Internationales Jahr des Bodens 2015

Das Jahr 2015 wurde im Rahmen der 68. Generalversammlung der Vereinten Nationen zum internationalen Jahr des Bodens erklärt.

Damit soll die hohe Bedeutung der Böden für die Lebensgrundlage hervorgehoben und bereits vorhandene Initiativen katalysiert werden.  Eine wesentliche Rolle wird dabei auch die bereits 2013 von der FAO ins Leben gerufene „Global Soil Partnership“ spielen, an der sowohl Regierungsvertreterinnen und -vertreter, als auch Stakeholder und Wissenschaftler partizipieren können. Mit dieser Partnerschaft steht nun erstmals ein internationales Bodengremium zur Verfügung. Es wurden 5 Aktionsschwerpunkte gesetzt wie beispielsweise die Forcierung eines Nachhaltiges Bodenmanagements oder auch die Harmonisierung von Methoden und Indikatoren. Für Dezember 2015 soll der erste Bericht über den Zustand der Weltbodenressourcen in Zusammenarbeit von FAO und "Global Soil Partnership" veröffentlicht werden.

Unter den Links FAO und Global Soil Partnership können Sie mehr Information darüber finden.

In Österreich hat Bodenschutz bereits eine lange Tradition, wird aber in Zukunft einerseits im Zusammenhang mit Klimaschutz und Klimawandelanpassung und andererseits durch die steigende Nachfrage nach Rohstoffen sicherlich eine noch größere Bedeutung erlangen. Der hohe Stellenwert von Bodenschutz in Österreich zeigt sich durch die bereits bisher durchgeführten zahlreichen Maßnahmen im Bereich der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie im Altlastenbereich und im Katastrophenschutz.

Das Internationale Jahr des Bodens bietet aber darüber hinausgehend die Gelegenheit, das Thema Boden zusätzlich zu den laufenden Arbeiten noch stärker in den Fokus zu rücken.  In Österreich bieten ebenso wie auf internationaler Ebene zahlreiche Institutionen und Organisationen Veranstaltungen und Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Themas Boden an.

Auch seitens des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich wird das Jahr des Bodens zum Anlass genommen um in diesem Bereich einige Schwerpunkte zu setzen.

Zusammen mit dem Netzwerk b5-Corporate Soil Competence, dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der UNESCO wurde ein Plakat zum Internationalen Jahr des Bodens gestaltet, welches allen Schulen (ab der 5. Schulstufe) zur Verfügung gestellt wurde. Ziel dieser Aktion ist es, bereits die Schüler für das  wichtige Thema Boden zu sensibilisieren. Unter dem UNESCO-Link kann das Plakat heruntergeladen werden:

Darüber hinausgehend fördert das Ministerium für ein lebenswertes Österreich ein Projekt des Klimabündnisses mit dem Ziel im Jahr des Bodens die Koordinierung von Bodenschutz-Aktivitäten in und für Gemeinden zu verstärken. Prioritäten bei diesem Projekt sind beispielsweise eine bessere Vernetzung der verschiedenen Akteure zu forcieren und Aktivitäten von einzelnen Gemeinden in Sachen Bodenschutz auch anderen zugänglich zu machen und somit eine möglichst breite Streuung zu erreichen.

Informationen über die Aktivitäten des Klimabündnisses können auf der Homepage des Klimabündnisses (siehe Link) abgerufen werden.

Auch für eine Schwerpunktbroschüre der Österreichischen Landjugend (siehe Link) zum Thema Boden wurde ein Beitrag erstellt.

Neben der Bildung hat auch die Bodenforschung eine große Bedeutung für das Verständnis über die komplexen Zusammenhänge in den Böden.  Deshalb konnte gemeinsam mit anderen Organisationen erreicht werden, dass das Sekretariat der International Union for Soil Science nun für vier Jahre in Wien im Umweltbundesamt angesiedelt ist. Informationen über die Aktivitäten finden sich sowohl auf der Homepage des Umweltbundesamtes als auch auf der IUSS Homepage.

Anlässlich des "Jahr des Bodens" lud die AGES am 04.März 2015 zu einem Fachgespräch rund um die Bodenqualität in Österreich, mit Beiträgen zu Monitoringdaten, Forschungsprojekten und Zukunftsaussichten. Details inkl. der Vorträge können unter dem Link AGES nachgelesen werden.

Auf der Internetseite der Bodenplattform(siehe Link), die vom Umweltbundesamt und der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft gemeinsam betrieben wird und die auch durch das Ministeriums für ein lebenswertes Österreich unterstützt wird, finden sich zahlreiche Informationen über diverse Aktivitäten, die in Österreich im Jahr des Bodens stattfinden.

Auf Einladung des schweizerischen Bundesrats Johann Schneider-Ammann fand das diesjährige Treffen der deutschsprachigen Landwirtschaftsminister (siehe Link) Ende Oktober 2015 in Basel statt.  Thema war der nachhaltige Umgang mit landwirtschaftlichen Böden. Den Ausgangspunkt der Diskussion bildete das "Kommuniqué zur Bewahrung der landwirtschaftlichen Flächen",  das im September 2014 in Bad Windsheim von Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, Polen, Österreich und der Schweiz unterzeichnet wurde. Darin ist festgehalten, dass sich die Minister für den Schutz unversiegelter Flächen sowie für eine wirtschaftliche, soziale und ökologische Nutzung landwirtschaftlicher Produktionsflächen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene einsetzen. Das nächste Treffen wird in Luxemburg stattfinden.

Die von Frankreich im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris vorbereitete Initiative „4 pour 1000 - Les sols pour la sécurité alimentaire et le climat“ (siehe link), die im Rahmen der COP 21 von zahlreichen Staaten und Organisationen unterschrieben wurde, wird auch vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich unterstützt. Bei dieser Initiative geht es in erster Linie um eine freiwillige internationale Zusammenarbeit im Sinne der Bodenbewusstseinsbildung und Bodenforschung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene in den nächsten Jahren – nicht nur im Jahr des Bodens - viele Aktivitäten zu erwarten sind, weil die Bedeutung des Bodens als Basis des Lebens immer stärker ins Rampenlicht rückt.

Veröffentlicht am 22.07.2015, Abteilung II/5 - Pflanzliche Produkte