Spezieller Heckenschnitt in den Bundesgärten

Spaliergerüst seit dem 19. Jahrhundert im Einsatz

Spezieller Heckenschnitt in den Bundesgärten

Der formvollendete Heckenschnitt hat in den Bundesgärten Tradition: Seit Jahrhunderten schneiden die Bundesgärten die Bögen und die Hecken händisch mit dem nach historischem Vorbild nachgebauten Gerüsten.

Die Besonderheit dieser Gerüste liegt darin, dass sie auch bei unebenen Wegen über einen speziellen Mechanismus ausgelotet, sodass gewährleistet ist, dass die hohen und langen Hecken immer senkrecht und schnurgerade geschnitten werden können. Die bis in die 1770er Jahre gestalteten Hecken und Alleen des Schönbrunner Schlossparks werden einmal pro Jahr geschnitten. Die historische gärtnerische Pflege und der Gartendenkmalschutz erfordern den regelmäßigen Schnitt zur Erhaltung des barocken Raumbildes. Die um 1700 und um Das große Spaliergerüst, mit dem auf fünf Ebenen gleichzeitig gearbeitet wird, ist seit dem späten 18. bzw. seit dem 19. Jahrhundert nahezu unverändert in seiner Funktion. Für den Bogenschnitt und für niedrigere Hecken werden kleinere Gerüste verwendet. Waren es bis vor einigen Jahrzehnten noch Pferde, die diese Gerüste gezogen haben, erfüllen heute Traktoren oder Elektrofahrzeuge diese Aufgabe.

Man benötigt insgesamt sieben Monate, um die rund 30 km langen und 1,5 bis 12 Meter hohen Hecken und die ebenso rund 30 km langen Alleen zu schneiden. Die Arbeiten finden von April bis November statt.

Veröffentlicht am 31.07.2017, Österreichische Bundesgärten