Strategieprozess Zukunft Pflanzenbau

Österreich war seit jeher Vorreiter für eine ökosoziale und nachhaltig produzierende Landwirtschaft.

Um diesen Weg konsequent weiterzuentwickeln, hat Bundesminister DI Andrä Rupprechter den Strategieprozess "Zukunft Pflanzenbau" initiiert.

Entwicklung der Strategie:

Auf Wunsch von Bundesminister Rupprechter wurde der Strategieprozess von einem anerkannten Experten, dem Abgeordneter zum Nationalrat, Johannes Schmuckenschlager geleitet. Ziel war es, zeitgemäße Lösungen für den Pflanzenbau zu erarbeiten und gleichermaßen die Sicherheit für Bäuerinnen und Bauern, Konsumentinnen und Konsumenten und Umwelt zu garantieren. Als Grundlage für die zu führende Diskussion erarbeiteten die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und das Bundesamt für Agrarwirtschaft eigens Unterlagen zu den Themenbereichen Herausforderungen sowie pflanzenbauliche Grundlagen und zu wirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und sozialen Betrachtungen.

Beteiligt am Diskussionsprozess waren alle relevanten Stakeholder im Bereich Pflanzenbau – Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Prüfstellen, Interessensgemeinschaften, Non-Profit-Organisationen, Industrie und Wissenschaft. Somit konnten das umfangreiche Wissen sowie die unterschiedlichen Erwartungen an einen modernen Pflanzenbau zusammengetragen werden. Schwerpunktthemen waren Forschung und Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie Zusammenarbeit aller Akteure (Link „Abschlussbericht Zukunft Pflanzenbau“).

Johannes Schmuckenschlager fasste die wesentlichen Forderungen der Stakeholder an einen modernen Pflanzenbau in einem Zehn-Punkte-Programm zusammen:

• Förderung einer vielseitigen Fruchtfolge und Steigerung der Biodiversität

• Standortangepasste Züchtungen und Sorten

• Forcierung bodenschonender Produktionsmethoden und zielgerichtetes

  Umweltmonitoring

• Ausbau des integrierten Pflanzenschutzes

• Weitere Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln

• Klare und transparente Rahmenbedingungen für die Zulassung von

  Pflanzenschutzmitteln

• Verknüpfung von Praxis und Forschung

• Bildungsoffensive für einen modernen Pflanzenbau

• Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit

• Bessere Vernetzung aller Stakeholder

Die Ergebnisse des Prozesses wurden am 8. Juni 2015 der Öffentlichkeit präsentiert.

Fortsetzung der Arbeiten:

Bundesminister Rupprechter verspricht eine rasche Umsetzung. Geplant war unter anderem die Schaffung einer Dialogplattform (www.zukunft-pflanzenbau.at) für einen regelmäßigen fachlichen Austausch zu aktuellen Themen des Pflanzenbaus. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit wurde damit beauftragt. Ebenso soll eine Plattform für den Wissensaustausch im Bereich Pflanzenbau zur besseren Vernetzung von Wissenschaft und Praxis durch die Universität für Bodenkultur eingerichtet werden. Im Bereich der Forschung wird der Fokus auf praxisnahe Projekte gelegt, mit einer eigenen Förderung im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaften. Um klarere Rahmenbedingungen und eine erhöhte Transparenz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu schaffen, erfolgt künftig eine strikte personelle Trennung zwischen der Risikobewertung in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und dem Risikomanagement im Bundesamt für Ernährungssicherheit.

Veröffentlicht am 14.10.2015, Abteilung II/5 - Pflanzliche Produkte