Die Bundesgärten Wien und Innsbruck

Die sieben Bundesgärten sind bedeutende öffentliche Grün- und Erholungsräume und beliebte Tourismusziele.

Die kaiserlichen Hofgärten sind 1918 mit dem Ende der Monarchie als Bundesgärten in das Eigentum der Republik Österreich übergegangen. Die Institution ist heute dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft – dem Lebensministerium – zugeordnet. Unsere Zuständigkeiten liegen im Management der historischen Parks bezüglich der Bewahrung und Revitalisierung der Gärten, in der Pflege der historischen Pflanzensammlungen, im Artenschutz und der Erhaltung bedrohter Pflanzenarten in unseren Sammlungen sowie im Betrieb unserer Palmenhäuser als Pflanzenschauhäuser. Der Der überwiegende Teil unserer derzeit rund 250 MitarbeiterInnen ist im gärtnerischen Bereich beschäftigt, die übrigen arbeiten in der Verwaltung und in unseren technischen Abteilungen. Rund 10 % unserer MitarbeiterInnen sind Menschen mit Behinderungen. Die Bundesgärten bilden jährlich rund 70 Jugendliche vornehmlich im Beruf der GärtnerIn, aber auch in technischen und in Verwaltungsberufen aus.

Die Gärten

Die Bundesgärten in Wien und in Innsbruck umfassen einen Bogen von über 400 Jahren österreichischer Gartengeschichte, beginnend mit der Renaissance, in der Hofgarten und Schlosspark Ambras in Innsbruck angelegt wurden, über das Barock mit den Umgestaltungen der beiden Innsbrucker Gärten und den fulminanten Gestaltungen des Augartens, des Belvederegartens und des Schlossparks Schönbrunn in Wien bis in das 19. und 20. Jahrhundert, in denen diese fünf Anlagen partiell modifiziert und die beiden Wiener innerstädtischen Gärten Burggarten und Volksgarten gestaltet wurden.

Die Pflanzensammlungen

Die historisch und botanisch hochwertigen Pflanzensammlungen werden in den Glashäusern in Schönbrunn und im Belvederegarten kultiviert. Die Sammlungen haben eine jahrhundertealte Tradition: Sie gehen auf die Forschungsreisen der Habsburger und deren Sammlungstätigkeiten im 18. und 19. Jahrhundert zurück. Sie umfasst derzeit um die 10.000 Einzelpflanzen aus über 3.500 Arten und rund 500 Hybriden. Aufgabe ist die Erhaltung der historischen Pflanzen sowie die Kultivierung seltener, vom Aussterben bedrohter Wildarten und die Sicherung der genetischen Vielfalt. Die Pflanzensammlungen sind aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich. Der Fachöffentlichkeit werden sie in Spezialführungen präsentiert.

Die Orchideensammlung

Die Zucht von Orchideen hat in den Bundesgärten eine über 200-jährige Tradition:. Schwerpunkt heute sind Wildarten, die in der Natur gefährdet sind und unter Artenschutz stehen. Die ersten tropischen Orchideen wurden in der Regierungszeit Kaiserin Maria Theresias gesammelt und in Schönbrunn gepflegt. Seither befindet sich die Orchideensammlung im Schlosspark Schönbrunn. Um 1900 wurden 1.500 Arten und 200 Hybriden kultiviert, insgesamt rund 25.000 bis 30.000 Stück. 90 der bedeutendsten Orchideensorten dieser Zeit wurden in dieser Zeit gezüchtet. Von diesen Sorten sind noch drei erhalten. In der Zeit der beiden Weltkriege erlitt die Sammlung schwere Schäden.

Zitrussammlung

Die Zitrusbäumesammlung ist eine der wertvollen botanischen Sammlungen der Bundesgärten. Sie umfasst rund 300 Pflanzen mit 75 Arten und Sorten. Die Schönbrunner Kultivierung von Zitruspflanzen in Kübeln geht bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück: Kaiserwitwe Wilhelmine Amalie legte Anfang des 18. Jahrhunderts eine Sammlung mit über 300 Pflanzen aus Italien an. Die Sammlung blieb in der Regierungszeit Kaiser Karl VI. (1711–1740) erhalten. Diese „Pomeranzen“-Sammlung bildete den Grundstock der späteren Sammlungen. Ab Mitte der 1750er-Jahre hatten die Zitrusbäume ihren Überwinterungsstandort in der neu errichteten Großen Orangerie. Die Sammlung hatte in dieser Epoche ihren Höhepunkt. In der warmen Jahreszeit standen die Pflanzen im Orangeriegarten. Nach Reduktionen der Sammlung Mitte des 18. Jahrhunderts ließ man in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts neue Zitrusbäume aus Sizilien kommen. Aus dieser Sammlung existieren heute noch rund 35 Exemplare.

Von Mai bis September werden die Prunkstücke im Kronprinzengarten der Meidlinger Kammergärten präsentiert.


Die Schauhäuser und Schaugärten

Von den Bundesgärten werden, zum Teil gemeinsam mit anderen Institutionen, Schaugärten und Schauhäuser betrieben: der Garten Am Keller mit Kronprinzengarten, der Irrgarten, das Große Palmenhaus und das Wüstenhaus im Schlosspark Schönbrunn, der Alpengarten und der Kammergarten im Belvederegarten sowie das Schmetterlinghaus im Burggarten.
 

Veröffentlicht am 19.01.2017