Österreichische Forstkooperation mit Südkorea weiter ausgebaut

Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Südkorea auf dem Gebiet der Forstwirtschaft wurde Mitte April 2016 in der koreanischen Hauptstadt Seoul neu ausgerichtet. Auf Basis des 2012 abgeschlossenen Übereinkommens mit dem Koreanischen Forstdienst wurde eine Fokussierung des Know-how Transfers auf Waldbewirtschaftung, Holzernte und den Einsatz österreichischer Technologie beschlossen, sowie die Erweiterung  um den Bereich Naturgefahrenmanagement.

Südkorea hat seine während des zweiten Weltkriegs großflächig zerstörten Wälder im großen Stile wieder aufgeforstet. Diese Waldbestände stehen nun zur Nutzung an und es gibt enormen Bedarf an Wissen und Erfahrung über Waldnutzungsplanung und –organisation, boden- und wasserschonende Holzernteverfahren sowie Sicherheit und Effizienz bei der Waldarbeit. Korea will österreichisches Know-how und Trainingsangebote der Forstlichen Ausbildungsstätten des BFW verstärkt nutzen.

Der koreanische Forstdienst hat den Umstieg auf zeitgemäße Holzernteverfahren mit modernen Maschinen eingeleitet und will dabei auch Technologie aus Österreich, noch stärker als bisher einsetzen.

Muren, Rutschungen und Waldbrände, klimabedingt ausgelöst von Taifunen und Dürre, stellen in Korea eine existenzielle Bedrohung für den Siedlungsraum dar, wie die Hang- und Wildbachverbauungen im Zentrum von Seoul unmittelbar neben der Koreanischen Staatsoper (errichtet nach Katastrophen 2011 und 2015) eindrucksvoll beweisen. Der koreanische Forstdienst ist intensiv um eine Kooperation im Bereich des Naturgefahrenmanagements bemüht, um österreichisches Know-how und Technologie der Wildbach- und Lawinenverbauung in den Sektoren Gefahrenzonenplanung, Schutzbauwerke, Ingenieurbiologie, Erhaltungsmanagement und Projektmanagement inkl. umweltorientierte Bürgerbeteiligung zu erschließen. Ein detailliertes Programm für den intensivierten Wissenstransfer wird mit dem Ziel erstellt, im Mai 2017 in Österreich eine Schwerpunktveranstaltung für koreanische Experten durchzuführen und eine entsprechende Kooperationsvereinbarung formell abzuschließen.

Das MoU über Forstkooperation hilft somit österreichischen Institutionen und Unternehmen, das in Korea gegebene Potenzial für Exportgeschäfte und Know-How Transfer gezielt zu nutzen.

Veröffentlicht am 04.05.2016, Waldpolitik und Waldinformation (Abteilung III/1)