Lebenswerte Regionen in Österreich

Heimat. Land. Lebenswert.

Jahresschwerpunkte

Logo Kampagne Heimat. Land. Lebenswert.

Die Stärken des Landes entwickeln

Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher leben im ländlichen Raum. Von der Kulinarik bis zum Tourismus ist Regionalität gefragt wie nie zuvor – trotzdem zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Der Zukunftsraum Land braucht Chancengerechtigkeit und neue Perspektiven.

Das BMLFUW setzt starke Impulse in den Bereichen Lebensraum-Sicherheit, Wasser, Forst, Klima und Umwelt. Doch den wichtigsten Beitrag können die Menschen vor Ort selbst leisten. Für einen lebendigen ländlichen Raum müssen alle an einem Strang ziehen: Bund, Länder, Gemeinden und vor allem die Bürgerinnen und Bürger. Der Regionalschwerpunkt 2017 bezieht alle mit ein.

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Persönlichkeiten im Interview

  • Carina Weinberger Carina Weinberger

    Die Menschen vernetzen

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    Carina Weinberger Carina Weinberger

    Die Menschen vernetzen

    Carina Weinberger versteht es, zu netzwerken. Als Technikerin bei A1 sorgt sie für den Breitbandausbau und eine digitale Infrastruktur am Land. Das Internet ist der Motor für den ländlichen Raum und sorgt für mehr Lebensqualität bei den Menschen.

    Was macht für Sie Heimat aus?
    Heimat ist für mich ganz einfach dort, wo man sich wohlfühlt. Dazu gehören Familie, Freunde und der Ort, an den man immer wieder gerne zurückkommt.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?
    Ich verbinde die Menschen mit der Welt – bringe sie ins World Wide Web, mache sie mobil – privat und beruflich. Ich sorge dafür, dass sie mit unserer Technologie ihre Kunden kontaktieren oder ihren Online Shop betreiben können. Ich vernetze die Bewohner in meiner Heimat, sodass sie miteinander kommunizieren können. Internet ist notwendig, damit die Tochter, die weit weg wohnt, mit ihren Eltern skypen kann. Da fühlt sich die Entfernung gleich weniger weit an. Breitbandausbau und Digitalisierung sind für mich außerdem eine Möglichkeit, dass Arbeit dort stattfinden kann, wo die Menschen wohnen.

    Welche Chancen bietet die Digitalisierung für den ländlichen Raum?
    Menschen bleiben an ihrem Wohnort, weniger Landflucht, Menschen können von zuhause arbeiten, weite Anfahrtswege entfallen, weniger Umweltbelastung, weniger Verkehr: All diese Vorteile bietet die Digitalisierung.

    Was brauchen junge Menschen, sodass für sie der ländliche Raum attraktiv wird und bleibt?
    Junge Menschen wohnen vor allem im ländlichen Raum, weil die Miet- und Lebenserhaltungskosten im Vergleich zur Stadt geringer sind. Damit es trotzdem die gleichen Voraussetzungen gibt, ist es wichtig, ein schnelles Internet zu haben. So haben junge Menschen im ländlichen Raum auch die gleichen Chancen wie in der Stadt – in Beruf, Freizeit und für ihre sozialen Kontakte.

  • Respekt und gegenseitige Wertschätzung

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    Manfred Zarfl Manfred Zarfl

    Respekt und gegenseitige Wertschätzung

    Das freiwillige Vereinswesen zählt zu den zentralen Stützen des ländlichen Raums – wie  das ehrenamtliche Engagement von pflichtbewussten Menschen wie Manfred Zarfl eindrucksvoll zeigt. Der 34jährige KFZ Technik Meister ist seit 22 Jahren für die Feuerwehr in Obdach tätig. Ihm ist wichtig, dass die Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Verantwortungsvoll miteinander leben – in einer Umgebung, die man sein zu Hause nennt.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Durch das tägliche „Miteinander“, die vielen persönlichen Kontakte, mit denen wir unsere Gemeinschaft formen.  Das gilt für den privaten Bereich genauso wie für den beruflichen, darum ist mir auch das ehrenamtliche Engagement so wichtig. Das freiwillige Vereinsleben am Land – meiner Meinung nach auch in den Städten – verbindet die Menschen durch gegenseitige Wertschätzung. Es ist ein wichtiger Bestandteil, um soziale Kontakte zu knüpfen und den Menschen in der Region das Gefühl zu geben, für Sie da zu sein.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Durch bedingungslosen gegenseitigen Respekt. Jede Region hat einzigartige Kompetenzen und verdient es, gewürdigt zu werden. Diese Vielfalt macht unser Land aus.

    Warum sind Sie zur freiwilligen Feuerwehr gegangen?

    Schon als kleiner Bub wollte ich immer zur Feuerwehr. Vor allem die Fahrzeuge finde ich sehr interessant, sie haben mir von klein auf imponiert. Schon mit 12 Jahren bin ich zur Feuerwehrjugend gekommen und möchte keine einzige Sekunde missen. Ich bin meiner Familie sehr dankbar, dass sie es mir ermöglicht, einen doch recht großen Teil meiner Freizeit bei der Feuerwehr zu verbringen. Es ist ein außergewöhnliches Gefühl, teil einer so tollen Kameradschaft  zu sein und dabei auch noch etwas Wertvolles für die Bevölkerung zu leisten.

