Die Ernährungsgewohnheiten der Österreicher

Im Auftrag des BMLFUW wurde eine repräsentative Studie (2010) über die Ernährungsgewohnheiten der ÖsterreicherInnen durchgeführt. Dafür wurden 1.500 Erwachsene befragt.

Stellenwert des Essens

Österreicher essen und trinken gerne gut. Dieser Wunsch befindet sich im Ranking der wichtigsten Lebensinhalte der Österreicher an fünfter Stelle und ist damit gleich wichtig wie der Wunsch eine schöne Wohnung oder ein schönes Haus zu haben. Zu den wichtigsten Dingen im Leben zählt eine glückliche Ehe/Partnerschaft zu führen, gefolgt von der Bedeutung eines sicheren Arbeitsplatzes und eigenen Kindern.

Essen ist wichtig, und das für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. Unabhängig vom Haushaltseinkommen, der Ausbildung oder der regionalen Herkunft nimmt Essen einen großen Stellenwert im Leben der Österreicher ein.

Essenszeiten

Die Österreicher essen eher regelmäßig und zu fixen Tageszeiten. Die Hauptmahlzeit ist meist warm, wird vorwiegend zu Mittag eingenommen und das überwiegend außer Haus.

Seit Mitte der 90er Jahre zeichnet sich aber ein Trend zur abendlichen Hauptmahlzeit ab. Mehr als ein Drittel der Österreicher nimmt die Hauptmahlzeit bereits abends ein, vor 5 Jahren war es nur ein Viertel der Österreicher.

Mehr als drei Viertel der Österreicher frühstückt, sogar die Hälfte isst eine Vormittagsjause und jeder Zweite nimmt auch an Wochen- und Arbeitstagen eine Nachmittagsjause zu sich.

Das Abendessen genießen die Österreicher überwiegend zuhause. Eine Spätmahlzeit nimmt ein Drittel der Österreicher zu sich und dies ebenfalls vorwiegend zuhause.

Lieblingsessen der ÖsterreicherInnen

Besonders beliebt sind nach wie vor Hausmannskost und bodenständige Küche. Zu internationalen Speisen sowie auch zu leichten, fettarmen und fleischarmen Gerichten wird weniger oft gegriffen als früher. Deutlich beliebter sind hingegen vegetarische Kost sowie Vollwertkost.

Besonders starkes Interesse zeigen die Österreicher für Speisen mit saisonalen Produkten aus der eigenen Region sowie für schnelle und wenig aufwändige Gerichte.

Damit einher geht auch das Bedürfnis der Österreicher gut und genussvoll zu essen.

Einkaufsverhalten

Obwohl die Frische der Lebensmittel das wichtigste Kriterium der Österreicher beim Lebensmitteleinkauf ist, werden im Haushalt immer weniger frische Lebensmittel verwendet. Zugenommen hat die Verwendung von Tiefkühlgemüse und Fertiggerichten.

Trotz allem haben die Österreicher ein deutliches Interesse an saisonalen und regionalen Lebensmitteln, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Klimaschutz.

Lebensmittel werden am häufigsten im Supermarkt und Diskonter gekauft. Brot und Gebäck sowie Fleisch und Wurstwaren werden am häufigsten im Fach- und Einzelhandel bezogen.

Werden Lebensmittelverpackungen genauer unter die Lupe genommen, so ist für den Österreicher insbesondere das Herstellungs- und Mindesthaltbarkeitsdatum interessant, gleich gefolgt vom Preis.

Die bekanntesten Logos auf den Lebensmittelverpackungen sind das Billa-Logo „ja!Natürlich“ und das „AMA-Gütesiegel“, gefolgt von „SPAR Natur pur“ und dem Hofer-Logo „Zurück zum Ursprung“.

Selber kochen weiterhin beliebt

In den österreichischen Haushalten wird durchschnittlich 6,7 Mal pro Woche gekocht, also fast täglich. In den letzten Jahren hat die Anzahl der Personen, die selbst kochen zugenommen. Insbesondere Männer beweisen sich immer öfter als Köche.

Kochen wird häufiger als „kreative Tätigkeit“ erlebt und zunehmend seltner als lästige Routinearbeit. Da Frauen eher im Alltag für die Familie kochen, empfinden Frauen das Kochen häufiger als unangenehme Tätigkeit als Männer.

Am häufigsten wird Kochen bei der eigenen Mutter gelernt, gefolgt von Kochbüchern, die mittlerweile einen hohen Stellenwert am Buchmarkt eingenommen haben.

Hoher Stellenwert von Lebensmitteln aus der Region

87% aller ÖsterreicherInnen verwenden regionale Lebensmittel in ihrem Haushalt. Für Produkte regionaler Herkunft ist der Österreicher auch bereit mehr Geld auszugeben. Dies bewegt sich allerdings in einem moderaten Rahmen (zwischen 5 bis 20% mehr).

Die Motive regionale Lebensmittel einzukaufen sind vielfältig.

Die wichtigsten Gründe sind:

  • Erwartete Frische (80%)
  • Hohe Qualität (79%)
  • Gute Geschmack (77%)
  • Natürlichkeit der Lebensmittel (65%)
  • Vertrauen in Produktion und Verarbeitung (59%)
  • Unterstützung der Wirtschaft in der Region (53%)
  • Umwelt- und Klimaschutz (52%)
  • Gesundheitliche Aspekte (45%)
Veröffentlicht am 17.10.2014, Abteilung Präs. 5 - Kommunikation und Service