Quecksilber-Übereinkommen

2017 soll das sogenannte „Minamata-Übereinkommen“ zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt vor Quecksilber von der EU und den Mitgliedstaaten ratifiziert werden.

Österreich hat dieses Übereinkommen als einer der ersten Staaten weltweit am 10. Oktober 2013 unterzeichnet. Derzeit hält das Übereinkommen bei 128 Unterzeichnungen und 35 Ratifikationen.

Die EU bereitet das Impact Assessment sowie umsetzende legislative Maßnahmen durch Neufassung der EUQuecksilberV für die Ratifikation im Paket vor und will 2016 im Vorfeld der ersten Vertragsstaatenkonferenz 2017 ratifiziert haben. Die deutsche Übersetzung des Übereinkommens wurde zwischen Österreich, Deutschland, der Schweiz und der Europäischen Kommission abgestimmt. Österreich will möglichst gemeinsam mit der EU und den anderen Mitgliedstaaten ratifizieren.

Die Stadt Minamata war von einer jahrzehntelangen massiven Quecksilberkontamination durch quecksilberhältige Abwässer betroffen, die zur "Minamata-Krankheit", einer Störung des zentralen Nervensystems durch die Vergiftung mit dem Schwermetall, führte.

Quecksilber (Hg) ist ein giftiges Schwermetall, das in der Umwelt weit verbreitet ist und sich in verschiedenen Organismen anreichert. Hg wird bei der Verwitterung von Gesteinen und bei Vulkanausbrüchen in Gewässer und in die Atmosphäre freigesetzt, vor allem aber durch menschliche Aktivitäten, insbesondere durch die Verwertung fossiler Brennstoffe (v.a. Kohle!), Bergbauaktivitäten, industrielle Prozesse und durch Hg-haltige Produkte, wie elektrische Geräte (Schalter, Leuchtstoff- und Energiesparlampen), Zahnamalgam, Messinstrumente (Fieberthermometer, Barometer, Laborgeräte) und Batterien. Das Übereinkommen regelt die Emissionen und Freisetzungen in Luft (siehe Abbildung 1), Wasser und Boden.

UNEP bewertet im Rahmen seines Schwermetallprogramms auch Blei und Cadmium.

Veröffentlicht am 20.02.2015, Abteilung V/5 - Chemiepolitik und Biozide