Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft 2015

Die Einkommensergebnisse 2015 weisen zum vierten Mal in Folge einen Rückgang auf. Mit 17% waren die Rückgänge der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2015 besonders hoch, im Durchschnitt aller Betriebe wurde 2015 ein Einkommen von 19.748 Euro erreicht.

Für die geringeren Einkünfte im Vergleich zum Vorjahr waren vor allem die stark gesunkenen Erzeugerpreise für Milch, die niedrigeren Erträge aus der Schweinehaltung durch gesunkene Mastschweine- und Ferkelpreise, die niedrigeren Erntemengen bei Sommergetreide auf Grund des trockenen Sommers, der deutliche Rückgang der öffentlichen Gelder (insbesondere die ÖPUL-Zahlungen) sowie die höheren Aufwendungen für Düngemittel, Pachten, Mieten und Abschreibungen verantwortlich.

Im Jahr 2015 wurden bei allen Betriebsformen mit Ausnahme der Dauerkulturbetriebe sinkende Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft verzeichnet. Die deutlich höheren Erntemengen im Weinbau führten bei den Dauerkulturbetrieben zu einem Plus von 57 %, wobei in diesem Sektor der Rückgang der letzten Jahre wieder wettgemacht wurde. Der Einkommensrückgang fiel bei den Veredelungsbetrieben mit 29 % auf Grund der schlechten Preise für Mastschweine und Ferkel am stärksten aus. Aus dem niedrigeren Milchpreis resultierten bei den Futterbaubetrieben sinkende landwirtschaftliche Einkünfte. Bei den Marktfruchtbetrieben führten geringere Erntemengen bei Zuckerrüben, Erdäpfeln und Ölraps zu einem Einkommensrückgang. Ein Einkommensrückgang wurde auch bei den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieben und bei den Forstbetrieben festgestellt.

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft aller Bergbauernbetriebe sanken mit 23 % deutlich gegenüber dem Vorjahr, sie zeigten damit einen stärkeren Rückgang als der Durchschnitt aller Betriebe (–17 %) bzw. der Nichtbergbauernbetriebe (–11 %). Im Vergleich zu 2014 hat sich der Einkommensabstand der Bergbauernbetriebe zu den Nichtbergbauernbetrieben wieder vergrößert. Innerhalb der BHK-Gruppen stellte sich die Einkommensentwicklung tendenziell sehr ähnlich dar. Insbesondere die Ausgleichszulage trug wesentlich zu den Einkünften bei, vor allem bei Bergbauernbetrieben mit hoher und extremer Erschwernis.

Die Biobetriebe wiesen 2015 einen Rückgang bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft von 4 % aus, beim Einkommensniveau lagen Sie um 17 % über dem Durchschnitt aller Betriebe. Hier zeigt die gezielte Ausrichtung der Agrarpolitik auf den Biolandbau ebenfalls Wirkung. Die öffentlichen Gelder für diese Gruppe lagen um 24 % über dem Durchschnitt aller Betriebe. Insgesamt betrachtet zeigten sich aber auch bei den Bio-Betrieben je nach Produktionsausrichtung unterschiedliche Entwicklungen.

 

 

Veröffentlicht am 17.10.2016, Abteilung Präs. 5 - Kommunikation und Service