Hofgarten Innsbruck

Die heutige landschaftliche Gestaltung des Hofgartens geht auf Gärten der Renaissance und des Barock zurück: Herzog Friedrich IV. ließ nach 1410 einige Nutz- und Ziergarten nahe der Innsbrucker Hofburg anlegen.

Erzherzog Ferdinand II. veranlasste 1564 ihre Umgestaltung in repräsentative Lustgärten der Renaissance. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden Teile der Gärten von Erzherzog Ferdinand Karl aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassen. Seine barocke Gestaltung erhielt der Hofgarten in der Regierungszeit Maria Theresias ab 1755/56 und ab 1763.


1810 beauftragte der bayerische König Maximilian in der Zeit seiner Herrschaft über Tirol den Münchner Hofgartenintendanten Friedrich Ludwig von Sckell mit Entwürfen zur Umgestaltung des Hofgartens. Von diesen Entwürfen im landschaftlichen Gartenstil wurde vorerst nur die am Inn gelegene "Englische Anlage" westlich des eigentlichen Hofgartens umgesetzt. Im Hofgarten wurde eine Obstbaumschule und eine Restauration errichtet. Bei der Verlängerung des Rennplatzes durch den heutigen Rennweg nahm man Bezug auf den Entwurf von Sckell. 1833-42 erfolgten einige Flächenreduktionen durch Verbauungen. Seine weitere landschaftliche Umgestaltung erfuhr der Garten erst um 1857/58. Einige berocke Elemente wie Wege- und Achsenstrukturen, der Musikpavillon, Wasserbecken und Gartenmauern blieben erhalten. Neue Gebäude wie das ehemalige Teehäuschen, der heutige Kunstpavillon, wurden im Kammergarten, dem ehemaligen Gouverneursgarten, errichtet.
 

Im 20. Jahrhundert erfolgten etliche bauliche Verängerungen: Anfang der 1920er Jahre wurde das von Architekt Clemens Holzmeister entwofene "Hofgartencafe" anstelle der Restauration errichtet. In der ersten Hälfte der 1950er Jahre errichtete man einen Weiher nordöstlich des Pavillons. Das neue Palmenhaus an der Nordseite des Gartens wurde 1964 anstelle seines Vorgängerbaus errichtet. In den 1960er und den 1990er Jahren erfolgten diverse Arealveränderungen in den Randbereichen des Gartens in Zusammenhang mit der Erweiterung des Tiroler Landestheaters und dem Iniversitätsneubau. Mitte der 1990er und der 2000er Jahre wurden mit der Gestaltung eines Radweges in der Englischen Anlage und eines Spielplatzes an der Südseite des Gartens städtische Nutzungen ergänzt.
 

Der ehemals kaiserlich-königlich habsburgische Garten ist seit 1918 im Besitz der Republik Österreich und wird von den Bundesgärten verwaltet. Der Hofgarten mit Kammergarten und "Englischer Anlage" steht seit 2000 unter Denkmalschutz.
Die landschaftlichen Gestaltungen des 19. Jahrhunderts blieben mit den barocken Gartenarchitekturen, Wege- und Achsenstrukturen und den Überarbeitungen des 20. Jahrhunderts im Wesentlichen erhalten. Verunklärend dagegen wirkten einige gärtnerische Veränderungen des 20. Jahrhunderts wie der zu dichte Baumbestand und etliche hinzu gefügte Blumenbeete.

Ziel der gartendenkmalpflegerischen Revitalisierungen ab 1993 war die strukturierende Klärung der räumlichen Gestaltung des Landschaftsgartens. Bei den Maßnahmen berücksichtigte man die Erhaltung der barocken Gestaltungselemente und der relevanten Umgestaltung des 20. Jahrhunderts. Die Arbeiten wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt bereits einige Jahre vor der Erstellung des Parkpflegewerkes begonnen. Für die Revitalisierung der Gestaltungslinien wurden ca. 150 Bäume gefällt (1994-2004). Auf Basis des seit 1999 vorliegenden Parkpflegewerkes sowie in der Folge der Denkmal-Unterschutzstellung mit einem Gutachten (beide Arbeiten: Cordula Loidl-Reisch) entfernte man die im 20. Jahrhundert ergänzten, dem Konzept der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht entsprechenden Blumenbeete (2001-02). Die gärtnerischen Revitalisierungsmaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen. Seitens der Burghauptmannschaft wurde die Hofgartenmauer (1994-2004), das Chotek Tor (2003) und das Gärtnerhaus (2003, 2005) baulich saniert.

In den nächsten Jahren sind einige ergänzende gärtnerische Maßnahmen wie strukturierende Eingriffe in den Baumbestand erforderlich. Baulich sind die Fertigstellung der Mauerrenovierungen, die Sanierung des Weihers und der Austausch der asphaltierten Wegeflächen im Kleinen Hofgarten vorgesehen.

Für den Hofgarten wurde auf Basis seiner historischen Entwicklung und seines Bestandes als Leitzustand der Zeitraum der Umgestaltung in den Landschaftsgarten Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Elementen des Barock und des 20. Jahrhunderts festgelegt.

Die Revitalisierungen erfolgen in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, Abteilung für historische Gartenanlagen und dem Landeskonservatorat für Tirol. Sie werden von der Innsbrucker Verwaltung der Bundesgärten  im Rahmen der Parkpflege vorgenommen und aus dem laufenden Budget finanziert. Sonderbutgets standen lediglich für die Erneuerung der Möblierung zur Verfügung. Die baulichen Sanierungen werden immer wieder von der Burghauptmannschaft Österreich als zuständige Baudienststellt durchgeführt. Den neuen Kinderspielplatz errichtete die Stadt Innsbruck.

Hunde müssen an der Leine geführt werden; wobei zu beachten ist, dass Rasen- und Pflanzenflächen von Hunden nicht betreten werden dürfen.
office@bundesgaerten.at


 

Veröffentlicht am 17.03.2015, Abteilung Präs. 5 - Kommunikation und Service