Hoffnungsmarkt Japan

Im Rahmen der Exportinitiative.neu des BMLFUW war Bundesminister Andrä Rupprechter mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation vom 2. bis 7. November 2015 in Japan.

Er wurde begleitet von Bauernbundpräsident AbgNR Jakob Auer, den Landesräten Maximilian Hiegelsberger (OÖ) und Johann Seitinger (Stmk), dem Präsidenten des Biomasseverbands Josef Plank und dem Vize-GS der Industriellenvereinigung Peter Koren.

Seit dem Importverbot Russlands auf Lebensmittel aus EU-Ländern sucht Österreichs Agrar- und Lebensmittelbranche nach alternativen Drittlandsmärkten, allen voran in Asien. Japan ist neben den USA und China einer der wichtigste Handelspartner Österreichs außerhalb Europas. Derzeit exportiert Österreich nach Japan vor allem Schweinefleisch, Käse, Fruchtsäfte, Schokolade und Wein. Eine deutliche Steigerung konnte im Vorjahr v.a. beim Schweinefleischexport verzeichnet werden.

Die Konsumentinnen und Konsumenten in Japan zeichnen sich durch eine hohe Kaufkraft und einen entsprechend hohen Anspruch an qualitativ hochwertige Produkte aus. Gefragt sind hochqualitative, gesunde und naturnah produzierte Lebensmittel genauso wie innovative Technologie im Umweltbereich, der Holzindustrie und Forstwirtschaft.

Ein herzhaftes „köstlich“ verbindet

Beim Showcase "Kulinarik und Lebensmittel aus Österreich - ein herzhaftes „köstlich“ verbindet" im Hotel Conrad Tokyo präsentierten rund 30 österreichische Firmen aus der Agrar- und Lebensmittelbranche sowie rund 70 Winzerinnen und Winzer ihre Produkte. Letztere wurden auch durch die japanischen Weinbotschafter vertreten. Organisiert wurde die Veranstaltung für japanische EinkäuferInnen und JournalistInnen von der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der Wirtschaftskammer gemeinsam mit der AgrarMarkt Austria und der Österreich Wein Marketing.

Zusätzlich zum Showcase organisierte der Wirtschaftsdelegierte in Tokio, Michael Otter und sein Team einen Kochworkshop für japanische JournalistInnen im Hotel Andaz in Tokio. Der gebürtige Salzburger Koch Gerhard Passrugger, der bereits in namhaften Hotels in London, Sydney, Hongkong und Shanghai arbeitete, hat sich zum Ziel gesetzt, "die Heimat nach Japan zu holen".

BSE Sperre für österreichische Rindfleischexporte soll fallen

Bei den Arbeitsgesprächen mit dem neuen japanischen Landwirtschaftsminister Hiroshi Moriyama und dem japanischen Gesundheitsminister Yasuhisa Shiozaki setzte sich BM Rupprechter für bessere Exportmöglichkeiten für österreichische Agrarprodukte, insbesondere für Rindfleisch und Äpfel, ein.

Österreich strebt die Aufhebung der seit 1999 geltenden BSE-Exportsperre für heimisches Rindfleisch an: Moriyama sagte eine rasche Prüfung der bereits übermittelten Veterinärzeugnisse durch die österreichische Veterinärbehörde (Bundesministerium für Gesundheit) zu.

Die Einfuhr von österreichischem Frischobst nach Japan ist derzeit aufgrund phytosanitärer Bestimmungen ebenfalls nicht möglich (Grund sind die in Österreich bzw. Europa auftretenden Schädlinge „Mediterranean fruit fly“ und „Codling moth).

Auch diese Beschränkung war Thema des Arbeitsgespräches mit den beiden Ministern.

Als direktes Follow-up dieses Gesprächs wurden bei einem Meeting von Wirtschaftsdelegiertem Otter im japanische Gesundheitsministerium die im Treffen diskutierten Unterlagen übergeben, die umgehend an das zuständige BMG weitergeleitet wurden.

Showcase "Forsttechnologie, Biomasse, Umwelttechnologie"

In Nagano fanden ein Kongress zum Thema "Forsttechnologie, Biomasse, Umwelttechnologie" mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Japan und Österreich statt sowie ein weiterer Showcase mit rund 35 österreichischen Firmen. Shuichi Abe, Gouverneur der Präfektur Nagano, der zuvor am 27. Oktober 2015 in Wien mit BM Rupprechter ein Memorandum of Understanding (MoU) für die Zusammenarbeit im Forstbereich unterzeichnet hatte, unterstrich die Vorreiterrolle Österreichs in den Bereichen erneuerbare Energien, Schutz vor Naturgefahren und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Klimaschutz und Anti-Atombewegung

Die UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 und die erneuerbaren Energien standen im Mittelpunkt eines Arbeitsgesprächs mit der neuen Umweltministerin Tamayo Marukawa. BM Rupprechter sprach seiner Amtskollegin eine Einladung nach Österreich aus, damit diese sich ein Bild vom hohen Anteil der erneuerbaren Energien in Österreich machen kann.

BM Rupprechter traf auch mit Vertreterinnen und Vertretern der japanischen Anti-Atombewegung zusammen. Obwohl die japanische Bevölkerung laut Umfragen mehrheitlich der Atomenergie gegenüber ablehnend eingestellt ist, wurden im August und Oktober dieses Jahres die ersten beiden Blöcke des Atomkraftwerks Sendai in der Stadt Satsumasendai in der Präfektur Kagoshima wieder in Betrieb genommen. BM Rupprechter hob auch hier die Bedeutung der erneuerbaren Energien hervor.

Seiner nachhaltigen Funktion als politischer Türöffner für österreichische Qualitätsprodukte aus den Bereichen Agrarprodukte & Lebensmittel, Umwelttechnologie sowie Forst- und Holzwirtschaft wurde BM Rupprechter mit seinem engagierte Arbeitsbesuch in Japan gerecht.

Veröffentlicht am 19.11.2015, Abteilung II/10 - Internationale Agrar- und Handelspolitik