Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Österreichischem Bundesheer und Wildbach- und Lawinenverbauung

Im März haben die Bundesminister Rupprechter (BMLFUW), Doskozil (BMLVS) und Sobotka (BM.I) mit einem gemeinsamen Ministerratsvortrag die Grundlage für die Kooperation der WLV mit dem ÖBH im Rahmen des SKKM (Staatliches Krisen- und Katastrophenmanagement) geschaffen. Ende Juni fand ein erstes Treffen der beiden Organisationen in Villach statt.

Das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erarbeiten derzeit auf Basis des Ministerratvortrages ein Verwaltungsübereinkommen, das diese Vorgabe konkretisiert, strukturiert und institutionalisiert.

Das in Ausarbeitung befindliche Verwaltungsübereinkommen war ein wichtiger Aspekt des Auftakttreffens, das am 28. Juni 2017 in Villach stattfand. Neben der Abteilungs- und den Sektionsleitungen der WLV nahmen daran Vertreter des BMLVS, der Kommanden der Land- und Luftstreitkräfte, aller Militärkommanden sowie die Kommandanten aller drei Pionierbataillone teil. Es kam zu einem intensiven und konstruktiven Gedankenaustausch, der sich bei der fachlichen Exkursion nach Afritz – einem Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Vorjahr aufgrund zwei großer Murenabgänge – und bei einem gemeinsamen Abendessen fortsetzte.

Die Partner der Wildbach- und Lawinenverbauung beim Heer sind vorwiegend die Landstreitkräfte, also die Militärkommanden in den Bundesländern und die drei Pionierbataillone in Melk, Villach und Salzburg. Die direkte Zusammenarbeit mit den Luftstreitkräften ist weniger eng, diese können aber u.a. mit Luftaufklärungsmitteln georeferenzierte Bilder liefern und somit wichtige Beiträge zu einem effizienten Katastropheneinsatz leisten. Hauptsächlich arbeitet die Wildbach- und Lawinenverbauung mit den Soldaten und Soldatinnen am Boden, die Arbeitskraft und Spezialgeräte bereitstellen. Diese, kombiniert mit dem Spezialwissen und den spezifischen Fertigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WLV, garantieren einen maximalen Handlungsspielraum im Ereignisfall.

Ein effizienter Einsatz erfordert eine laufende und eingehende Schulung in „Friedenszeiten“. Und so sind im Verwaltungsübereinkommen u.a. gegenseitiger Expertenaustausch und gemeinsame Schulungen zur besseren Einsatzvorbereitung vorgesehen. Pioniere des Bundesheeres, die z.B. die Polierausbildung absolvieren, könnten Praktika bei der Wildbachverbauung ableisten. So werden einerseits die fachlichen Kenntnisse des Steinschlichtungs-, Krainerwand-, Brücken-, Forstwege-, Seilbahnbaus ausgetauscht und andererseits persönliche Kontakte aufgebaut, die in der Katastrophe die Kommunikation wesentlich verbessern. Ebenso wird geübt, wie der operative Einsatz vor Ort optimiert werden kann, z.B. durch Abstimmung der personellen und Material-Kapazitäten, der Logistik, usw. Und nicht zuletzt soll auch die Öffentlichkeitsarbeit abgestimmt und dabei Synergien genutzt werden.

 

 

Veröffentlicht am 26.07.2017, Wildbach- und Lawinenverbauung (Abteilung III/5)