  • Andrea Schwarzmann Andrea Schwarzmann

    Gemeinsam für D‘Hemat

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    Andrea Schwarzmann Andrea Schwarzmann

    Gemeinsam für D‘Hemat

    Die flächendeckende Bewirtschaftung der Berggebiete bewahrt die natürliche Vielfalt und schützt die Bevölkerung vor Naturgefahren. Landwirtin Andrea Schwarzmann betreibt einen Betrieb im Nebenerwerb in Vorarlberg. Beim Almausschank im Sommer bietet sie regionale Spezialitäten an, wie Almkäse und Alpbutter von ihren Milchkühen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist für mich dort, wo meine Wurzeln liegen und wo es mich immer wieder hinzieht – im vertrauten Umfeld, wo Körper, Geist und Seele auftanken können. Heimat ist ein Beziehungsgefüge, in dem gegenseitige Wertschätzung die Menschen aufbaut. Dort wo mein Leben Sinn und Qualität bekommt, dort spüre ich Heimat.

    Wie gestalten Sie durch ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    In meiner Heimat Großwalsertal in Vorarlberg nennt sich der Hof auch „ D`Hemat“. Dieses Lebensumfeld attraktiv zu erhalten, ist Kernpunkt unseres Bäuerinnen-Programmes. Unsere Bildungs-, Beratungs- und Vertretungsarbeit befähigt und motiviert, die Bäuerlichkeit zu leben, unternehmerisch zu denken und zu handeln sowie Verantwortung zu übernehmen.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Das Land braucht die Arbeitsplätze und die Infrastruktur der Stadt – die Stadt wiederum braucht den Erholungsraum und die Lebensmittel vom Land. Sie ergänzen sich gegenseitig, es gibt also eine starke Basis für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Regionale „Stadt-Land Kooperationen“ könnten für ein ausgewogenes Geben und Nehmen sorgen.

    Rund 40 Prozent aller Hofübernehmerinnen sind weiblich,  vor welchen besonderen Herausforderungen stehen diese Frauen?

    Dieser Umstand zeigt, dass die Frauen den Männern in der Betriebsführung um nichts nachstehen. Die Höfe müssen so organisiert werden, dass Familien- und Betriebsverantwortung gemeinsam zu bewältigen sind. Der hohe Anteil der Betriebsführerinnen muss sich in den agrarischen Organisationen und Gremien widerspiegeln. Auch dort sollte das partnerschaftliche Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit werden.

  • Die Sprache der Patienten sprechen

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    Alexander Moussa Alexander Moussa

    Die Sprache der Patienten sprechen

    Hohe Lebensqualität setzt eine gute Gesundheitsversorgung voraus. Landärzte wie Dr. Alexander Moussa stellen sicher, dass die Menschen aus der Region im Krankheitsfall optimal betreut werden. In seiner Ordination in Hartberg betreut er pro Tag bis zu 180 Personen. Die Vernetzung mit anderen Ärztinnen und Ärzten ist ihm besonders wichtig.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Der eigene Lebensraum, in dem man sich aus einem persönlichen Bedürfnis heraus sozial und nachhaltig engagiert. Heimat ist dort, wo man sich sicher und wohl fühlt – und langfristig den Lebensmittelpunkt für sich und seine Familie sieht.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Durch die gewissenhafte medizinische Betreuung der Bevölkerung, im Netzwerk mit Ärztekolleginnen und Ärztekollegen. Außerdem übernehme ich sanitätsbehördliche Tätigkeiten für meine Heimatgemeinde und bin auch im sozialen Bereich aktiv.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Ländliche Regionen brauchen eine gute Infrastruktur. Dazu zählen umfangreiche Bildungs- und Kulturangebote, Digitalisierung, weitreichende Verkehrsverbindungen und natürlich eine gesicherte 24/7 Gesundheitsversorgung.

    Wie beurteilen Sie als Allgemeinmediziner die Gesundheitsversorgung in Ländlichen Regionen?

    Angespannt, aber auch vieldimensional und unverzichtbar. Die Lebensgewohnheiten junger Ärztinnen und Ärzte wandeln sich, die Pensionierungswelle bringt Nachbesetzungsprobleme.  Wir brauchen dringend Maßnahmen, die unsere allgemeinmedizinischen Arbeitsbedingungen am Land attraktiver machen.

    Auf welche besonderen Patientenbedürfnisse muss sich ein Allgemeinmediziner im Ländlichen Raum einstellen?

    LandärztInnen müssen die Sprache ihrer Patienten sprechen und sollten deren Lebensumstände und familiäres Umfeld kennen.  Nur so ist eine effiziente Diagnostik und Therapie möglich. Wichtig ist auch, dass die regionalen Ärzte gut zusammenarbeiten und sich bezüglich Öffnungszeiten und Leistungsangebot abstimmen.

  • Franz Fischer Franz Fischer

    Mit Biomasse zur Energiewende

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    Franz Fischer Franz Fischer

    Mit Biomasse zur Energiewende

    Franz Fischer ist ein wahrer Energielieferant. Als Obmann des niederösterreichischen Waldverbandes und der Fernwärmegenossenschaft Raabs sorgt er für erneuerbare Energie und ein gesundes Ökosystem. Für ihn spielt Biomasse eine entscheidende Rolle, um die Energiewende am Land zu schaffen.

    Was macht Heimat für Sie aus?

    Heimat ist dort, wo man seinen Betrieb, seine Familie und seine Freunde hat, dort wo man sich am wohlsten fühlt. Die Wertschätzung für den Begriff Heimat sollte sowohl in der Gesellschaft als auch bei uns Land- und Forstwirten hoch gehalten werden.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Diese ist sehr vielfältig und meist mit den Themen Wald, Holz und erneuerbare Energie verbunden. Wir haben etwa im Jahr 1995 in Raabs eine Waldwirtschaftsgemeinschaft gegründet – anfangs mit 70 und mittlerweile mit 290 Mitgliedern. Unser Ziel ist es, die Waldbesitzer für die Bewirtschaftung ihrer Wälder zu sensibilisieren und zu unterstützen. Vor ca. 15 Jahren haben wir schlussendlich mitten in Raabs ein Biomasseheizwerk realisiert, das die Stadt mit erneuerbarer Energie aus der Region versorgt. Der Einsatz von Biomasse spielt meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle für die Energiewende am Land.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Ländliche Gebiete sind aus meiner Sicht beim Finanzausgleich benachteiligt. In strukturschwächere Regionen fließt wegen der geringeren Einwohnerzahl weniger Geld. Durch die Bewirtschaftung sind die Land- und Forstwirte wichtige Naturschützer und leisten einen erheblichen Beitrag zur Landschaftsgestaltung. Diese Leistungen müssen von der Allgemeinheit anerkannt und abgegolten werden.

