2. Waldgipfel "Schutz.Wald.Klima" in Innsbruck

In kaum einem anderen Gebiet werden die Folgen des klimatischen und gesellschaftlichen Wandels deutlicher sichtbar als in den Gebirgsregionen. Dabei gilt es, den alpinen Lebens- und Wirtschaftsraum bestmöglich vor Naturgefahren zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

Am 18. September 2017 fand im Beisein von Vertretern der Alpenländer der 2. Waldgipfel unter dem Titel „Schutz.Wald.Klima“ im Landhaus Innsbruck statt.

Klimawandel im Alpenraum

Im Mittelpunkt standen die Chancen des Alpenraums. Gemeinsam mit Bundesminister Andrä Rupprechter diskutierten Regierungsrätin Dominique Gantenbein aus Liechtenstein, Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf sowie LHStv. Josef Geisler aus Tirol und LHStv. Richard Theiner aus Südtirol über die Auswirkungen des Klimawandels auf den alpinen Raum. Im Fokus standen Strategien für einen flexiblen und koordinierten Umgang mit dem Klimawandel. Zentrale Themen waren das Naturgefahrenrisiko, die Rolle des Schutzwaldes, das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Tourismus sowie die demographische Entwicklung im Alpenraum.


Herausforderungen

Die Alpen gehören zu den letzten großflächigen Natur- und Kulturlandschaften mit einer einzigartigen Naturvielfalt und traditioneller Nutzung. Doch zunehmend prallen verschiedene Nutzungsansprüche aufeinander, die zu einer erheblichen Belastung dieses empfindlichen Ökosystems führen. Mit einer Bevölkerung von ca. 14 Millionen Menschen muss der Alpenraum einem enormen Nutzungsdruck standhalten. Zusätzlich verbringen jährlich etwa 120 Millionen Touristen und Touristinnen ihre Ferien in den Alpen.


Schutzwald

Auch eine Einschätzung des aktuellen Zustands und der Wichtigkeit des Erhalts gut funktionierender Schutzwälder wurde in Vorträgen besprochen. Ohne funktionsfähige Schutzwälder müssten in Österreich zusätzlich 350 Mio. Euro pro Jahr für technische Lösungen investiert werden.


Die enorme Bedeutung der vielfältigen Schutzmaßnahmen ist in vielen Strategien verankert, zum Beispiel in der Österreichischen Waldstrategie 2020+ und der Europäischen Alpenraumstrategie (EUSALP). Die Arbeitsgruppe 8 der EUSALP widmet sich unter österreichischem und bayerischem Vorsitz den Themen Naturgefahrenrisiko- und Klimaanpassungs-Governance.


Wald und Boden bieten das höchste natürliche Schutzpotenzial für das Leben und Wirtschaften der Menschen im Alpenraum. Ein nachhaltiger Umgang mit diesen Ressourcen im Sinne des Vorsorgegedankens ist daher wesentlich für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des alpinen Raums.

 

Veröffentlicht am 22.09.2017, Waldpolitik und Waldinformation (Abteilung III/1)