Steiermark: Schnee, Eis und Lawinen wecken den Forschergeist der Volksschulkinder von Irdning!

„Snow-Ball“ lautet der Titel des Forschungsprojektes, welches die 146 Kinder der Volksschule Irdning gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark Nord von 2017 - 2018 und weiteren Expertinnen und Experten umsetzen. Ein Aktivworkshop zur Stärkung des Wissens rund um Schnee, Eis und Lawinenkunde wird in der Volksschule umgesetzt. Das große Freiluft-Forschungslabor konnte heuer Mitte März bei strahlendem Wetter auf der Planneralm durchgeführt werden.

Lawinen näher bringen

Die Volksschulkinder besuchen im Rahmen des Sportunterrichts jedes Jahr das Skigebiet Planneralm. In der Freizeit schnuppern ein paar größere Schülerinnen und Schüler schon auf Tiefschneehängen oder wagen ihre ersten Skitouren. Daher ist es für uns ein besonderes Anliegen, das Gefahrenbewusstsein zum Thema Lawinen bei den Kindern zu stärken.

Theorie und Praxis

Am 9. März 2017 lauschten die 70 Kinder der dritten und vierten Klassen dem spannenden Vortrag von Markus Mayerl von der Gebietsbauleitung Steiermark Nord der Wildbach-und Lawinenverbauung. Die jungen Forscherinnen und Forscher sollen einerseits das Phänomen Lawine kennen lernen und den nötigen Respekt gewinnen, sowie Fachwissen für erforderliche Sicherheitsmaßnahmen vermittelt bekommen, wenn sie sich im Gelände außerhalb der Skipiste befinden. Anhand eines eigens gebauten Modells lernten die Kinder, wie eine Lawine entstehen kann. Die Schutzausrüstung für Skitourengeher wurde erklärt, Sonden und Pieps vorgeführt und als besondere Sensation auch der Airbag-Rucksack ausgelöst.

Praxis auf der Planneralm

Praktische Lawinenkunde konnten die 70 Kinder am 15. März auf der Planneralm im Freiluftlabor erleben. Klassenweise besuchten die Kinder die Stationen und lernten den Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung von Skitourengehern. Das Wissen über die Lawinenwarnstufen sowie die Bedeutung der Lawinenwarntafeln wurde abgefragt und wiederholt. Bei einer Schatzsuche mit Lawinensonden und Lawinensuchgeräten haben sich die Kinder geschickt angestellt, wenn es auch sehr schwierig war, den versteckten Rucksack mit der Sonde zu finden.

Geländekunde

Außerdem wurde das Gelände unter fachkundiger Anleitung von Markus Mayerl von der Wildbach- und Lawinenverbauung auf mögliche Lawinengefahrenbereiche hin beurteilt und frische Lawinenbahnen an umliegenden Berghängen beobachtet. Beachtlich war die Schneehöhe von ca. 1,70 m, die die Kinder mit den Lawinensonden ermittelten. Nachdem der Schneeballtest zeigte, dass sich auch Kugeln formen ließen, bauten die Kinder auch Schneemänner.

Die jungen Forscherinnen und Forscher erkundeten ein Schneeprofil. Die unterschiedlichen Formen der Schneekristalle bestimmten die jungen Wissenschaftler mit der Lupe und verglichen sie anhand von Tafeln und Schaubildern. Bei der Untersuchung der Schneeschichten entdeckten die Kinder eine Gleitschicht, an der abseits der Skipiste möglicherweise eine Lawine ausgelöst werden kann. Diese einzigartige Forschungs- und Erlebniswerkstatt wird mit den Volksschulkindern und WLV zum Thema biologische Schutzmaßnahmen im Frühsommer weitergeführt.

Das Projekt wurde vom Elternverein durch Obfrau Renate Mayer organisiert. Wir bedanken uns herzlich bei der Planneralm Skilifte-Gesellschaft für die Busfahrt und zahlreichen Liftkarten sowie auch bei den Eltern, die sich als Begleitpersonen zur Verfügung gestellt haben.

Veröffentlicht am 05.04.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)