    Welchen Stellenwert hat der Wald aus ökonomischer und aus ökologischer Sicht für einen lebenswerten ländlichen Raum?

    Ich denke, dass der Wald in den letzten Jahren sowohl aus ökonomischer aber auch aus ökologischer Sicht enorm an Bedeutung gewonnen hat und der Stellenwert des Waldes wird weiter steigen. Wirtschaftlich gesehen ist er mit seinem vielfältig einsetzbaren Rohstoff Holz der wichtigste Wirtschaftsfaktor in vielen ländlichen Regionen.

    In unserer Region haben die Menschen erkannt, dass sich durch sorgsames „enkeltaugliches“ Bewirtschaften unseres Waldes eine vielfache WIN-Situation ergibt.

    Man darf nicht nur darüber reden – sondern man muss es „vorleben“ – dann sind wir glaubwürdig und können positiv in die Zukunft schauen!

  • Josef Laier Josef Laier

    Heimat ist ein Gefühl

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    Josef Laier Josef Laier

    Heimat ist ein Gefühl

    Seit Generationen prägen bäuerliche Familienbetriebe Österreichs einzigartige Kulturlandschaft. Land- und Forstwirt Josef Laier bewirtschaftet mit seinen Eltern mehr als 60 Hektar Land. Er versteht sich in erster Linie als Forstwirt – 2012 wurde er zum besten Sportholzfäller Österreichs gekürt.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist dort, wo man mich versteht, wo ich sein kann, wer ich sein will. Das kann man überall auf der Welt – im Waldviertel, in der Tiroler Provinz oder auch in Buenos Aires. Denn Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl. Egal wo. Heimat entsteht aus der Fähigkeit, sich dort wohl zu fühlen, wo man ist. Wer das nicht kann, ist nie daheim – selbst wenn er seinen Geburtsort niemals verlassen hat.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Die nachhaltige Pflege unserer Kulturlandschaft schützt nicht nur die Natur, sie ist auch für den Tourismus von großer Bedeutung. Als Forstwirt ist mir die Kreislaufwirtschaft ein großes Anliegen. Heutzutage ist es unerlässlich, wertvolle Ressourcen effizient zu nutzen und langfristig zu schonen.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung brauchen wir klare Regeln, die eine faire und nachhaltige Entwicklung sicherstellen. Zu diesem Thema kann ich das Buch „Soziale Gerechtigkeit zwischen Fairness und Partizipation“ über die liberale Gerechtigkeitstheorie von John Rawls sehr empfehlen.

    Wo sehen Sie die größten Zukunftschancen für Österreichs Landwirtschaft – wohin sollte uns der Weg führen und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

    Die Menschen müssen verstehen, wie wichtig die Aufgaben der Land- und Forstwirtschaft sind. Wir versorgen die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln und stellen sicher, dass unsere Wälder ihre vielfältigen Funktionen auch weiterhin erfüllen können. Dazu brauchen wir allerdings den notwendigen Rückhalt – einen Schulterschluss von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

  • Heimat ist dort, wo das Herz zu Hause ist

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    Portraibild Nadine Schüller Nadine Schüller

    Heimat ist dort, wo das Herz zu Hause ist

    Österreichs Jungbäuerinnen und Jungbauern bringen frischen Wind in die heimische Landwirtschaft. Die aufstrebende Jungwinzerin Nadine Schüller führt gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester einen mehr als 40 Hektar großen Wein- und Ackerbaubetrieb. Sie wünscht sich, dass zukünftig noch mehr Menschen auf hochwertige Produkte zu fairen Preisen setzen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    „Heimat ist dort, wo das Herz zu Hause ist“ – und es gibt nichts Schöneres, als an diesem Ort auch sein tägliches Leben verbringen zu dürfen. An Pillersdorf, meinem Heimatort im Retzer Land, schätze ich den Weitblick, die Ruhe und die Ausgeglichenheit. Hier ist man umgeben von der Natur und kann wertvolle Lebensenergie schöpfen.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Als Jungbäuerin ist mir bewusst, welch große Verantwortung ich für unsere Heimat trage. Sowohl in der Landschaftsgestaltung als auch für den Erhalt wichtiger Traditionen.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Es ist wichtig, jeder Österreicherin und jedem Österreicher zu zeigen wie wertvoll und vielfältig unsere Heimat ist. Vor allem im Segment der Landwirtschaft ist es von großer Bedeutung, dass noch mehr Menschen bewusst auf heimische und hochwertige Produkte zu fairen Preisen setzen. Nur so können wir sicher sein, dass Stadt und Land in einem ausgewogenen und wertschätzenden Verhältnis stehen.

    Was braucht eine junge Hofübernehmerin, um ihren Betrieb erfolgreich in die Zukunft führen zu können?

    Leidenschaft, Zukunftsvisionen, Mut und Tatendrang. Für mich als Winzerin sind regionale Absatzmärkte besonders wichtig – wie regionale Vinotheken oder Veranstaltungen, die fast vergessene Traditionen und Bräuche wiederbeleben.

