POP-Übereinkommen

Das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP) trat am 17.5.2004 in Kraft. POP sind eine Chemikaliengruppe, die dazu neigen, sich im Fettgewebe einzulagern.

Zudem weisen sie eine lange Halbwertszeit auf. Zu ihren gefährlichen Eigenschaften zählt aber vor allem ihre Flüchtigkeit, die dazu führt, dass diese Stoffe in der Atmosphäre über lange Strecken transportiert werden können.
 
So lagern sie sich an den Polen, aber auch in den europäischen Alpen aufgrund ihrer Funktion als Senke, ab, was das INTERREG-Projekt  "MONARPOP (Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent Organic Pollutants)" in Zusammenarbeit mit Regionen Deutschlands, der Schweiz, Italiens und Sloweniens untersuchte. Nach dessen Abschluss 2007 wurden POP- Atmosphärenmessungen an den Alpengipfeln (Sonnblick (A), Zugspitze (Bayern) und Weißfluhjoch (CH)) kontinuierlich fortgeführt

Im Jänner 2008 wurde Anhang G zum Stockholmer Übereinkommen betreffend die Beilegung von Streitigkeiten kundgemacht.

Am 25.8.2008 hat Österreich der 4. Vertragsstaatenkonferenz dieses Übereinkommens den Nationalen Durchführungsplan über POP inklusive Nationalem Aktionsplan (betreffend die unbeabsichtigt gebildeten POP) vorgelegt.

Am 14.8.2012 wurde der gemäß Artikel 7 Abs. 1 lit. b revidierte Nationale Durchführungsplans über POP inklusive dem Nationalen Aktionsplan vom Österreichischen Ministerrat zustimmend zur Kenntnis genommen und im Auftrag der Bundesregierung dem Sekretariat des POP-Übereinkommens am 27.8.2012 übermittelt. Damit kommt Österreich den Verpflichtungen gemäß dem Stockholmer Übereinkommen sowie der europäischen Verordnung über POP nach.

Derzeit hält das Übereinkommen bei 26 gefährlichen Chemikalien in den Anhängen A, B und C.

Anhang A:

  • Aldrin
  • Chlordan
  • Chlordecon
  • Dieldrin
  • Endrin
  • Mirex
  • Heptachlor
  • Hexabrombiphenyl
  • Hexabromcyclododecan (HBCD)
  • Hexabromdiphenylether und Heptabromdiphenylether
  • Hexachlorbenzol (HCB)
  • Alpha-HCH
  • Beta-HCH
  • Lindan
  • Pentachlorbenzol
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB)
  • Endosulfan
  • Tetrabromdiphenylether
  • Pentabromdiphenylether
  • Toxaphen (Camphechlor)
  • Chlorierte Naphtaline
  • Hexachlorbutadien
  • Pentachlorphenol (PCP)

Anhang B:

  • DDT
  • PFOS

Anhang C:

  • Dioxine
  • Furane
  • Hexachlorbenzol (HCB)
  • Pentachlorbenzol
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Bei BRS 4 sollen DecaBDE, kurzkettige Chlorparaffine und Dicofol aufgenommen werden.

 

Veröffentlicht am 27.01.2017, Abteilung V/5 - Chemiepolitik und Biozide