Kärnten: Ein Jahr Baustelle am Tronitzerbach in Afritz - ein Zwischenbericht

Nach den schweren Hochwasserereignissen Anfang September 2016 ist die Wildbach- und Lawinenverbauung seit Mitte November 2016 am Tronitzerbach im Einsatz um Schutzmaßnahmen zu errichten.

Die WLV errichtet am Unterlaufgerinne in der Ortschaft Kraa (250 lfm Leitwerke in Beton, Grobsteingerinne mit 86 Grundschwellen in Beton, vier Brücken) sowie am Grabenausgang des Tronitzerbaches eine Geschiebedosiersperre.

Für die Geschiebedosiersperre werden ca. 5.000 m³ Beton und 460 to Bewehrungsstahl benötigt. Sie ist 250 m lang und 10 - 14 m hoch und wird nach Fertigstellung ein Geschiebe- und Unholz-Rückhaltevolumen von 37.000 m³ aufweisen. Das entspricht in etwa der Geschiebemenge von einem der beiden Hochwasserereignisse 2016.

Die Verbauungen im Ortsbereich wurden bereits im Juni abgeschlossen. Bis Ende 2017 wird der Bau der Geschiebedosiersperre weitestgehend fertiggestellt sein. Die Fertigstellung des Unterlauf-gerinnes bis zur Geschiebedosiersperre sowie die Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens im Almbereich erfolgt im Frühjahr bzw. Herbst 2018.

In weiterer Folge sind im Projekt ein Murbrecher und 15 Konsolidierungssperren mit Murbremsen im Mittellauf geplant. Die Erstellung des Verbauungsprojektes sowie die erforderlichen Genehmigungen mussten sehr rasch erfolgen. Bereits Ende September 2016 wurde das Projekt im Beisein von Bundesminister Ruprechter und Abteilungsleiter Florian Rudolf-Miklau verhandelt und genehmigt. Das wasserrechtliche und forstrechtliche Bewilligungsverfahren konnte bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

Eckdaten des Projekts Tronitzerbach 2016:

  • Einzugsgebietsgröße: 1,99 km²
  • HQBem inkl. Geschiebe: 43 m³/s (Grabenausgang)
  • HQBem ohne Geschiebe: 20 m³/s (Unterlaufkünette)
  • Geschiebefracht: 35.000 m³
  • Gesamtkosten Projekt 2016: € 11,40 Mio.

Finanzierung:

  • 62,0% Bund
  • 19,0% Land Kärnten
  • 10,1% Gemeinde Afritz am See
  • 1,0% Marktgemeinde Treffen am Ossiacher See
  • 7,9% Landesstraßenverwaltung
Veröffentlicht am 19.10.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)