Startschuss für das Schutzprojekt in St. Peter-Freienstein

Der Obere Tollingbach stellt in der obersteirischen Gemeinde St. Peter-Freienstein ein hohes Risiko durch Hochwasser und Vermurungen dar - für den Siedlungsbereich am Schwemmkegel, den Gewerbepark, das Drahtwalzwerk der voestalpine sowie die Landestraße.

Am 21. Dezember 2016 erfolgte im Beisein von Vertretern des Landes, des Bundes, der Gemeinde und anderen Finanzierungspartnern der Spatenstich für das 6,4 Mio. Euro teure Schutzkonzept der Wildbach- und Lawinenverbauung und der voest alpine. Das Projekt sieht bis 2018 den Ausbau des unzureichenden Gerinnes sowie sämtlicher Brücken vor. Am Grabenausgang wird eine Geschiebesperre mit einem Fassungsvermögen von 6000 m3 errichtet – das entspricht in etwa 750 LKW Ladungen.

 

Der Obere Tollingbach birgt bereits bei kleineren bis mittleren Ereignissen enormes Gefahrenpotential durch Überflutungen und mitgeführtes Material wie Steine, Schlamm und Holz. Die Wohn- und Gewerbegebiete sowie die Landesstraße in der Nähe des Baches sind besonders betroffen. Insgesamt liegen 62 Objekte (Wohnhäuser mit Nebengebäuden, Gewerbebetriebe und das voestalpine Werksgelände) in den Roten und Gelben Gefahrenzonen des Oberen Tollingbaches. Auch ein Großteil des Werksgeländes der voestalpine Wire Rod Austria GmbH und die ÖBB-Trasse Leoben-Trofaiach sind stark gefährdet. In den 1950er Jahren errichtete Verbauungsmaßnahmen sind sanierungsbedürftig und unzureichend.

 

Das durch die Wildbach- und Lawinenverbauung erarbeitete Schutzkonzept sieht von 2016 bis 2018 den Ausbau des unzureichenden Gerinnes sowie sämtlicher Brücken vor. Am Grabenausgang wird eine Geschiebesperre mit einem Fassungsvermögen von 6000 m3 errichtet. Ab der Landesstraße werden die Maßnahmen von der voestalpine am Standort Donawitz geplant und finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 6,4 Mio. Euro und werden von Bund, Land, Gemeinde, Straßenverwaltung sowie ÖBB und voestalpine übernommen.

 

Mit Umsetzung dieser Verbauungsmaßnahmen soll der Schutz des Siedlungsraumes sowie des Industrie- und Gewerbegebietes mitsamt der Infrastruktur am Oberen Tollingbach gewährleistet sowie eine Reduktion der Gefahrenzonen  bzw. eine Gefahrenfreistellung des Siedlungsraumes, der Industrie- und Gewerbegebiete erreicht werden. Der wirtschaftliche Nutzen durch die Verhinderung zukünftiger  Hochwasserschäden an Industrie und Infrastruktur liegt bei ungefähr 80 Mio. Euro.

 

Veröffentlicht am 21.12.2016, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)