Grüner Bericht 2017 - Änderung bei der Einkommensermittlung

Der Grüne Bericht 2017 mit den Einkommensergebnissen der Land- und Forstwirtschaft für das Kalenderjahr 2016 enthält eine Reihe von Änderungen. Ab dem Jahr 2016 gibt es neue Auswahlkriterien für die „Testbetriebe“ und Änderungen bei den Kennzahlen zur Einkommensermittlung.

Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat gem. § 9 (1) Landwirtschaftsgesetz der Bundesregierung bis 15. September jeden Jahres einen Bericht über die Entwicklung und wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft im abgelaufenen Kalenderjahr vorzulegen. Jedes Jahr stellen rund 2000 freiwillig buchführende Land- und Forstwirtschaftsbetriebe dafür ihre detaillierten Aufzeichnungen zur Verfügung.

Der Grüne Bericht 2017 mit den Einkommensergebnissen der Land- und Forstwirtschaft für das Kalenderjahr 2016 enthält eine Reihe von Änderungen. Ab dem Jahr 2016 gibt es neue Auswahlkriterien für die „Testbetriebe“ und Änderungen bei den Kennzahlen zur Einkommensermittlung. Bisher wurden Betriebe mit einem „Standardoutput“ (= Kennzahl für den Umsatz des Betriebs) zwischen 8.000,- und 350.000,- Euro berücksichtigt. Der neue Auswahlrahmen liegt nunmehr zwischen 15.000,- und 750.000,- Euro.

  • Der Fokus wird durch diese Anpassung auf jene Betriebe gelegt, deren Einkünfte zu einem bedeutenden Anteil aus der Land und Forstwirtschaft erzielt werden.

  • Mit der Anhebung des Auswahlrahmens wird der tatsächlichen Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft insbesondere auch dem betrieblichen Wachstum Rechnung getragen. Außerdem hat der hohe Aufwand für die Buchführungsaufzeichnungen dazu geführt, dass immer weniger Kleinbetriebe teilgenommen haben und die daraus resultierende hohe statistische Gewichtung die Einkommensergebnisse z. T. verzerrt hat.

  • Die Zahl der „Testbetriebe“ wurde von 2.200 auf 2.000 reduziert – die neuen Auswahlkriterien, gestützt auf aktuelle Strukturdaten, gewährleisten aber weiterhin die repräsentative Zusammensetzung der Stichprobe. Mit dieser Änderung wurde auch eine Empfehlung aus einem aktuell vorliegendem Rechnungshofbericht aufgegriffen.

  • Verschiedene Kennzahlen für die Darstellung der Einkommen sind an die aktuellen Anforderungen angepasst und einige neue Kennzahlen berechnet worden.

  • Das Niveau der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft steigt aufgrund der Erhöhung der Untergrenze des Auswahlrahmens im Durchschnitt um ca. 20 %.

  • Es erfolgte eine Rückrechnung der Einkommensergebnisse bis zum Jahr 2010, um Kennzahlenvergleiche mit den vorangegangenen Jahren anstellen zu können.

  • Die Betreuung der freiwillig buchführenden Betriebe und die Erhebung der Daten wird von der LBG Österreich im Auftrag des BMLFUW durchgeführt. Die Hochrechnung und statistischen Auswertungen werden von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft vorgenommen.

  • Der Grüne Bericht 2017 wird ab 15. September 2017 in einer gedruckten und einer Online-Version veröffentlicht.

In der Grafik wurden die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft für den Bundesdurchschnitt basierend auf einem Auswahlrahmen von 15.000 € bis 750.000 € berechnet und der bisherigen Berechnung gegenübergestellt.

Allgemeines zur Datenbasis

Die Daten der freiwillig buchführenden Betriebe für den Grünen Bericht geben einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse land- und forstwirtschaftlicher Betriebe. Die Stichprobe der Buchführungsbetriebe bezieht sich auf eine Grundgesamtheit, die durch weitere Abgrenzungen der Betriebe aus der jeweils aktuellen Agrarstrukturerhebung abgeleitet wird. Diese Stichprobe umfasst rund 2.000 Betriebe, um einerseits eine aussagekräftige Darstellung der wirtschaftlichen Situation zu gewährleisten und andererseits eine angemessene Repräsentativität sicherzustellen. Die Auswahlkriterien bilden u. a. die Betriebsform, Größe, Region und Erschwernispunkte. Das wirtschaftliche Potenzial eines Betriebes wird nach dem Standardoutput berechnet: Der Anteil des Standardoutputs einer Produktionsrichtung am Gesamtstandardoutput des Betriebes bestimmt die Betriebsform. Es gibt sechs Betriebsformen und fünf Größenklassen.

Die Ergebnisse der Buchführungsbetriebe werden getrennt für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb (wesentliche Kennzahl sind die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft) und für den Unternehmerhaushalt (wesentliche Kennzahlen sind das verfügbare Haushaltseinkommen und die Über-/Unterdeckung des Verbrauchs) ausgewiesen. Die Basis der Einkommensberechnung (für die Stichprobe) stellt die doppelte Buchführung dar, wobei betriebswirtschaftliche Kriterien zur Einkommensermittlung herangezogen werden. Sie ist daher von der Finanzbuchhaltung zu unterscheiden, bei der steuerliche Aspekte im Vordergrund stehen.

Die gesetzliche Grundlage zur Ermittlung der Einkommenssituation der Land- und Forstwirtschaft ist durch das geltende Landwirtschaftsgesetz gegeben. In der Europäischen Union besteht - gemäß Verordnung 79/1965 des Rates - zusätzlich auch die Verpflichtung, für Vergleiche von Struktur und Einkommenssituation der Betriebe in den einzelnen Mitgliedstaaten die einzelbetrieblichen Buchführungsergebnisse für das Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB, http://ec.europa.eu/agriculture/rica/concept_de.cfm ) zur Verfügung zu stellen.

 

Veröffentlicht am 28.07.2017, Grundsatzabteilung Agrarpolitik und Datenmanagement (Abteilung II/1)

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