  • Das Leben am Land hat Qualität

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    Portraibild Stefanie Essl Stefanie Essl

    Das Leben am Land hat Qualität

    Engagierte Ärztinnen wie Stefanie Essl stellen sicher, dass die medizinische Versorgung am Land nichts zu wünschen übrig lässt. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Graz zog Frau Dr. Essl zurück in ihre Heimatgemeinde Passail, wo sie seit April 2016 eine eigene Praxis führt und fast 3000 Patientinnen und Patienten pro Quartal betreut. Sie hofft, dass sich mehr Menschen bewusst für das Leben am Land entscheiden.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Meiner Meinung nach ist Heimat jener Ort, der  uns durch sein räumliches und soziales Umfeld entscheidend prägt – wo man aufwächst, seine Wurzeln hat und sich zu Hause fühlt. Persönlich verbinde ich damit auch die Berge rund um Passail, auf denen ich einfach nur die Seele baumeln lassen kann.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Ich unterstütze die ärztliche Basisversorgung in einem weitläufigen Einzugsgebiet. In erster Linie arbeite ich in meiner Ordination und im Rahmen von Hausbesuchen, bin aber auch bei Schuluntersuchungen und der örtlichen Gesundheitsplattform involviert. Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich zusätzlich das Rote Kreuz zu unterstützen.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Eine moderne ländliche Infrastruktur, qualifizierte Bildungseinrichtungen und Kinderbetreuungsplätze können der zunehmenden Urbanisierung entgegenwirken. Doch das Leben am Land – inmitten der wunderschönen Natur – hat immer noch hohe Qualität. Das müssen wir den Menschen wieder vor Augen führen. Es sollte eine bewusste Entscheidung sein, am Land zu leben.

    Welche Vorzüge und welche Herausforderungen hat Ihre Tätigkeit als Landärztin?

    Man ist im Ort viel präsenter als in einer Stadt. Hier endet die Arbeit auch nach der Dienstzeit nicht. Das Schöne an der Allgemeinmedizin ist allerdings, dass die Dankbarkeit und Zufriedenheit der Patienten unmittelbar spürbar ist.

  • Potraitbild Hannes Neuhauser Hannes Neuhauser

    Wir wissen, was unser Dorf braucht

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    Potraitbild Hannes Neuhauser Hannes Neuhauser

    Wir wissen, was unser Dorf braucht

    Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wie Hannes Neuhauser kennen die individuellen Stärken und Schwächen ihrer Region genau. Seit sieben Jahren kümmert sich der Hotelier aus Brandenberg um die Bedürfnisse seiner Heimatgemeinde. Er ist überzeugt: Nur mit noch mehr Selbstbestimmungsrechten können sich die Regionen erfolgreich weiterentwickeln.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist jenes Umfeld, das mir meine Vorfahren übergeben haben, für das ich dankbar bin und das ich sorgsam weiterentwickle. Auch meine Nachkommen sollen stolz darauf sein und jenes Gefühl der Geborgenheit erleben dürfen, das ich an diesem besonderen Ort empfinde.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Gesundheit, Pflege, Familie und Soziales, Wirtschaft und Tourismus, Verkehr und Infrastruktur, Bildung und Sicherheit, Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Energie, Kultur und Brauchtum, Beruf und Freizeit: All das ist Teil meiner tagtäglichen Arbeit. Als Bürgermeister setze ich mich für eine „lebendige“ Heimat ein – dazu muss ich ein kompetenter und verständnisvoller Ansprechpartner für Alle sein.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Die Bürgermeister mit den Gemeinderäten und auch beratende Bürgerräte wissen selbst am besten, was ihr Dorf braucht und wie es sich erfolgreich weiterentwickeln kann. Wir brauchen dringend flexiblere Rahmenbedingungen bei der Raumordnung und im Gewerberecht. Mir ist wichtig: Der ländliche Raum darf nicht zu Naherholungsgebieten für die städtische Bevölkerung verkommen.

    Was sind die größten Herausforderungen für Sie als Bürgermeister?

    Es ist eine besondere Kunst, die Balance der Finanzen ausgewogen zu halten und die Gemeinde trotzdem zukunftsorientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln. Doch wenn die Bürger stolz auf ihre Gemeinde und ihre Heimat sind, ist dies das schönste Zeugnis, das man sich wünschen kann.

  • Brauchtum statt Smartphone

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    Portraitbild Marus Mayr Markus Mayr

    Brauchtum statt Smartphone

    Tradition und Brauchtum sind ein wichtiger Teil der österreichischen Identität. Markus Mayr ist Obmann der "Sturmlöda" – ein über 100 Jahre alter Kulturverein, der an die Geschichte der Tiroler Freiheitskämpfer unter Andreas Hofer erinnert. Der engagierte Bergbauer legt großen Wert darauf, das rasante Tempo der heutigen Zeit ins Gleichgewicht zu bringen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    In einem sicheren, stabilen, friedlichen Land zu leben und diese Heimat in verschiedenster Weise mitzugestalten. Auch ein lebendiges Miteinander – das Vereinsleben, Veranstaltungen und Feste – hat dabei einen hohen Stellenwert. Wenn man die täglichen Bilder und Berichte in den Medien verfolgt, kann man sich glücklich schätzen, dieses Land als Heimat zu haben.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Ich bewirtschafte einen Bergbauernhof, pflege die jahrhundertealte Kulturlandschaft und trage so dazu bei, das unverkennbare Gesicht unseres Landes zu prägen. Unzählige Touristen finden hier Erholung  und sichern einen guten Teil unseres Wohlstands.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Das ist eine schwierige Frage – vielleicht durch steuerliche Begünstigungen und Verbesserungen im öffentlichen Verkehr. Man muss jedenfalls verhindern, dass die jungen Leute abwandern. Außerdem sollte nicht immer alles von "oben" diktiert werden – der Mensch im Ort weiß meistens am besten, was wichtig ist und was nicht.

