Ausrichtung der Abfallwirtschaft nach stofflichen Gesichtspunkten

Können die Ziele der Abfallwirtschaft effizienter erreicht werden, wenn bei abfallwirtschaftlichen Entscheidungen die gesamten Materialflüsse durch die österreichische Volkswirtschaft berücksichtigt werden?

Diese Hypothese wurde im Projekt Ausrichtung der österreichischen Abfallwirtschaft nach stofflichen Gesichtspunkten, Teil 2 (ABASG II) überprüft.

Dazu wurden vier Teilstudien "Güterhaushalt Österreich", "Bauwerk Österreich", "Aluminiumbilanz Österreich" und "Stickstoffhaushalt Österreich" durchgeführt. Anhand der Methode der Stoffflussanalyse wurden die Flüsse und Lager der wichtigsten Güter (einschließlich Abfälle) und ausgewählter Stoffe bestimmt und bilanziert. Die Teilstudien decken einerseits die größten Materialflüsse durch Öster­reich ab. Andererseits umfassen sie exemplarisch zwei Stoffe, die sowohl als Rohstoffe wie auch als potentielle Schadstoffe für die Ziele der Abfallwirtschaft relevant sind.
 

Die Ergebnisse bestätigen die oben genannte Hypothese. Sie begründen Empfehlungen zur Aufnahme stoffbezogener Informationen in den Bundes-Abfallwirtschaftsplan (BAWP). Sie zeigen, dass die Analyse von Güter- und Stoffflüssen und -lagern einschließlich deren Unsicherheiten die Grundlage für abfallwirtschaftliche Entscheidungen wesentlich verbessert. Werden Stoffflussanalysen im BAWP maßgeschneidert eingesetzt, dienen sie 1. zur Früherkennung von Ressourcenpotentialen und Umweltbelastungen, 2. zur Unterscheidung zwischen wirksamen und weniger wirksamen Maßnahmen (Makroschrauben - Mikroschrauben) und 3. zur Gestaltung von optimalen Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des Abfallwirtschaftsgesetzes.
Neben einer Reihe von Folgerungen bezüglich der österreichischen Abfallwirtschaft, des BAWP und des aus den Ergebnissen ableitbaren Forschungsbedarfs wird vorgeschlagen, zu prüfen, inwiefern der BAWP mittelfristig durch einen Bundesressourcenmanagementplan ersetzt werden soll. 

Veröffentlicht am 16.09.2014, BMLFUW VI/3