Foodsharing - Lebensmittel teilen und tauschen statt entsorgen

Mit dem Freischalten der Webpage myfoodsharing.at 2013 wurde auch in Österreich der Startschuss für einen neuen, nachhaltigen und intelligenten Umgang mit Lebensmittel in Privathaushalten gegeben.

Durch die Online-Plattform werden jene Menschen vernetzt, die durch Teilen und Tauschen verhindern möchten, dass gute, genusstaugliche Lebensmittel vernichtet werden. Wer Lebensmittel kostenlos abgeben möchte, stellt einen "elektronischen Warenkorb" ins Netz. Potenzielle Übernehmerinnen und Übernehmer wählen einen Lebensmittelkorb in ihrer Nähe und holen die Nahrungsmittel kostenlos ab. Damit werden wertvolle Ressourcen sinnvoll eingesetzt statt im Müll zu landen. FairTeiler - organsierte Tauschplätze - dienen ebenfalls dem gezielten Tausch von Lebensmittel. Den ersten FairTeiler Österreichs etablierte Michaela Russmann von der BioWerkstatt in der Biberstraße 22, 1010 Wien.

Fair-Teilen für eine solidarischere Gesellschaft

Seit 14 Jahren sorgt die Wiener Tafel erfolgreich dafür, dass bis zu drei Tonnen Lebensmittel pro Tag von Handel, Industrie und Landwirtschaft vor dem Müll gerettet und 12.000 Menschen in Armut mit den wertvollen Warenspenden versorgt werden. Über 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an sechs Tagen pro Woche im Einsatz. Sie bringen die genusstauglichen Produkte auf kürzestem Weg zu den Bedürftigen in 85 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien. Neben dem angewandten sozialen Transfer - der Arbeit gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung - gehört aber auch Bewusstseinsbildung zu den Kernaufgaben Österreichs ältester Tafelorganisation.

Eine Milliarde Euro im Müll?

In Österreich landen jährlich rund 157.000 Tonnen an verpackten und unverpackten Lebensmittel sowie Speiseresten im Wert von über einer Milliarde Euro im Restmüll. Das sind Waren im Wert von rund 300 Euro pro Haushalt und Jahr. Ziel des BMLFUW ist es, die Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig zu reduzieren.

Wer zu viel eingekauft oder gekocht hat, vor dem Urlaub den Kühlschrank noch leer bekommen muss oder die reiche Ernte der Obstbäume im eigenen Garten nicht alleine nutzen kann, der findet via Internet dank Foodsharing kostenlos Abnehmerinnen und Abnehmer in der eigenen Umgebung. Das Prinzip ist einfach: Im Netz erstellen Nutzerinnen und Nutzer "Körbe" mit Lebensmitteln, die sie verschenken möchten. Dabei können sie sich entscheiden, ob die Ware vor der eigenen Haustür oder doch lieber an einem sogenannten FairTeiler abgeholt werden soll.

Der Aufbau und die Umsetzung einer Foodsharing Plattform ist einer der vier Handlungsschwerpunkte aus dem Aktionsprogramm "Lebensmittel sind kostbar!"

In Vorbereitung ist auch eine App für Smartphones, die ein mobiles Teilen ermöglichen wird.

Engagierte Foodsharing-Partnerinnen und Partner gesucht

Auf myfoodsharing.at kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel mit anderen zu teilen statt diese wegzuwerfen. Die Wiener Tafel, das BMLFUW und Foodsharing.de rufen Österreicherinnen und Österreicher auf, sich via myfoodsharing.at zu vernetzen. Gesucht werden vor allem engagierte Unternehmungen und Privatpersonen, die dem Beispiel von Michaela Russmann und ihrem Team der BioWerkstatt folgen und einen FairTeiler einrichten.

Weitere Informationen unter www.myfoodsharing.at und zur Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ unter www.lebensmittel-sind-kostbar.at

Veröffentlicht am 25.06.2015, Abteilung V/6 - Abfallvermeidung, -verwertung und -beurteilung