    Welche Bedeutung spielt Tradition und Brauchtum in Ihrem Leben

    In meinem Leben spielen Traditionen und Brauchtum eine sehr große Rolle: Dialekt, authentische Musik oder alte Handwerkstechniken und Bräuche, die nicht kommerzialisiert oder touristisch ausgeschlachtet werden. Ich frage mich manchmal, ob unserer schnelllebigen Internet-Smartphone Zeit nicht auch ein wenig Rückbesinnung gut täte.

  • Reinhold Baumschlager Reinhold Baumschlager

    Regionalität als Schlüssel zum Erfolg

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    Reinhold Baumschlager Reinhold Baumschlager

    Regionalität als Schlüssel zum Erfolg

    Die flächendeckende und kleinstrukturierte Landwirtschaft durch Österreichs Bäuerinnen und Bauern garantiert Ernährungssicherheit und Lebensmittelvielfalt. Reinhold Baumschlager ist Landhotelier in Oberösterreich und zählt hochwertige regionale Produkte zu seinem Erfolgsrezept.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat bedeutet für mich die Absicherung durch Nahversorger, eine ausreichende medizinische Versorgung, eine gute Infrastruktur, Einrichtungen zur Aus- und Weiterbildung und eine Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Als Landhotelier biete ich 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze. Außerdem setze ich auf regionale Produkte und unterstütze dadurch die Produzentinnen und Produzenten der Region. Schlierbacher Geflügel, Enten und Weidegänse, Fischprodukte vom Genusslandproduzenten Jagerbauer und regionales Wild-, Rind-, Kalb- und Schweinefleisch stehen beispielsweise bei mir auf der Speisekarte.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    „Wirt-Sein“ muss wieder attraktiver gemacht werden. Nur so können die Ortszentren auch nachhaltig mit gastronomischen Leistungen versorgt werden und attraktiver Lebensraum bleiben. Denn stirbt der Wirt, stirbt auch der Ort. Dazu gehört vor allem ein Bürokratieabbau, von der Betriebsanlagengenehmigung bis zur Lehrlingsausbildung.

    Welche Bedeutung messen Sie der Regionalität im gastronomischen Bereich zu?

    Regionalität spielt im gastronomischen Bereich eine sehr große Rolle. Durch die kurzen Lieferwege vermeidet man CO2, unterstützt Betriebe in der Region und weiß genau, woher die Produkte kommen. „Eine Hand wäscht die andere“ – bist Du Kunde von mir, bin ich Kunde von Dir – eine positive Lieferantenbeziehung aufbauen.

  • Friederike Pirringer Friederike Pirringer

    Soziales Engagement für Menschen in Not

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    Friederike Pirringer Friederike Pirringer

    Soziales Engagement für Menschen in Not

    Sie sind da, wenn andere Menschen in Not sind. Die über 70.000 Freiwilligen, die sich „Aus Liebe zum Menschen“ für das Rote Kreuz engagieren. Friederike Pirringer ist als Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland eine von ihnen. Durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement und ihre Beratungstätigkeiten bei den Bäuerinnen und der Landjugend kennt sie die Herausforderungen am Land.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist für mich ein ganz besonderer Ort mit einem hohen Stellenwert. Ein Ort, an dem ich mich wohlfühlen und entspannen kann. Andererseits macht Heimat für mich auch einen Ort aus, an dem man sich sicher und angenommen fühlt.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Während meiner Zeit als Direktorin an einer landwirtschaftlichen Fachschule entwickelte ich mit meinem Team zahlreiche Projekte für den ländlichen Raum, arbeitete mit den Bäuerinnen und der Landjugend. Seit 2007 engagiere ich mich beim Roten Kreuz und kann dadurch soziale Projekte unterstützen und Menschen helfen.

    Warum engagieren Sie sich beim Roten Kreuz?

    Die Aufgaben und Herausforderungen sind unglaublich vielfältig und interessant. Es ist mir ein Anliegen, um nicht zu sagen ein Bedürfnis, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen.

    Was leistet das Rote Kreuz für Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Regionen?

    Allein im Rettungs- und Sanitätsdienst wurden im Burgenland 2015 mehr als 3,1 Millionen Kilometer bei rund 80.000 Einsätzen zurückgelegt. Aber auch andere gesellschaftlich wichtige Bereiche werden durch Projekte, wie z.B. Lesepaten, Team Österreich Tafel, Seniorentageszentren und vieles mehr unterstützt.

    Was braucht das Rote Kreuz, um zukunftsfähig zu sein und alle seine Aufgaben zu erfüllen?

    Neben rechtlich fairen Rahmenbedingungen benötigen wir Anerkennung und Wertschätzung unserer umfangreichen Leistungen. Die passenden rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen helfen uns dabei, dass wir auch in Zukunft andere Menschen unterstützen können.

  • Clemens Horacek Clemens Horacek

    Sonnenenergie für ganz Österreich

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    Clemens Horacek Clemens Horacek

    Sonnenenergie für ganz Österreich

    Investitionen in erneuerbare Energien schonen nicht nur die Umwelt, sie sind auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.  Clemens Horacek versorgt die Bevölkerung mit sauberer Energie aus Österreich und schafft innovative green jobs in seiner Region. Der erfolgreiche Solarunternehmer beschäftigt mittlerweile rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Was macht für Sie Heimat aus?   

