TTIP - EU und USA verhandeln Freihandelsabkommen

Seit 2013 haben herausfordernde Verhandlungen zwischen der EU und den USA über ein umfassendes Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership - TTIP) stattgefunden.

Es wurden bis Oktober 2016 15 Verhandlungsrunden abgehalten. Im Landwirtschaftsbereich lagen trotz intensiver Verhandlungen keine finalen Ergebnisse vor, nur Positionen der Verhandlungspartner (auch in den sog. „konsolidierten“ Texten in den Leseräumen). Aufgrund der politischen Entwicklungen in den USA kamen die Verhandlungen ins Stocken. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat daher den künftigen US-Präsidenten Donald Trump aufgefordert, möglichst schnell Klarheit über seine politischen Ziele zu schaffen, um zu wissen wie es mit der globalen Handelspolitik weitergeht.

Für einen Abschluss des transatlantischen Handelsabkommens TTIP sieht Juncker für die nächsten zwei Jahre keine Möglichkeiten mehr.

Warum wurde verhandelt?

Durch ein Freihandelsabkommen entstünde ein riesiger Wirtschaftsraum mit mehr als 800 Millionen Verbrauchern. Zusammen haben die EU und USA fast die Hälfte des Welt-GDP und 30 % des Welthandels. Ziel des Abkommen ist es, Handel und Investitionen zwischen der EU und den USA zu steigern, indem das unerschlossene Potential eines echten transatlantischen Marktes verwirklicht wird. Daraus sollen sich neue wirtschaftliche Möglichkeiten für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum durch verbesserten Markzugang und gegenseitige Anerkennung von Standards ergeben. Ein gemeinsames Abkommen hat auch hohe Auswirkungen auf den Welthandel insgesamt und beeinflusst die Regeln für den künftigen internationalen Handel erheblich. Würden hohe Sozial-, Umwelt- und Arbeitsnormen vereinbart, so hätte dies auch entsprechend positive Auswirkungen auf das multilaterale Handelssystem und auf zukünftige Regeln anderer Handelspartner.

 

Veröffentlicht am 19.12.2016, Abteilung II/10 - Internationale Agrar- und Handelspolitik