Schutzbauwerke der Wildbach- und Lawinenerbauung verhinderten noch größere Schäden

Von 4. bis 6. August gingen in weiten Teilen Österreichs heftige Gewitter nieder. Starkregen und Hagel führten zu murartigen Ereignissen, die jedoch durch die vorhandenen Schutzbauwerke der Wildbach- und Lawinenverbauung abgeschwächt wurden und damit größere Schäden in den Ortschaften reduzieren konnten.

Unwetter in Österreich

Von Freitag, den 4. August bis Sonntag, 6. August entluden sich in ganz Österreich zum Teil heftige Unwetter, wobei am stärksten Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark und Oberösterreich betroffen waren. Ausgelöst durch starken Regen mit Hagel bahnten sich Muren mit großen Mengen an Geröll und Wildholz ihren Weg ins Tal.

Effektive Schutzbauwerke

Die vorhandenen Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung konnten die Muren abbremsen und zu einem großen Teil die in die Niederungen abtransportierten Geröllmassen und das mitgeführte Wildholz zurückhalten. Allein in Tirol, Salzburg und der Steiermark haben in den betroffenen Regionen die 50 größeren Becken ca. 800.000 m³ an Geschiebe und Wildholz zurückhalten können, und somit größeren Schaden verhindert. Das entspricht der Lademenge von 80.000 LKW, die aneinandergereiht einen Konvoi von Wien bis über Bregenz hinaus bilden würden.

Schäden verhindert

Durch die effektive Wirkung der Schutzmaßnahmen konnten großteils große Schäden im darunterliegenden Siedlungsgebiet verhindert werden. Österreichweit schützen ca. 250.000 Bauwerke der Wildbach- und Lawinenverbauung ca. 20% des Gesamtgebäudebestandes in Gefährdungsbereichen von Hochwässern, Muren, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen - darunter Einfamilienhäuser, Bauernhöfe, Gewerbeobjekte und wichtige Infrastruktureinrichtungen vor Naturgefahren. Auch hat sich wieder die Richtigkeit der Gefahrenzonenplanung und die Bedeutung deren Beachtung bestätigt. Im Großen und Ganzen hat sich gezeigt, dass dort, wo bereits Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung errichtet wurden, keine nennenswerten Schäden entstanden. Beispielsweise hat die Sperre am Aubach in Dorfgastein auf beeindruckende Weise die Mure aufgefangen, während die Vermurung der Großarler Landesstraße vom unverbauten Schied-Bach verursacht wurde.

Unermüdlicher Einsatz

Die Sachverständigen der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie die Fachleute für Bachsicherung und –räumung waren – wie bei solchen Ereignissen üblich – wieder das ganze Wochenende über im Einsatz. Mit der Räumung der Rückhaltebecken wurde unverzüglich nach dem Ereignissen begonnen, so dass sie für kommende Murenabgänge wieder voll funktionstüchtig sind. Darüber hinaus wurde bereits mit Planungen zur Errichtung neuer Schutzinfrastruktur in besonders sensiblen Gebieten begonnen – beispielshaft am Schöttlbach (Gemeinde Oberwölz), Walchenbach (Gemeinde Öblarn), Katschbach (Gemeinde Schöder), Maierhofgraben (Gemeinde Dorfgastein) oder am Schiedbach (Gemeinde Großarl).

 

Veröffentlicht am 07.08.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)

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