    Heimat ist für mich nicht eine Stadt oder eine Region. Heimat ist für mich das Land Österreich – das gute Gefühl, wenn man nach einer Auslandsreise wieder zurückkommt. Ich verbinde damit auch die Vertrautheit mit der Umgebung und die Nähe zur Familie.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Unsere Vision ist es, die Sonnenenergie für alle Österreicher nutzbar zu machen. Das ist unser oberstes Ziel, daran arbeiten wir mit voller Kraft. DIE SOLARier verbreitet erneuerbare Energien und trägt so dazu bei, unsere Umwelt so lebenswert zu erhalten. Außerdem wird Österreich dadurch unabhängiger von externen Öl- und Gas-Lieferanten.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Jeder Mensch sollte sich frei entscheiden können, wo er leben und arbeiten will. Dazu braucht es moderne Infrastruktur und intelligente Mobilitätslösungen. Cluster-Modelle sind ebenfalls ein geeignetes Mittel, um Arbeitsplätze am Land zu schaffen und somit den alltäglichen Berufsverkehr zu reduzieren. Darüber hinaus bleibt auch die Kaufkraft in den Gemeinden erhalten.

    Was braucht ein Unternehmer um am Land erfolgreich zu sein?

    Neben einem guten Netzwerk in der Region sind die richtigen Mitarbeiter sicherlich ein Schlüsselfaktor. Oft scheint es, als gäbe es so etwas wie ein Pendler-Gen. Der Großvater ist gependelt, der Vater ist gependelt, also wird auch der Sohn pendeln. Dieses Muster gilt es zu durchbrechen – dazu müssen die Menschen davon überzeugt werden, dass ein Betrieb am Land auch viele Vorteile hat.

  • Martina Gelbmann Martina Gelbmann

    Regionale Produkte seit 114 Jahren

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    Martina Gelbmann Martina Gelbmann

    Regionale Produkte seit 114 Jahren

    Gesunde, hochwertige und leistbare Lebensmittel sind keine Selbstverständlichkeit. ADEG-Kauffrau Martina Gelbmann setzt verstärkt auf Produkte ihrer Region – wie zum Beispiel Wein und Bioschafskäse aus der Umgebung. Ihr Betrieb existiert seit 1903 und wurde anfangs als Gemischtwarengeschäft geführt.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist für mich in erster Linie die Familie, aber auch Freunde, Geselligkeit und das Dorfleben. Allgemein verstehe ich unter Heimat den Ort, an dem man sich wohl fühlt und an dem man gern sein Leben verbringen möchte.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Wir versorgen die Menschen mit all den Dingen, die man zum täglichen Leben braucht. Ich achte darauf, möglichst viele regionale Produkte in unser Sortiment aufzunehmen – so bleibt die Wertschöpfung in der Region. Außerdem schaffen wir Arbeitsplätze im Ort und unterstützen unsere Vereine sowie soziale Projekte. 

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Vor allem muss gegenseitige Wertschätzung vorhanden sein. Was wären unsere Städte ohne die wunderschönen Regionen, und umgekehrt, was wäre Österreich ohne unsere Städte. Der ländliche Raum sollte mit besserer Infrastruktur ausgestattet werden, damit die Bevölkerung in der Region bleibt und die Kaufkraft nicht so stark abfließt. Darum achten wir wie gesagt darauf, unsere Kundinnen und Kunden speziell auf regionale Produkte aufmerksam zu machen, zum Beispiel durch gute Platzierung im Regal und Werbung.

    Vor welche Herausforderungen fühlen Sie sich als ländlicher Nahversorger gestellt?

    Als selbständige Nahversorger müssen wir so arbeiten, dass wir unseren Kunden besondere Leistungen bieten zusätzlich zum erwarteten Standardangebot   und Gewinne verzeichnen, um in wichtige Erneuerungen investieren zu können. Damit bieten wir ein Konzept, das funktioniert - immerhin gibt es uns schon seit 114 Jahren.

  • Alfred Altersberger Alfred Altersberger

    Vom Wissen zum Tun

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    Alfred Altersberger Alfred Altersberger

    Vom Wissen zum Tun

    Der ländliche Raum lebt vom Engagement seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Alfred Altersberger hat gleich zwei Ämter inne: Zum einen ist er Bürgermeister der Marktgemeinde Nötsch, zum anderen ist er Landesschulinspektor für die Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen Kärntens. Insgesamt betreut er 1313 Schülerinnen und Schüler.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat ist für mich Sicherheit, Vertrauen und Zufriedenheit. Die Heimat verankert uns in unserer Region und gibt uns die Möglichkeit, diese zu schützen und zu entwickeln.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Ich habe in meinen Funktionen die Möglichkeit, gleich mehrere Bereiche aktiv mitzugestalten – wie zum Beispiel Bildung, Leistungsbereitschaft, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.  Als Landesschulinspektor lautet mein Motto „Vom Wissen zum Tun“. Das theoretisch gelernte soll auch praktisch umgesetzt werden können.

    Wie kann Ihrer Ansicht nach wirtschaftliche und soziale Fairness zwischen Land und Stadt sichergestellt werden?

    Hausverstand und positives Denken sind die Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung unserer Gesellschaft. Die Fairness zwischen Land und Stadt kann nur durch eine gerechte Verteilung der Finanzmittel sichergestellt werden.  Die ländlichen Regionen kämpfen mit der Abwanderung und mit den steigenden Infrastrukturkosten. Hier braucht es ein Umdenken, damit wir unsere Wirtschaftsbereiche am Land weiterentwickeln können.

    Welche Bedeutung hat Bildung für den Ländlichen Raum und zukunftsfähige Dorfstrukturen?

    Bildung ist der Schlüssel in die Zukunft. Nur Menschen, die interessiert und wissbegierig sind, können zukunftsfähige Dorfstrukturen  erhalten und den ländlichen Raum prägen. Unsere Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen sind dabei besonders wichtig. Wissbegierige Menschen, die sich für die Ernährung der Bevölkerung und die Pflege unseres Lebensraumes entschieden haben, verdienen eine erstklassige Ausbildung.

