Das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm

Auch im  Schuljahr 2016/2017 wird das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm, mit dem Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung nahe gebracht werden soll, fortgeführt.

EU-Schulobst- und -gemüseprogramm

Um gesunde Ernährungsgewohnheiten unserer Kinder und zukünftiger Generationen zu fördern, finanziert die Europäische Union seit dem Schuljahr 2009/10 aus dem Agrarbudget eine Gemeinschaftsbeihilfe für die vergünstigte Abgabe von Obst und Gemüse an Kinder und Jugendliche in schulischen Einrichtungen.

Alle am Programm teilnehmenden Mitgliedstaaten erhalten von der Kommission für jedes Schuljahr ein bestimmtes Budget zugeteilt.

 

Schulobst- und -gemüseprogramm in Österreich

 

Schulkinder sollen in einem für die Geschmacksbildung wichtigen Alter zu gesunden Ernährungsweisen trainiert werden und außerdem die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln, Landwirtschaft und Umwelt verstehen lernen.

 

Abwicklung

Als Schuljause werden frisches Obst und Gemüse direkt in heimische Schulklassen gebracht. Alle österreichischen Schulen und Kindergärten können am Programm teilnehmen und bis zur Erschöpfung der von der EU für Österreich zugeteilten Finanzmittel eine 75% Beihilfe aus EU-Mitteln für den Produktankauf erhalten. Die restlichen 25% müssen durch andere Träger wie Elternvereine, Gemeinden oder aus privaten Mitteln übernommen werden.

Als Antragstellende kommen entweder Lieferanten, Lieferantinnen oder Schulische Einrichtungen (auch Kindergärten) in Frage.

Die Förderungsabwicklung erfolgt über die Agrarmarkt Austria.

 

Flankierende Maßnahmen

Die Abgabe der Produkte soll durch pädagogische Begleitmaßnahmen wie z.B. Unterrichtsmaterial oder Verkostungen in Schulen oder Produktionsbetrieben unterstützt werden. Diese Aktivitäten werden auch zu 75%  mit EU-Mitteln gefördert. Beihilfenanträge müssen bei der Agrarmarkt Austria eingereicht werden. 

 

Neue Regelung bei der Antragstellung

Aufgrund des großen Erfolges des EU-Schulobst- und –gemüseprogramms sind die EU-Budgetmittel immer noch während der Schuljahre ausgeschöpft worden. Deshalb wird ab dem Schuljahr 2016/17 eine neue Regelung für die Förderungsabwicklung eingeführt, bei der die Antragstellenden zu Beginn des Schuljahres eine Fördermittelzuteilung für das gesamte Schuljahr beantragen. Nach der Genehmigung durch die Agrarmarkt Austria kann dieser maximale Beihilfebetrag über das Schuljahr verteilt verbraucht werden. Dadurch besteht für die Antragstellenden eine bessere Planbarkeit und es können auch Produkte, die später Saison haben, verteilt werden wie zum Beispiel heimische Erdbeeren.

 

Umsetzung in Österreich

 

Seit seiner Einführung hat sich das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm ist in Österreich sehr erfolgreich weiterentwickelt und etabliert.

Die am häufigsten gelieferten Produkte sind mit Abstand Äpfel, gefolgt von Bananen und Zitrusfrüchten. Der Anteil an Gemüse bei den konsumierten Produkten beträgt rund 20 %.

Im Schuljahr 2014/15 wurden rd. 820 Tonnen Obst und Gemüse an Kinder und Jugendliche verteilt und dabei 1,8 Mio. Euro an EU-Fördermitteln ausbezahlt. 2363 Schulen und Kindergärten haben an diesem Programm teilgenommen, davon 813 in Wien gefolgt von Kärnten mit 474 und OÖ. Etwa 40 % der verteilten Produkte stammten aus biologischer Produktion.

 

Schuljahresbudget

In Österreich ist das Interesse am EU-Schulobst- und -gemüseprogramm während der letzten Jahre sehr stark angestiegen. Deshalb bemüht sich das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft von Jahr zu Jahr eine höhere EU-Mittelzuteilung zu erhalten. Für das Schuljahr 2016/17 hat die Europäische Kommission Österreich ein EU-Budget von 3,534 Mio. Euro zugeteilt. Dieser Betrag ist um mehr als 50% höher als die indikative Mittelzuteilung für Österreich in Höhe von 2,239 Mio. €. Im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten ist die Teilnahme Österreichs am EU-Schulobst- und -gemüseprogramm daher überdurchschnittlich hoch.

 

 

 

 

Veröffentlicht am 02.06.2016, Abteilung II/8 - Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung