Bilanz der Wildbach- und Lawinenverbauung Österreich für das Jahr 2016

Das Wetter im Jahr 2016 war abwechslungsreich mit einigen außergewöhnlichen Erscheinungen. Auch für die Wildbach- und Lawinenverbauung bedeutete das Einsatz auf ganzer Linie – größere Schäden konnten aber durch Schutzbauten verhindert werden.

Nach einem sehr milden und schneearmen Winter brachte der April Frost. Frühsommer und Sommer 2016 brachten in weiten Teilen Österreichs einige Unwetter mit sich. Im gesamten Bundesgebiet herrschten anhaltende Gewitter und Starkregen vor. Dank gut wirksamer Wildbachverbauungen konnten diese Wetterkapriolen weitestgehend ohne größere Schäden bewältigt werden. Die größten Schäden durch Oberflächenwasser oder Vermurungen traten überwiegend außerhalb des Wirkungsbereichs der Wildbach- und Lawinenverbauung auf.

 

In den Bundesländern stellte sich die Situation in den kritischen Sommermonaten für die Wildbach- und Lawinenverbauung folgendermaßen dar:

Niederösterreich

Nach teilweise punktuellen Starkregenereignissen in allen Landesteilen  kam es insgesamt zu einer hohe Anzahl relativ geringer und örtlich begrenzter Schäden, insbesondere  in der Buckligen Welt, im Wechselgebiet (Ende Mai) und in den Bezirken Krems, Melk, Sankt Pölten-Land, Krems, Scheibbs und Amstetten (Juli). Der rasche und gut koordinierte Einsatz der Feuerwehren, der Gemeinden und der Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung konnten zumeist binnen weniger Stunden die Herstellung wieder geordnete Verhältnisse sicherstellen.

Oberösterreich

Hier kam es zu einer Vielzahl kleinerer Schäden durch wiederholte Ereignisse im Alpenvorland sowie im Mühlviertel (Mai, Juni, Juli), wobei die Überflutung des Haibachs in der Gemeinde Freinberg am 23. Juli 2016 ein Todesopfer und große Sachschäden in dem betroffenen Gebiet forderten. Die insgesamt geringen Schäden trotz der hohen Anzahl an Einzelereignissen mit teilweise sehr hohen Intensitäten lassen sich häufig auf die gute Wirkung von Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung zurückführen.

Salzburg

In Salzburg kam es lediglich zu kleineren Schäden im Flachgau und im Lungau (Ende Juni), während die Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung im Pinzgau und Pongau zum wiederholten Mal hervorragend gewirkt haben, etwa die Rückhaltesperren am Dientenbach Mitte Juli, am Bramberger Mühlbach Ende Juli und im Kötschachtal – letztere hat Bad Gastein am 31. Juli vor einer Katastrophe bewahrt.

Steiermark

Die Steiermark war einer der Ereignis-Hotspots des Jahres 2016 – aber auch hier haben die Schutzverbauungen hervorragend gewirkt, so etwa die in den letzten vier Jahren in kürzester Zeit errichteten Verbauungen am Schwarzen- und Lorenzenbach. Sie haben am 11. Juli Vermurungen wie die des Jahres 2012 verhindert. Die Schadenssituation in der Steiermark war dennoch geprägt von einer Vielzahl kleinerer Ereignisse in der West-, Ost- und Obersteiermark, die bereits Anfang Mai in der Gemeinde Eibiswald in der Weststeiermark begannen. Ende Juni waren die Oberwölzer Bäche und weitere Bäche im Bezirk Murau betroffen. Anfang Juli traf es vor allem den Bezirk Weiz (Weizbach und Naintschbach), Mitte Juli Liezen und vor allem auch die Ortschaft Gasen - auch hier haben trotz der aufgetretenen Schäden die massiven Schutzmaßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung eine Katastrophe verhindert. Weiters waren Mitte Juli auch Bäche im Bezirk Murau betroffen. Zu größeren Schäden kam es durch die Unwetter Ende Juli in Kainach, Stanz und Pernegg an der Mur, die zu Katastrophengebieten erklärt wurden, aber auch der Bezirk Murau war wieder betroffen.

Kärnten

Die Unwetterschäden der Saison 2016 sind in Kärnten, wie in anderen Sektionen auch, dank des raschen Einsatzes der Feuerwehren und der Wildbach- und Lawinenverbauung, nicht allzu groß ausgefallen. Kleinere Rutschungen und Vermurungen waren in Heiligenblut Anfang Juni, Kirchbach Ende Juni, Wolfsberg Anfang Juli und Stockenboi  Mitte Juli zu beobachten. Lediglich die wiederholten Vermurungen in der Gemeinde Irschen Mitte Juli stechen als Ereignis hervor. Ende Juli kam es im Zuge eines lang anhaltenden Gewitters mit Hagelschlag zu Erosionen und Ausuferungen mit erheblicher Geschiebeablagerung in den Einzugsgebieten des Mödringbaches und zweier Runsen in den Gemeinden Glödnitz und Weitensfeld bei welchen mehrere Wohnhäuser, die Landes- und Gemeindestraßen betroffen war. Zu neuerlichen Ausuferungen kam es auch am Zeltschacherbach  in der Gemeinde Friesach, wobei auch hier mehrere Wohnhäuser überflutet wurden.

Tirol

Tirol war der Hot Spot der zahlreichen Unwetter im Frühsommer 2016. Betroffen waren unter anderem Wildschönau Anfang Juni, Kals Ende Juni und Hopfgarten Anfang Juli. Hauptsächlich traf es aber Imst Ende Juni und Mitte Juli und die Gemeinden Neustift und Ampass (Mitte Juni, Anfang und  Mitte Juli). Dass es nicht zu mehr und größeren Schäden gekommen ist, war den gut gewarteten Verbauungen der Wildbach- und Lawinenverbauung zu verdanken.

Vorarlberg

In westlichsten Bundesland Vorarlberg traten im Frühsommer einige kleinere Ereignisse auf: Etwa in Hohenems (Mitte Mai, Mitte und Ende Juni), einige kleinere Ereignisse Mitte Juli im Bregenzerwald mit Schwerpunkt Alberschwende und schließlich noch Ende Juli in Sonntag und Dalaas. Auch hier haben die Verbauungen  der Wildbach- und Lawinenverbauung ihre Schutzwirkung bewiesen und größere Schäden verhindert.

Veröffentlicht am 10.01.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)