  • Gebhard Neumayr Gebhard Neumayr

    Sicher leben mit Naturgefahren

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    Gebhard Neumayr Gebhard Neumayr

    Sicher leben mit Naturgefahren

    Gebhard Neumayr macht das Leben am Land mit modernen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen sicherer. Als Obmann der Gebietsbauleitung Pinzgau, eines der größten Gebiete Salzburgs, schützt er die Menschen vor Lawinen und Wildbächen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Heimat bedeutet für mich, sich wohlzufühlen und verwurzelt zu sein. Es heißt für mich aber auch Gemeinschaft, Tradition und Sicherheit.

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Der Schutz der Menschen vor Naturgefahren ist im Pinzgau ein zentrales Thema, denn wir haben nur begrenzte Möglichkeiten für einen sicheren Lebensraum. So schön es bei uns ist, so gefährlich kann es auch rasch bei Naturereignissen werden. Wegen der Geologie und der ausgeprägten Gewitterstraßen kommt es oft zu Naturereignissen, wie etwa Hochwässern, Muren, Lawinen oder Steinschlag. Ohne Schutzmaßnahmen unserer Wildbach- und Lawinenverbauung wäre ein Großteil der Siedlungen massiv gefährdet.

    Welche Maßnahmen setzt die Wildbach- und Lawinenverbauung aktuell, um die Bewohnerinnen und Bewohner des Ländlichen Raumes vor Naturgefahren zu schützen?

    Wir betreuen pro Jahr alleine in der Region Pinzgau etwa 110 Projekte und investieren Millionen in den Schutz vor Naturgefahren. Neben der Umsetzung von Schutzmaßnahmen wirken wir bei Bauverfahren als Sachverständiger zur Schadensvermeidung wesentlich mit. Dazu gehört die ständige Aktualisierung unserer Gefahrenzonenpläne. Damit können wir sicherstellen, dass in massiv gefährdeten Bereichen keine neuen Wohnobjekte entstehen.

    Was empfinden Sie als größte Herausforderungen in Ihrer Tätigkeit?

    In der Wildbach- und Lawinenverbauung ist es wichtig, sich ständig weiterzuentwickeln und an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen. Dazu sind unsere Strategieprozesse wesentlich. Außerdem müssen wir unser einzigartiges System mit den Wildbachwassergenossenschaften erhalten und ausbauen.

  • Christian Stromberger Christian Stromberger

    Den Menschen das Heimatgefühl geben

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    Christian Stromberger Christian Stromberger

    Den Menschen das Heimatgefühl geben

    Christian Stromberger lässt die Kirche sprichwörtlich im Dorf. Er leitet als Pfarrer dreier Pfarrkirchen nicht nur das Stift St. Georgen am Längsee, sondern hat seine Berufung als Polizeiseelsorger der Miliz des Österreichischen Bundesheers gefunden. Besonders wichtig ist ihm, Polarisierungen und soziales Ungleichgewicht auszugleichen.

    Was macht für Sie Heimat aus?

    Einerseits der geographische Ort, an dem ich zuhause bin. Andererseits bedeutet es für mich auch die Menschen, bei  denen ich mich geborgen und beheimatet fühle. Heimat ist aber auch das Daheimsein in mir selbst. Es sollte nicht so sein, wie Karl Valentin einmal gesagt hat: „Heute kehre ich bei mir ein, hoffentlich bin ich zuhause?“

    Wie gestalten Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit die Heimat?

    Ich versuche in meinen drei Pfarren mit meinen Mitarbeiterinnen Menschen zu begleiten, die mit uns unterwegs sind. Das Kirchenjahr gibt uns eine rhythmische Kultur des Feierns vor. Feste und Feiern stiften Gemeinschaft und fördern das Heimatgefühl. Die Taufen, Trauungen und vielen Formen des Abschieds führen dazu, dass sich Menschen an besonderen Orten gebunden fühlen und damit auch Heimat erleben.

    Das Stift St. Georgen feierte im Jahr 2003 sein 1000-jähriges Bestehen. Welche Bedeutung hat es heute für die Region?

    Das Stift St. Georgen ist Bildungshaus, Seminarzentrum und Tourismusbetrieb. Als Bildungshaus bieten wir Veranstaltungen für ein gutes und gelingendes Leben an. Unser ethischer Schwerpunkt hinterfragt wirtschaftliche und soziale Konzepte und bietet Lösungsstrategien. Als Seminarzentrum nutzen Firmen und Organisationen aus unserer Region unsere  Infrastruktur.  Als Tourismusbetrieb  bieten wir besonders in den Sommermonaten für viele treue Gäste Erholung. Somit wird der Urlaubsort ihre zweite Heimat.

    Welchen Beitrag kann die Kirche für den sozialen Zusammenhalt im Ländlichen Raum leisten?

    Kirchen bemühen sich, Polarisierungen und soziales Ungleichgewicht auszugleichen. Wir schauen besonders dorthin, wo sich materielle und psychische Mangelsituationen ergeben und können zur  Hilfe motivieren. Der christliche Glaube ermöglicht ein anderes Hinschauen auf die Welt und ist vom Lebensstil nachhaltig, da wir zur Bescheidenheit, Besonnenheit und Solidarität ermutigen.

maps.bmlfuw.gv.at

Entdecken Sie Projekte in Ihrer Gemeinde

Kategorie Wasser & Wald
Tirol

Der große Ahornboden: Grünlandnutzung unter Natura 2000

Das Programm für Ländliche Entwicklung unterstützt die verantwortungsbewusste Bewirtschaftung naturbelassener Bergregionen. Naturschutz, sensible wirtschaftliche Nutzung und sanfter Tourismus gehen dabei Hand in Hand.

