Augarten

Der Augarten ist Anfang des 17. Jahrhunderts im Augebiet der Donau als Jagdgarten entstanden. Mitte des 17. Jahrhunderts legte man beim Bau der Alten Favorita formale Gärten an. 

Der Augarten ist ein historischer Garten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Er ist die älteste erhaltene barocke Anlage Wiens, die heute wertvollen Grünraum mitten in Wien bietet.

Im Augarten sind die Porzellanmanufaktur Augarten, die Wiener Sängerknaben und das Filmarchiv Austria untergebracht. Charakteristisch sind auch die beiden Flaktürme aus 1940 und das Palmenhaus.

Der Augarten entstand Anfang des 17. Jahrhunderts im Augebiet der Donau als Jagdgarten Die Grundstruktur seiner Achsen und Schneisen stammt aus dieser Zeit. Mitte des 17. Jahrhunderts legte man mit dem Bau des Schlosses »Alte Favorita« formale Gärten an. Um 1677 ließ Leopold I. die Gärten im frühbarocken Stil neu gestalten. Schloss und Park wurden 1683 bei der zweiten Türkenbelagerung weitgehend zerstört. 1781 ließ der Kaiser auf zugekauften Grundstücken das Josefsstöckl und das Augartenpalais errichten sowie landschaftliche Gartenpartien anlegen.

Im 20. Jahrhundert erfuhr der Park wesentliche Veränderungen: 1925 wurden vier Schulsportplätze errichtet, 1926 kamen ein städtisches Kinderfreibad, 1940 die beiden Flaktürme mit ihren Nebengebäuden, 1945 temporär ein Notfriedhof und 1953 das Bildhaueratelier für Gustinus Ambrosi dazu.

Die städtischen Nutzungen des Parks wurden ab den späten 1980er Jahren zunehmend durch kulturelle Aktivitäten wie Konzerte, Sommerkino, Musik- und Volksfeste sowie ein Gartencafé erweitert. Anfang des 21. Jahrhunderts erfolgte die Umgestaltung des Bildhauerateliers in das »Atelier Augarten« der Österreichischen Galerie Belvedere, des jetzigen Belvederes, mit der Nutzung für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und mit einem Café-Restaurant sowie der Umbau des ehemaligen Generatorenbunkers in ein Kultur- und Eventlokal mit Gastronomie. Die Betriebsgelände der Bundesgärten –Parkabteilung Augarten und Baumschule für alle Wiener Bundesgärten mit Lehrlingsausbildungsstätte –

sowie eine universitäre Versuchsfläche liegen ebenfalls in diesen Arealen des Parks. Die ehemals kaiserlich-königliche habsburgische Anlage ist seit 1918 im Besitz der Republik Österreich, umfasst rund 54 Hektar Gärten und ist öffentlich zugänglich.

Der Garten zeigt strukturell vier Bereiche: barocke Gestaltung des Bereichs an der Oberen Augartenstraße (Parterre, Lindenhaine, Schüsselwiesen), waldartige Boskettbereiche, landschaftliche Anlagen und formale Gartenkunst der Zeit um 1900.

Die Bundessportplätze sind in ihrer Funktion als Schulsportplätze von öffentlichem Interesse. Die Grün- und Freiraumnutzungen wie Spiel- und Sportflächen, Kinderfreibad sind im Wesentlichen adäquat eingefügt. Einige Rasenflächen und Boskette sind heute infolge der intensiven Nutzung durch Aufenthalt, Spiel und Sport stark beansprucht. Die Wiener Porzellanmanufaktur und die Wiener Sängerknaben werten als österreichische Institutionen den Augarten auf. Das »Atelier Augarten« stellt eine kulturelle Bereicherung des Gartens dar.

Der Augarten ist für die umliegenden Bezirke ein bedeutender öffentlicher Grünraum und ist seit dem Jahr 2000 denkmalgeschützt. Der Augarten ist der älteste Park Österreichs.

Das Palmenhaus

Das Palmenhaus, eines der wenigen noch erhaltenen großen Glashäuser aus der Zeit der Monarchie, wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Zusammenhang mit der Anlage des Reservegartens an der heutigen Oberen Augartenstrasse errichtet. Die Glashausanlagen im Augarten dienten der Überwinterung von Pflanzen der Botanischen Sammlungen des Kaiserhauses und der Pflanzenproduktion für den Hof bzw. die Hofgärten.

Das Palmenhaus besteht aus drei Bereichen. Das Haupthaus hat eine Fläche von rund 300m². Die beiden Seitenhäuser sind als Pulthäuser an die Parkmauer angebaut. Der Verbindungsbau zwischen den drei Glashäusern in einer Größe von 40m² ist ein massives Ziegelbauwerk.

Das Haupthaus soll in der kalten Jahreszeit als Pflanzenüberwinterungshaus für diverse Kalthauskulturen verwendet werden. Im Sommer steht es für Events zur Verfügung.

Die beiden Seitenhäuser sollen ebenfalls für die Pflanzenüberwinterung sowie für Pflanzenvermehrungen genutzt werden.

Das Glashaus kann auch – ähnlich wie das Palmenhaus im Burggarten - für Veranstaltungen und Events, genutzt werden.

Veröffentlicht am 17.03.2015, Abteilung Präs. 5 - Kommunikation und Service