Expertenaustausch auf der portugiesischen Insel Madeira

Im März 2017 reiste eine österreichische Delegation auf die portugiesische Insel Madeira. Diese war im Bereich der Hauptstadt Funchal im Februar 2010 nach Starkregenereignissen großflächig von Muren und Rutschungen beziehungsweise murartigem Feststofftransport betroffen, die auch zahlreiche Todesopfer forderten.

Besuch in Österreich

Eine Institution, welche der Wildbach- und Lawinenverbauung Österreich gleicht, ist in Madeira nicht vorhanden. Aus diesem Grund bereiste eine Delegation aus Madeira im April 2016 Österreich, um Informationen und Erfahrungen hinsichtlich permanenten und temporären Schutzmaßnahmen, Monitoring- und Frühwarnsystemen sowie Katastrophenhilfe zu gewinnen.

Besuch auf Madeira

Im März 2017 machte sich die österreichische Delegation, bestehend aus Experten der WLV sowie des Innenministeriums und der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol,  zu einem Gegenbesuch auf, um die seit 2010 umgesetzten Maßnahmen zu begutachten und den Kollegen in Madeira mit dem Fachwissen und dem Erfahrungsschatz der WLV zur Seite zu stehen und Tipps für eine verbesserte Umsetzung diverser Schutzmaßnahmen zu geben. Neben der Begutachtung der Schutzmaßnahmen wurden auch die genutzten Monitoring- und Frühwarnsysteme  den Experten aus Österreich vorgestellt und gemeinsam diskutiert – hier wäre beispielsweise die Vorwarnzeit zu verlängern um effektiver handeln zu  können. Auch die Themen Gefahrenzonenplanung bzw. Raumplanung sowie Aufforstung wurden intensiv diskutiert. Die österreichischen Experten bekamen neue Impulse für die Heimat aus dem Bereich Naturgefahrenmanagement auf Madeira: unbürokratischer Zugang bei etwaigen Umsiedlungen, strikte Einhaltung des Verbots der landwirtschaftlichen Nutzung von Hochflächen zur Naturgefahrenprävention sowie die Forcierung der Eigenverantwortung von Einzelpersonen beispielsweise bei Absturzgefahr.

Zukünftige Zusammenarbeit

Zukünftig ist für den gemeinsamen Expertenaustausch vorgesehen, in Madeira einen Gefahrenzonenplan nach österreichischem Standard sowie Maßnahmen vor Ort zu planen, wobei hier österreichische Expertise insbesondere bei der Erhebung des Geschiebepotentials, der Festlegung von Abflussspitzen und der Dimensionierung von Schutzbauwerken zur Anwendung kommt.

Veröffentlicht am 31.05.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)