedehnt. Mittels Konferenzen, Workshops und Publikationen werden die in diesem Projekt erworbenen Erkenntnisse den relevanten politischen Stellen und Stakeholdern näher gebracht.


Der Weg zur integrierten transnationalen Strategie


Die derzeitige und zukünftige Verletzlichkeit  der Trinkwasservorkommen wird anhand einer gemeinsam erarbeiteten Methode untersucht. Indikatoren – unter Berücksichtigung des gesamten südosteuropäischen Raumes – werden definiert, um diese Sensibilität sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht zu evaluieren und die Trinkwasserverfügbarkeit unter dem Aspekt des Klimawandels und sozio-ökonomischer Rahmenbedingungen zu untersuchen und zu klassifizieren. Als Endprodukt wird eine „transnationale SEE Vulnerabilitätskarte“ mit einer Darstellung der Trinkwasserqualität als auch -quantität  zur Verfügung stehen.
Verschiedene Trinkwasser-Managementoptionen werden – mit Schwerpunkt auf  die unterschiedlichen Ökosystemleistungen – untersucht. Dabei wird vor allem die Versorgung mit reinem Trinkwasser in ausreichender Menge in den verschiedenen Klimaregionen und Landnutzungseinheiten (Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Feuchtgebiete) analysiert. Daraus lassen sich schlussendlich optimale Trinkwasserschutzmaßnahmen ableiten, ergänzt durch einen von allen Projektpartnern gemeinsam erstellten Katalog an Empfehlungen für ökonomische Anreize zur Gewährleistung eines nachhaltigen Trinkwassermanagements. Dieser Katalog soll aufbauend auf den Erfahrungen der Wasserversorger und „Best practice“-Beispielen (u.a. Schutzgebiete des Wiener Hochquellenwassers) erstellt werden.


Zur Entwicklung der integrierten transnationalen Strategie werden die Ergebnisse aus der Vulnerabilitätskarte (mit dem Fokus auf kritische Bereiche) und die möglichen Managementmaßnahmen (unter Berücksichtigung der Durchführbarkeit und Kosteneffizienz sowie der vorhandenen nationalen Rahmenbedingungen - wie bereits bestehender Pläne) zusammengefasst.


Das österreichische Beispiel


In Österreich sind zur Umsetzung nationaler Aktionspläne alle betroffenen hierarchischen Ebenen einzubeziehen. Daher sind in diesem Projekt nicht nur das BMLFUW, sondern auch zwei Wasserwerke (von Wien und Waidhofen/Ybbs) von Anfang an vertreten, um eine größtmögliche Durchführbarkeit und Nachhaltigkeit der Projektergebnisse zu gewährleisten. Zur wissenschaftlichen Untermauerung werden außerdem zwei Institute der Universität für Bodenkultur (Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau;  Institut für Waldbau) herangezogen. Als Test- bzw. Pilotgebiet wurde Waidhofen/Ybbs gewählt, das bereits im Rahmen des Projektes CCWaterS näher untersucht wurde. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden nun konkrete Richtlinien zur Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Quellenschutzfunktion der Wälder erarbeitet und anschließend evaluiert. Die daraus gewonnenen Erfahrungen (ergänzt durch die der Wiener Wasserwerke) finden Eingang in die forstwirtschaftlichen Richtlinien für Wasserschutz– und –schongebiete in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Wasserwerken.


Zusammen mit den Wiener Wasserwerken wird die Forstsektion des BMLFUW im Rahmen dieses Projektes eine nationale Strategie bzw. ein Förderprogramm zum Thema „Wald und Wasser“ entwickeln, das einerseits in den forstrelevanten Teil der EU Verordnung (2014-2020) zur Entwicklung ländlicher Gebiete in Österreich integriert wird und andererseits als zentraler Input für den Diskussionsprozess hinsichtlich der transnationalen Strategie dient.

CC-WARE: Daten und Zahlen
 

South East Europe Transnational Cooperation Programme (SEE) 2007-2013
Priorität 3: Schutz und Verbesserung der Umwelt
(Protection and Improvement of the Environment)
Inverventionsbereich:  Verbesserung des integrativen Wassermanangements und der Hochwasserprävention
(Improve integrated water management and flood risk prevention)
Mitwirkende Länder: 10 (AT, BG, GR, HU, IT, RO, SI, BIH, HR, SRB)
Lead Partner: BMLFUW – Sektion Forstwesen
Projektpartner: 17 ERDF Partner
  3 Nicht-ERDF Partner
Sonstige österreichische Projektpartner:
Wiener Wasserwerke
Wasserwerke Waidhofen/Ybbs
Projektzeitraum: 14.12.2012 - 30.11.2014
Projektbudget: € 1.826.633
ERDF Budget: € 1.415.163

Veröffentlicht am 16.12.2014, Abteilung III/4 - Forstliche Raumplanung und nachhaltige Entwicklung der Waldressourcen