Außergewöhnliche und bildstarke Luftaufnahmen über den Großen Ahornboden im Karwendelgebirge zeigen, dass diese Strategie von Erfolg gekrönt ist. Lassen auch Sie sich von den eindrucksvollen Aufnahmen des renommierten Dokumentarfilmers Georg Riha (Universum), gesprochen von Peter Simonischek überzeugen.
Kategorie Erholung & Genuss
Steiermark

Die Riegersburg: Regionalentwicklung mit LEADER

Das LEADER-Programm der Europäischen Union schreibt den Menschen vor Ort nicht vor, was das Beste für sie ist – es vertraut auf ihre Erfahrung und fördert ihr Engagement. So funktioniert Entwicklung „von unten hinauf“.

Außergewöhnliche und bildstarke Luftaufnahmen über die Riegersburg und das „Vulkanland“ zeigen, dass diese Strategie von Erfolg gekrönt ist. Lassen auch Sie sich von den eindrucksvollen Aufnahmen des renommierten Dokumentarfilmers Georg Riha (Universum), gesprochen von Peter Simonischek überzeugen.
Kategorie Landwirtschaft & Lebensmittel
Niederösterreich

Das Weinviertel: Die Biostrategie der österreichischen

Das Programm für Ländliche Entwicklung stellt sicher, dass Österreich Europas Bioland Nr. 1 bleibt. Schon 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche werden ohne Pestizide, synthetische Düngemittel und frei von Gentechnik bewirtschaftet.

Außergewöhnliche und bildstarke Luftaufnahmen über die malerische Landschaft des Weinviertels zeigen, dass diese Strategie von Erfolg gekrönt ist. Lassen auch Sie sich von den eindrucksvollen Aufnahmen des renommierten Dokumentarfilmers Georg Riha (Universum), gesprochen von Peter Simonischek überzeugen.
Kategorie Landwirtschaft & Lebensmittel
Wien

Nussdorf: Stadtlandwirtschaft und die Ländliche Entwicklung

Das Programm für Ländliche Entwicklung unterstützt eine umweltschonende Produktion und zukunftsorientierte Qualitätsstrategien. So können sogar in der Millionenmetropole Wien ganze 16 Prozent der Stadtfläche landwirtschaftlich genutzt werden.

Außergewöhnliche und bildstarke Luftaufnahmen über die Weingärten am Wiener Stadtrand zeigen, dass diese Strategie von Erfolg gekrönt ist. Lassen auch Sie sich von den eindrucksvollen Aufnahmen des renommierten Dokumentarfilmers Georg Riha (Universum), gesprochen von Peter Simonischek überzeugen.
Kategorie Preise & Auszeichnungen
Harder Dorfbach
Vorarlberg

Neptun Wasserpreis – Harder Dorfbach

Die Renaturierung des Harder Dorfbachs verbessert deutlich den ökologischen Zustand des Gewässers und der damit zusammenhängenden Ökosysteme im Umland. Mit dem neu angelegten Fußweg wurde auch auf die Zugänglichkeit für die Bevölkerung besonders Wert gelegt.
Kategorie Bildung & Forschung
Minister Ruprechter umringt von Schülerinnen und Schülern
Österreichweit

Generation Blue

Der Umgang mit unserer wichtigsten Naturressource verlangt Verantwortung, Schutz und nachhaltigen Umgang. Voraussetzung dafür sind Verständnis, Bewusstsein und Wissen. Generation Blue bietet den Jugendlichen über innovative Projekte und Kommunikationsmittel die Möglichkeit, sich umfassend über das gesamte Fachspektrum Wasser zu informieren.
Kategorie Klima & Energie
Photovoltaikanlage am Land mit Logo von klimaaktiv und e5
Österreichweit

Klimaaktive e5-Gemeinden

Klimaaktive e5-Gemeinden sind Vorreiter-Gemeinden hinsichtlich Energie- und Kimaschutz. Durch die Implementierung zahlreicher Energieeffizienz steigernder Maßnahmen können Gemeinden mit bis zu 5 „e“ ausgezeichnet werden (vergleichbar mit Hauben in der Gastronomie). Dabei profitieren sie von einem kompetenten Beratungsangebot sowie dem aktiven Erfahrungsaustausch mit anderen e5-Gemeinden.
Kategorie Schutz & Vorsorge
Männer auf einem Steilhang im Gebirge im Vordergrund. Im Hintergrund wird ein großer Schutzzaun von einem Kran herabgelassen. Im Hintergrund Nebelschwaden.
Tirol

Flächenwirtschaftliche Maßnahmen Absamer Vorberg

Ein katastrophaler Waldbrand im Frühjahr 2014 zerstörte rund 100 Hektar Schutzwald, Aufforstungsflächen und Schutzbauwerke. Durch die Anbruchverbauung, der Errichtung von Gleitschneeböcken und die Sicherung der Erosionsgräben, soll der Siedlungsraum der Gemeinde Absam (Bereich Kaserne, Wohnhäuser, Bauernhöfe etc.) geschützt werden.
Kategorie Wasser & Wald
Ersatzstollen Neubrucker Lehnenstollen
Wien

Ersatzstollen Neubrucker Lehnenstollen

Im Bereich Neubruck verlief die II. Wiener HQL in einem geologisch labilen Rutschhang. Um diese Gefahrenzone zu umgehen wurde ein Ersatzstollen durch standfestes Gebirge getrieben. Mit Erreichen des bestehenden Leitungskanals wurde der Sprengvortrieb beendet und Untertage eine Kaverne für den späteren Umschluss hergestellt. Danach konnte mit dem Ausbau der Innenschale im Ersatzstollen begonnen werden. Nach Fertigstellung der Betoninnenschale wurde der Ersatzstollen in Betrieb genommen.

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