Waldentwicklungsplan (WEP)

Der Waldentwicklungsplan ist ein Fachgutachten über die Funktionen des gesamten österreichischen Waldes auf forstgesetzlicher Basis.

In Österreich ist der Wald als prägendes Landschaftselement mit den steigenden Raumansprüchen unserer Gesellschaft in Einklang zu bringen, damit sein nachhaltiges Bestehen für uns und die folgenden Generationen sichergestellt wird.


Im Forstgesetz 1975 bereits wurde im Abschnitt "Forstliche Raumplanung" die Darstellung und die vorausschauende Planung der österreichischen Waldverhältnisse festgelegt.

Die Ergebnisse sind in dem seit 1991 bundesweit vorliegenden "Waldentwicklungsplan" enthalten. Dieses Fachgutachten über die Funktionen des gesamten österreichischen Waldes stellt flächendeckend forstlich-ökologische, ökonomische und soziale Grundlagen für forstpolitische und landeskulturelle Entscheidungen dar.

 

Waldentwicklungsplan - wozu?

Der Waldentwicklungsplan, als forstliche Rahmenplanung, soll bundesweit die Waldverhältnisse darstellen, Leitfunktionen des Waldes abgrenzen sowie durch vorausschauende Planung dazu beitragen, sämtliche Waldfunktionen nachhaltig und bestmöglich zu erhalten. Alle dazu nötigen Maßnahmen sind aufzuzeigen, nach deren Dringlichkeit zu reihen und entsprechende Umsetzungen einzuleiten.

Der Waldentwicklungsplan ist er eine wichtige Grundlage für forstpolitische und forstrechtliche Entscheidungen.

Verstärkt wird er auch für nicht-forstliche Planungen in den Bereichen Verkehr, Landschaftsentwicklung und allgemeine Raumordnung herangezogen. Die Daten finden vielfältigste Verwendung.

Der Waldentwicklungsplan kann als nachvollziehbare Rahmendarstellung für besondere Leistungen des Waldes im öffentlichen Interesse herangezogen werden. Auf Bundes- und Landesebene können Themen, wie die Bereitstellung des Rohstoffes Holz, Speicherung von Trinkwasser, Reinigung der Luft, Kohlenstoffbindung aus der Atmosphäre, Schutz der Ressource Boden, Schutz vor Elementargefahren, sowie die Bereitstellung von Bioenergie dargestellt werden. Ebenso kann der Waldentwicklungsplan Grundlagen für die Vergabe von Förderungen oder andere forstpolitische Entscheidungen, wie Maßnahmen zur Verbesserung des Waldzustandes für das Bundesgebiet, bieten.

 

Die Ziele der "Forstlichen Raumplanung - Waldentwicklungsplan"

  • Bundesweit aktualisierte und harmonisierte Darstellung der Waldwirkungen entsprechend dem forstgesetzlichen Auftrag;
  • Erstellung des WEP-AUSTRIA-DIGITAL - der GIS-Version des Waldentwicklungsplanes;
  • Erstellung von Sonderplänen, z.B. Zusammenfassung der Schutzwaldverbesserungs-Konzepte der Bundesländer als Grundlage für die Schutzwaldstrategie;
  • Darstellung von Wäldern mit besonderem Lebensraum (Biotopschutzwälder) gemäß § 32 a Forstgesetz 1975 i.d.g.F;
  • Sicherung und Ausbau der forstfachlichen Planungskompetenz;
  • Innovative Mitwirkung bei der Landschaftsentwicklung;
  • Entwicklung von Konzepten zur Bewertung der Waldwirkungen;
  • Transnationaler Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der forstlichen Raumplanung zur nachhaltigen Sicherung und Darstellungen von Waldwirkungen (Ressourcenschutz)

 

Erstellung des Waldentwicklungsplanes (Karten- und Textteil)

Der Waldentwicklungsplan wird in Zusammenarbeit von Landes- und Bezirksforstdiensten für einzelne Planungsgebiete, die im Regelfall einem politischen Bezirk entsprechen, ausgearbeitet. Die Teilpläne und ihre jeweiligen Aktualisierungen bedürfen der Zustimmung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

 

Bewertung der Waldfunktionen/Planinhalte des Waldentwicklungsplanes

In jedem WEP-Teilplan (politischer Bezirk) werden anhand forstgesetzlicher Kriterien die Funktionsflächen (Mindestgröße 10 Hektar) abgegrenzt, die Funktionen nach drei Stufen bewertet, dabei die Leitfunktion festgelegt und in einer Österreichkarte 1:50.000 graphisch dargestellt. Die Leitfunktion oder Leitwirkung ist jene Funktion des Waldes, der höchste Wertigkeit oder hohes öffentliches Interesse zukommt.

