Kontrollen und Kennzeichnung

Die Biokontrolle erstreckt sich auf den gesamten Produktionsprozess. Nicht nur der Biobauer, sondern auch der Verarbeitungsbetrieb wird kontrolliert.

Unabhängige Kontrollstellen

Die Kontrolle des Biobetriebes wird durch unabhängige Kontrollstellen durchgeführt, die vom jeweiligen Landeshauptmann zugelassen werden. Die Tätigkeit der Kontrollstellen wird von der Akkreditierungsstelle überwacht. Die Lebensmittelbehörde überprüft Bioprodukte zusätzlich gemäß Risikobewertung. Neben der jährlichen vollständigen Besichtigung der Betriebseinheit führt die Kontrollstelle auch unangekündigte Inspektionsbesichtigungen durch.

Kontrolliert wird beispielsweise, ob die Landwirtinnen und Landwirte unerlaubte Dünge- oder Spritzmittel einsetzen, ob Tiere genügend Auslauf haben oder ob eventuell nicht zugelassenes Saatgut eingekauft wurde. Bei Verarbeitungsbetrieben (zB Schlachthöfe, Mühlen, Molkereien) wird besonders kontrolliert, ob die eingekauften Bio-Rohstoffe von kontrollierten Betrieben stammen und ob die Zutaten gemäß Bio-Verordnung erlaubt sind.

AMA-Förderungskontrolle

Erhält ein Landwirt Biobauernförderung – und das sind in Österreich rund 95 % aller Biobauern – dann wird zusätzlich von der Agrarmarkt Austria (AMA) auf Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der Förderungsrichtlinien kontrolliert. Die AMA ist die Förderungsabwicklungsstelle des Landwirtschaftsministeriums.

Verbände und Handelsketten

Zwei Drittel aller Biobetriebe sind Mitglied in Bioverbänden (insbesondere bei der Bio Austria). Als solches muss die Biobäuerin oder der Biobauer die noch strengeren Richtlinien einhalten. Dies berechtigt ihn zum Führen der Verbandsmarke. Ist ein Biobauer Mitglied bei einem Bioverein, so kontrollieren die Kontrollstellen ebenfalls die Einhaltung der speziellen Verbandsrichtlinien.

Führt ein Produkt auch die Bio-Marke einer Handelskette, so garantiert dies zusätzliche qualitätssichernde Maßnahmen.

Sanktionen

Sollten die Kontrollore tatsächlich einmal auf ein „schwarzes Schaf“ stoßen so folgen je nach Schwere des Verstoßes auch rigorose Sanktionen: Die Bäuerin / Der Bauer kann die Vermarktungsberechtigung für die betroffene Warenpartie verlieren oder die generelle Berechtigung, alle seine Produkte als „Bio“ zu bezeichnen. Weiters muss sie / er unter Umständen die Fördermittel zurückzahlen, was zu schweren finanziellen Einbußen führen kann. Bei Lebensmittelunternehmer können Vermarktungssperren ebenfalls zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.

Kennzeichnung

Aus biologischer Landwirtschaft“ ist die Bezeichnung für österreichische Bioprodukte.

Statt „biologisch“ kann auch „organisch-biologisch“, „biologisch-dynamisch“ oder „ökologisch“ verwendet werden. Zusätzlich zu dieser Kennzeichnung darf das Wort „Bio“ angebracht sein. In Deutschland ist die Bezeichnung „aus ökologischem Landbau“ üblich.

Achtung: folgende Bezeichnungen: „naturnah“, „umweltschonend“, „kontrolliert integriert“, „chemiefrei“, „alternativ“, etc. weisen NICHT auf eine biologische Produktion hin

Neben der Bezeichnung „aus biologischer Landwirtschaft“ muss auf der Verpackung noch die Kontrollstellennummer angegeben sein.

Seit 2009 muss auf der Packung eines Bioproduktes auch das EU-Biozeichen angebracht sein. Ebenso findet sich auf der Verpackung ein Hinweis, ob das Lebensmittel in der EU oder außerhalb der EU erzeugt wurde.

Kurz zusammengefasst: So erkennen Sie ein Bioprodukt

  1. Aufschrift „aus biologischer Landwirtschaft“
  2. Kurzbezeichnung „BIO“ kann aufgedruckt sein.
  3. Codenummer (zB ATBIO-301) der Kontrollstelle muss angegeben sein.(Staat – BIO – Nummerierung Bundesland Sitz der Kontrollstelle -  laufende Nummer)
  4. Das EU-Bio-Logo muss angeführt sein.
  5. Zusätzlich können noch das AMA-Biozeichen, die Bio-Erzeuger oder Verbandsmarken aufgedruckt werden.

EU und AMA - Biozeichen – Sicherheit auf den ersten Blick

Seit 1.7.2010 gelten die neuen EU-Vorschriften für die Kennzeichnung biologischer Lebensmittel und die Verwendung des neuen EU-Bio-Siegels. Das so genannte Euro-Blatt ist auf allen verpackten Bioprodukten, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt wurden und die notwendigen Normen erfüllen, zu finden. Daneben können auch andere Gütesiegel abgebildet werden. Die neuen Kennzeichnungsvorschriften verpflichten außerdem zur Angabe des Ortes, an dem die landwirtschaftlichen Rohstoffe für das Produkt erzeugt wurden, sowie der Codenummer der Zertifizierungsstelle (entweder überall Kontrollstelle oder überall Zertifizierungsstelle), die für die Kontrollen zuständig war.

Das AMA-Biozeichen gibt es in zwei Varianten. Für beide gilt, dass das Produkt zur Gänze aus Rohstoffen biologischer Herkunft hergestellt sein muss.

Beim AMA-Biozeichen ohne Ursprungsangabe wird kein Hinweis auf die regionale Herkunft gegeben. Dies ist zum Beispiel bei Bioprodukten der Fall, die aus verschiedenen Rohstoffkomponenten bestehen, wobei die einzelnen Rohstoffe in verschiedenen Ländern hergestellt werden. Oft wird dieses Zeichen auch bei Bioprodukten insbesondere bei Frischprodukten wie Obst und Gemüse eingesetzt, die zu den verschiedenen Jahreszeiten aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen.

Beim AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe „Austria“ müssen die Rohstoffe zur Gänze aus Österreich kommen, sofern sie bei uns erzeugt werden können. Ist dies nicht der Fall, so darf der Anteil an Rohstoffkomponenten, die nicht in Österreich herstellbar sind, den Toleranzbereich von einem Drittel nicht überschreiten. Ein Beispiel: Für ein Bananenjoghurt gilt, dass die Biomilch immer zu 100 % aus Österreich stammen muss, während die Biobananen, die 7 % ausmachen, anderen Ursprungs sein dürfen.

In der Bildergalerie finden Sie das EU-Bio-Logo sowie die AMA-Biozeichen. Listen weiterer Verbandslogos österreichischer Bioverbände, Logos österreichischer Kontrollstellen und eine Auswahl an österreichischen Bio-Handelsmarken werden rechts unter Downloads angeboten.

Veröffentlicht am 17.10.2014, Abteilung Präs. 5 - Kommunikation und Service