Welternährungstag betonte zentrale Rolle der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel

 

Der heurige Welternährungstag der Vereinten Nationen am 16. Oktober – dem Gründungstag der FAO im Jahre 1946 – stand unter dem Motto: „Climate is changing – Food and Agriculture must too“. Zahlreiche Organisationen, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen gedachten an diesem Tag den aktuellen Problemen der Welternährung.

Im Kontext mit dem im Vorjahr beschlossenen Pariser Abkommen zur Reduktion der weltweiten Treibhausgase und der von der UN-Generalversammlung angenommenen Agenda 2030 mit dem Ziel der weltweiten Bekämpfung von Hunger bis zum Jahre 2030 wurden damit die Wechselwirkungen zwischen dem Weltklima und der globalen Nahrungsmittelerzeugung ins Zentrum der Betrachtungen gestellt. Klimatische Veränderungen mit den prognostizierten Folgen in Form von häufigeren Dürren, Überschwemmungen, Hagelschlägen und Ernteausfällen beeinflussen die Erzeugungsbedingungen der Produzentinnen und Produzenten – viele von ihnen Kleinbauern - massiv. Trotzdem ist die weltweite Landwirtschaft gefordert, angesichts einer Bevölkerungszunahme von bis zu 9,7 Milliarden im Jahre 2050 die landwirtschaftliche Produktionsmenge durch geeignete Gegenstrategien um bis zu 60 % zu erhöhen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen verringerte Hektarerträge bei Mais, Weizen, Reis und Soja von 10 bis 50 %. Ziel einer „climate-smart agriculture“ muss daher sein, eine nachhaltige Steigerung der Produktion und Einkommen zu erreichen, die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhöhen und die Emission von Treibhausgasen zu verringern.

Erfolge und Herausforderungen

Laut dem letzten FAO Welthungerbericht 2015 leiden derzeit ca. 795 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung. Im Vergleich dazu stellte die FAO um die Jahrtausendwende noch eine knappe Milliarde fest. Die Erfolge im Kampf gegen die Unterernährung sind aber regional uneinheitlich. Problemgebiete bleiben die Regionen Süd-Sahara sowie Südasien. Erfolge waren zum Beispiel in China, Indien oder Lateinamerika zu verzeichnen. Neben naturbedingten Katastrophen spielen in den heutigen Problemregionen des Öfteren kriegerische Konflikte eine Rolle, die die Zivilbevölkerung mit einem Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Versorgung oder zumindest unbezahlbaren steigenden Preisen konfrontieren. Als Beispiel wären hier aktuell Syrien oder Süd Sudan zu nennen.

BMLFUW leistet internationale Nahrungsmittelhilfe für akut Betroffene

Das BMLFUW stellt im Rahmen der österreichischen Mitgliedschaft in der internationalen Ernährungshilfekonvention, BGBl. III Nr. 41/2013, einen regelmäßigen Betrag für akute Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung, die von den jeweils bestgeeigneten Hilfsorganisationen durchgeführt wird. So hat das BMLFUW heuer bereits 5,7 Millionen Euro dem UN-Welternährungsprogramm zur Unterstützung der Bevölkerung in Syrien sowie 2015 weitere 5 Millionen Euro zur Unterstützung der hauptsächlich syrischen Flüchtlinge in den Camps rund um Syrien (Libanon, Jordanien, Ägypten und Türkei) bereitgestellt. Ergänzt wurde diese Hilfe durch Beiträge für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes zu Gunsten von Projekten im Süd Sudan und Äthiopien. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem BMEIA und der Österreichischen Entwicklungshilfeagentur ADA ist sichergestellt, dass sich die Nahrungsmittelhilfe des BMLFUW in eine kohärente gesamtösterreichische Strategie im Bereich der humanitären Hilfe einfügt.

FAO: Festakt sowie Evaluierung des Milan Urban Food Policy Paktes

Die FAO beging den Welternährungstag heuer am 14. Oktober mit einem großen Festakt in Rom, an dem neben Generaldirektor Jose Graziano da Silva und den UN-Chefs von WFP und IFAD weitere prominente Redner und Rednerinnen anwesend waren. Darüber hinaus richtete auch seine Heiligkeit Papst Franziskus, der sich regelmäßig engagiert zum Welthungerproblem äußert, eine Grußbotschaft an das Auditorium. Am Nachmittag desselben Tages wiederum versammelten sich zahlreiche Bürgermeister und Bürgermeisterinnen von Städten, die 2015 im Rahmen der Expo 2015 den "Milan Urban Food Policy Pact" unterzeichnet haben, und berichteten über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung.

Veröffentlicht am 17.10.2016, II 10 - Internationale Agrar- und Handelspolitik

Kontakt

MR Ing. Jürgen Drexler Abteilung II 10 - Internationale Agrar- und Handelspolitik

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