Tirol: Weiterer Schutz fürs Zillertal - Verbauung am Sidanbach wurde fertiggestellt

Der Sidanbach und seine Zubringer gefährden die Bewohner der Ortsteile Mühlen, Dorf, Stockach und Kohlstatt in der Zillertaler Gemeinde Schwendau. Schon in den Jahren 1650 und 1850 zeigte der Sidanbach seine wilden Seiten.

1946 ereignete sich die bisher größte Katastrophe in Schwendau, bei dem ein Murgang den gesamten Schwemmkegel verschüttete und zwei Wohn- und weitere Wirtschaftsgebäude zerstörte.

Nun wurde nach sieben Jahren Bauzeit das Schutzprojekt am Sidanbach eröffnet. Am 5. Mai 2017 fand die Bauabschlussfeier im Beisein von Bundesminister Andrä Rupprechter, Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie zahlreichen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern statt.

Errichtet wurde ein Geschiebeablagerungsbecken mit Trogsperre und Einlaufbauwerk. Dieses Bauwerk filtert das Wildholz vom Wasser und fasst rund 70.000 m³ Material. Ebenso zum Schutzprojekt gehört die Sperrenstaffelung im Unterlauf, die diesen sichert und die Wassermengen im Ereignisfall schadlos in den Ziller ableiten.

Neben dem Schutzgedanken wurden auch weitere Interessen und Bedürfnisse ins Projekt miteinbezogen. Mit dem enormen Aushub für das Geschiebebecken konnte ein Steinschlagschutzdamm für die nahegelegene Siedlung "Burgstall" errichtet werden. Zudem wurde mit dem Projekt die örtliche Trinkwasserversorgung erneuert und die touristische Infrastruktur erhalten, indem der Ausgangspunkt für viele Wanderwege erhalten bleiben konnte.

Das 5,2 Millionen Euro schwere Projekt schützt künftig die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Infrastruktur nachhaltig vor Vermurungen am Schwemmkegel. 19 Gebäude können nun aus der Roten Wildbachgefahrenzone genommen werden.

Veröffentlicht am 08.05.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)