ÖPUL 2015 – das Agrar-Umweltprogramm bis 2020

Umweltschonende Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen durch Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft.

Wofür ÖPUL steht

Mit dem Agrarumweltprogramm, dem Österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL), wird eine umweltschonende Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen unterstützt. Bereits 1995 hat Österreich einen Ansatz gewählt, der ein horizontales und integrales nationales Agrarumweltprogramm mit breit gestreuten Maßnahmen anbietet. Damit wird die weitgehend flächendeckende Teilnahme der österreichischen Landwirtschaft verfolgt.

Rechtliche Basis ist eine nationale Sonderrichtlinie im Wege der Privatwirtschaftsverwaltung. In dieser sind die allgemeinen und maßnahmenspezifischen Förderungsvoraussetzungen festgelegt.

ÖPUL 2015: das Agrarumweltprogramm bis 2020

Das Agrarumweltprogramm ÖPUL 2015 ist Teil des österreichischen Programms für Ländliche Entwicklung 2014 bis 2020 (LE 14-20). Als ein zentrales Instrument der Agrarpolitik und regionalen Entwicklung in Österreich ist das ÖPUL 2015 seit 1995 bereits das fünfte Agrarumweltprogramm. Von den zahlreichen Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung LE 14-20 werden die folgenden vier mit dem ÖPUL 2015 umgesetzt: Agrarumwelt- und Klimamaßnahme, die Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise, die Tierschutzmaßnahmen und die Maßnahme Bewirtschaftung von Natura 2000-Flächen.

In Summe bietet das ÖPUL 2015 ab 2017 dreiundzwanzig Maßnahmen an, die überwiegend in allen neun Bundesländern angeboten werden. Damit ist die freiwillige Teilnahme grundsätzlich für jedem landwirtschaftlichen Betrieb in Österreich möglich – unter der Bedingung, dass die Einstiegsvoraussetzungen gegeben sind und Förderverpflichtungen eingehalten werden.

Finanziert wird das ÖPUL 2015 zu ca. 50% aus EU-Mitteln und zu ca. 50% aus nationalen Mitteln. Der nationale Anteil wird zwischen Bund und Ländern im Verhältnis 60 zu 40 aufgeteilt. Für das ÖPUL 2015 sind jährlich in Summe 438,3 Mio. Euro (Durchschnitt 2015-20) vorgesehen, davon 112 Mio. Euro pro Jahr allein für die Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise. Damit wird wie bereits im Vorgängerprogramm ÖPUL 2007 das Ziel einer flächendeckenden Ökologisierung und der flächendeckende Ansatz für Ackerland, Grünland und Dauerkulturen verfolgt.

Ziele des ÖPUL 2015

Die heimische Landwirtschaft ist gegenwärtig zwischen den beiden Polen einer wettbewerbsfähigen Produktion auf globalisierten Agrarmärkten und den Anforderungen der Gesellschaft an eine ökologisch nachhaltige Produktion in Österreich aufgespannt. In Einklang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union liegt der Fokus der österreichischen Agrarpolitik darauf, die ökologischen Leistungen der Landwirtschaft langfristig zu sichern. Die Maßnahmen des ÖPUL verfolgen dabei das Ziel, den beiden zentralen Trends in der österreichischen Landbewirtschaftung, der Nutzungsaufgabe und der Nutzungsintensivierung, entgegenzuwirken. Mittels des ÖPUL 2015 werden zusätzliche Umweltleistungen abgegolten, welche die Landwirtinnen und Landwirte im Zuge ihrer Teilnahme am Agrarumweltprogramm erbringen.

In Übereinstimmung mit den Zielen der LE 14-20 setzt das ÖPUL 2015 die folgenden Schwerpunkte:

  • Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt, auch in Natura 2000-Gebieten und in Gebieten, die aus naturbedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligt sind, der Landbewirtschaftung mit hohem Naturwert, sowie des Zustands der europäischen Landschaften

  • Verbesserung der Wasserwirtschaft, einschließlich des Umgangs mit Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln

  • Verhinderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bodenbewirtschaftung

  • Verringerung der aus der Landwirtschaft stammenden Treibhausgas- und Ammoniakemissionen sowie
    Förderung der Kohlenstoffspeicherung und -bindung in der Land- und Forstwirtschaft

  • Förderung der Innovation, der Zusammenarbeit und des Aufbaus der Wissensbasis in ländlichen Gebieten

  • Steigerung des Tierwohls durch besonders tierfreundliche Haltungssysteme (zum Beispiel: Weidehaltung, Stallhaltung)

In Summe dient das ÖPUL 2015 somit nicht nur der Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Landwirtschaft und der Kulturlandschaft, sondern fördert ebenso die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes und begegnet der in der Gesellschaft zunehmenden Nachfrage an Umweltdienstleistungen.

Ansprechpartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Abteilung II/3, Agrarumwelt (ÖPUL), Bergbauern und Benachteiligte Gebiete, Biologische Landwirtschaft

Stubenring 1, 1012 Wien

DI Friedrich LOIDL
Tel.: (+43 1) 71100 - 606999
friedrich.loidl@bmlfuw.gv.at

Veröffentlicht am 04.05.2016, Abteilung II/3 - Agrarumwelt (ÖPUL), Bergbauern und Benachteiligte Gebiete, Biologische Landwirtschaft