Leitfunktionen gemäß Forstgesetz 1975 i.d.g.F., Abschnitt II, Forstliche Raumplanung:

Nutzfunktion (N): grün;
Schutzfunktion (S): rot;
Wohlfahrtsfunktion (W): blau;
Erholungsfunktion (E): gelb.

Dabei wird jeder Funktion eine Wertziffer zugeordnet:

Wertziffer1:   geringe Wertigkeit
Wertziffer2:   mittlere Wertigkeit
Wertziffer3:   hohe Wertigkeit

Der Waldentwicklungsplan besteht aus einem Kartenteil und einem Textteil.
Im Kartenteil werden die Waldfunktionen auf Basis einer Österreichkarte, Maßstab 1:50.000 (ÖK 50) als Funktionsfläche dargestellt. Zu jeder Funktionsfläche gibt es im Textteil (Datenbank) eine Flächenbeschreibung. Diese gibt Auskunft über Örtlichkeit, Standort, Waldwirkung und deren rechtliche Begründung, sowie eventuelle Funktionsbeeinträchtigungen mit Gegenmaßnahmen und einer Dringlichkeitsreihung.

 

WEP-Austra Digital

Der Waldentwicklungplan existierte bisher, abgesehen von einer einmaligen, digitalen Zusammenführung der analogen Teilpläne 1990 ohne Nachführung, als Sammlung von analogen Teilplänen.
In den vergangenen Jahren haben die zuständigen Stellen der forstlichen Raumplanung auf Bundes- und Landesebene und die Forstliche Bundesversuchsanstalt an der Konzeption einer neuen EDV-unterstützten Realisierung des Waldentwicklungsgesamtplanes von Österreich, WEP-Austria-Digital genannt, gearbeitet.
Ziel ist die Einführung eines laufend aktualisierten Gesamtplanes unter Verwendung der digitalen Datenerfassung auf Landesebene. Zugleich sollte die Arbeit der Landesstellen bei der Teilplanerstellung erleichtert werden.
Als grundlegender Teil für den neuen Gesamtplan WEP-Austria-Digital wurde eine Datenmodelldefinition erarbeitet und in der Herstellung einer Datenbankapplikation umgesetzt.
Die flächendeckende Umsetzung des WEP-Austria-Digital steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Informationen dazu gibt gerne die Abteilung III/4

 

Arbeitsbehelf "WEP-Richtlinie 2012" zum Nachlesen:

In Zusammenarbeit mit den Landesforstdiensten und der Rechtsabteilung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erstellte die Abteilung für forstliche Raumplanung, Landschaftsentwicklung und Waldschutz die Richtlinie über Inhalt und Ausgestaltung von Waldentwicklungsplänen 2012 neu.
Aufgrund von Novellierungen des Forstgesetzes und der sich im Laufe der Zeit geänderten öffentlichen Interessen am Wald, ergab sich die Notwendigkeit, die bis dahin gültige Richtlinie zur Erstellung und zur Revision von "Waldentwicklungsplan - Teilplänen" aus dem Jahr 2006 zu aktualisieren und an der  Stand der Datentechnik anzupassen. Dabei sind praktische Erfahrungen bei der Taxation, neue Kriterien und die erforderliche Nachvollziehbarkeit von forstfachlichen Entscheidungen berücksichtigt worden.
Diese derzeit gültige Richtlinie kann als gedruckter Arbeitsbehelf bei der Abteilung III/4, Marxergasse 2, 1030 Wien, 01/71100-607211 (Ing. Alexander Starsich) angefordert werden.


Einschaumöglichkeiten in den Waldentwicklungsplan

Wenn Sie in den Waldentwicklungsplan Einschau nehmen wollen, haben Sie mehrere Möglichkeiten:
Entweder wenden Sie sich im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) an die Abteilung III/4 (Dipl.-Ing. Richard Bauer oder Ing. Alexander Starsich) oder an die Landesforstdirektionen bei den Ämtern der Landesregierungen. Auch die Bezirkshauptmannschaften (Bezirksforstinspektionen) können Einblick und Auskunft geben.

Veröffentlicht am 04.04.2017, Abteilung III/4 - Forstliche Raumplanung und nachhaltige Entwicklung der Waldressourcen