Bildungs- und Beratungskampagne "Mein Betrieb - Meine Zukunft"

Durch Bildungs- und Beratungstätigkeiten werden junge Menschen und Betriebsleiterinnen bzw. Betriebsleiter motiviert, selbstbewusst, innovativ und umweltbewusst den ländlichen Raum zu bewirtschaften.

Um die unternehmerischen Kompetenzen der bäuerlichen Familien zu stärken, wird auf Initiative des BMLFUW in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern und den Ländlichen Fortbildungsinstituten seit 2012 die Bildungs- und Beratungskampagne "Mein Betrieb - Meine Zukunft" umgesetzt. Es stehen Bildungs- und Beratungsprodukte für verschiedene Zielgruppen und für unterschiedliche Phasen der Unternehmensführung zur Verfügung. Diese erstrecken sich von der Analyse der Ausgangssituation bis zur Planung, Entscheidung und Umsetzung neuer Betriebsziele. Auch für das Controlling gibt es hervorragende Angebote.

Bis 2020 sollen 50% der Betriebsleiter/innen erreicht werden


Damit die heimische Land- und Forstwirtschaft auch in Zukunft alle Chancen optimal nutzen kann, gilt es, das Wissen und die Kompetenz der Betriebführerinnen und Betriebsführer zu stärken. Bildung und Beratung sind dabei zentrale Schlüsselfaktoren. Bis 2020 sollen über die Kampagne 50 Prozent der Betriebsleiter/innen erreicht werden und auf diese Weise in ihrer persönlichen und betrieblichen Entwicklung unterstützt werden. Die Zielerreichung wird durch ein laufendes Monitoring begleitet.

 


Mehr unternehmerisches Denken und Handeln


Angesichts von Herausforderungen wie der Globalisierung der Märkte, Preisvolatilitäten und steigenden Kosten sind die Bäuerinnen und Bauern gefordert, ihre Betriebe und Einkommen weiterzuentwickeln. Einfach nur so weiterzumachen wie bisher und das, so lange es geht, ist keine vernünftige Option. Im Sinne kommender Generationen ist noch mehr unternehmerisches Denken und Handeln am Bauernhof erforderlich. 
 

Analysieren, Ziele stecken und Umsetzung erarbeiten

Es gilt daher, die betriebliche und persönliche Situation zu analysieren, sich Ziele zu setzen und dafür konkrete Umsetzungspläne zu erarbeiten. Das Bildungs- und Beratungsangebot setzt genau dort an, um den Bäuerinnen und Bauern das dafür notwendige Rüstzeug zu vermitteln. Das Angebot richtet sich dabei an spezialisierte Betriebe im Haupterwerb ebenso wie an Nebenerwerbsbetriebe. Ziel ist beispielsweise herauszufinden, wie vorhandene Möglichkeiten realistisch eingeschätzt werden können, welche Investitionen sich lohnen und wie zusätzliche Wertschöpfung erzielt werden kann.
 

Neun Teilprojekte in drei Schwerpunkten

In neun Teilprojekten wurden - teilweise aufbauend auf bestehenden Angeboten - aktuelle Bildungs- und Beratungsprodukte entwickelt.  Die Kampagne "Mein Betrieb - Meine Zukunft" sieht drei Schwerpunkte vor, durch die bestehende Angebote für Bildung und Beratung verbessert, neue entwickelt und Maßnahmen zur Steigerung der Unternehmenskompetenz in der Land- und Forstwirtschaft gesetzt werden.
 

Schwerpunkt 1: Der Bildungs- und Beratungsplan

Der persönliche Bildungs- und Beratungsplan optimiert den Zugang zum Bildungs- und Beratungsangebot und bietet jedem und jeder einen maßgeschneiderten Plan für die eigene unternehmerische Weiterbildung. Als Teilprojekte sind hier zu nennen: „Self Check“ zur Ermittlung der unternehmerischen Kompetenzen und die „Bildungs- und Orientierungsberatung“ für einen individuell angepassten Bildungs- und Beratungsplan. Unterstützend steht eine Bildungs- und Beratungslandkarte für eine individuelle Suche im gesamten LFI- und LK-Beratungsangebot zur Verfügung.
 

Schwerpunkt 2: Die professionelle Geschäftsplanung

Die Zahl der Betriebsleiter/innen, die wirtschaftliche Planungsinstrumente einsetzen, soll sich entscheidend erhöhen. Dazu werden für unterschiedliche Zielgruppen angepasste Werkzeuge und Produkte zur Verfügung gestellt. Die sechs Teilprojekte in diesem Schwerpunkt sind: Das Einstiegsangebot „Unsere Erfolgsstrategie“, die Betriebsplanung, das Betriebskonzept für die land- und forstwirtschaftliche Produktion, das Betriebskonzept für die Diversifizierung, der Waldwirtschaftsplan sowie die Forcierung der Meister/innenausbildung.
 

Schwerpunkt 3: Die Arbeitskreisberatung

Die Forcierung der Arbeitskreisberatung ist das neunte Teilprojekt. Dieses zielt darauf ab, Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter bei der Optimierung ihrer Betriebszweige zu unterstützen und das Angebot für neue Zielgruppen zugängig zu machen. Die Kombination aus Erfahrungsaustausch, Weiterbildung, Betriebszweigauswertung, Kennzahlenvergleich, Zielplanung und Erfolgskontrolle ist eine von den Mitgliedern sehr geschätzte Möglichkeit zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und damit der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebes.
 

Ausbildungsniveau der Hofübernehmer/innen anheben

Eine fundierte Grund- und eine ständige Weiterbildung sind die Basis für Zukunftschancen und Entwicklungsperspektiven. Ziel ist ein höheres Ausbildungsniveau von Hofübernehmer/innen von Haupterwerbsbetrieben. Diese sollen vermehrt die Meister/innenausbildung bzw. ein höheres Ausbildungsniveau haben, etwa Matura oder einen Abschluss an einer Fachhochschule oder Universität. Ein höheres Ausbildungsniveau und mehr unternehmerische Kompetenzen sollen ein neues bäuerliches Selbstverständnis begründen. Es soll mehr Wertschöpfung erzielt und mehr Lebensqualität für die Bäuerinnen und Bauern geschaffen werden. Letztendlich profitieren aber auch alle Konsumentinnen und Konsumenten von den hervorragenden Leistungen unserer Land- und Forstwirtschaft.

 

Veröffentlicht am 08.04.2015, Abteilung II/9 - Bildung, Innovation, Lokale Entwicklung und Zusammenarbeit