Schlosspark Schönbrunn

Der barocke Schönbrunner Schlosspark ist aus einem in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegten Jagdgebiet Kaiser Maximilians II. (1564-1576) entstanden.

Der Schlosspark Schönbrunn wurde um 1779 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist seither beliebtes Erholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung und internationales Publikum. Der Schlosspark mit seiner Ost-West-Ausdehnung von 1,2 Kilometern und seiner Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 1 Kilometer, wurde 1996 gemeinsam mit dem Schloss Schönbrunn in das Verzeichnis des Welterbes der UNESCO aufgenommen.

Schloss und Parkanlage bilden eine Einheit und sind entsprechend der barocken Konzeption einander zugerichtet.Die barocke Gartengestaltung hat sich mit den Erweiterungen aus dem letzten Lebensjahrzehnt Maria Theresias weitgehend unverändert erhalten und bestimmt auch heute noch das charakteristische Erscheinungsbild des Schönbrunner Gartens.

Der Schönbrunner Schlosspark wird von den Bundesgärten verwaltet. Die Bundesgärten sind für die Pflege des Gartens zuständig und betreiben das Palmenhaus im Schlosspark.

Im Schlosspark Schönbrunn befinden sich der Kronzprinzengarten und der Garten am Keller, der Japanische Garten, der Irrgarten, das Palmenhaus, das Wüstenhaus und die Organgerie.

Das Große Palmenhaus im Schlosspark Schönbrunn

Das Große Palmenhaus wurde 1880 bis 1882 im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. nach Plänen von Hofarchitekt Franz Xaver Segenschmid von der Firma Ignaz Gridl errichtet. Mit einer Gesamtfläche von 2.500m² war es zum Zeitpunkt der Eröffnung am 19. Juli 1882 das größte Glashaus der Welt. Das aus vorgefertigten Teilen zusammengesetzte Gebäude ist 111 Meter lang, maximal 28 Meter breit und erreicht an der höchsten Stelle 25 Meter.

Die Glasfläche mit über 40.000 Glastafeln beträgt 4.900m².

Nach der Zerstörung durch drei Bombentreffer am 7. Februar 1945 wurde das Haus am 14.Jänner 1953 wiedereröffnet.

Aufgrund des schlechten Bauzustandes kam es von 1976 bis 1986 zu einer Sperre. Die bauliche Sanierung erfolgte von 1986 bis 1990.

Die nächste Sanierung führte man unter denkmalpflegerischen und technischen Aspekten im Auftrag der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft in den Jahren 2011 bis 2014 durch.

Das Große Palmenhaus präsentiert in seinen drei Häusern, dem Warmhaus, dem temperierten Haus und dem Kalthaus Schaustücke der historischen Sammlung. Im südlichen Warmhaus beträgt die Mindesttemperatur 18°C, in der Mittelhalle, dem temperierten Haus, 12°C und im nördlichen Kalthaus 5°C.

Die private Nutzung für Veranstaltungen ist möglich.


Daten zum Grossen Palmenhaus
Länge: 111 m, Breite: 28 m, Höhe: 25 m
Grundfläche: 2.500 m², Glasfläche: 4.900 m²,
bestehend aus 45.000 Glasscheiben
 
Öffnungszeiten:
Das Palmenhaus ist ganzjährig geöffnet.
1. Mai bis 30. September_9:30–18:00 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)
1. Oktober bis 30. April_9:30–17.00 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr)

Garten am Wüstenhaus im Schlosspark Schönbrunn

Der Garten am Wüstenhaus liegt im Schlosspark Schönbrunn am ehemaligen Sonnenuhrhaus, dem heutigen Wüstenhaus. Der Garten bietet interessante Einblicke in die Flora und Fauna weltweiter Trockenlebensräume.

Beispielsweise finden sich die winterharten Kakteen Amerikas wie Feigen- und Igelsäulenkakteen auch in den Tiroler Bergen.

Auch der asiatische Sternwurz ist ein gerne gesehener Gast in heimischen Pflanzenbeeten. Die heimische Hauswurz wiederum wird auf dem Land als Blitzschutz angesehen.

Eine Besonderheit sind die Zwiebelpflanzen, die wichtige Reservestoffe wie Stärke enthalten.

Natürlich fehlen auch die tierischen Trockenbewohner nicht: In einem Freigehege an der Südseite des Wüstenhauses ist eine Kolonie europäischer Ziesel zu Hause. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in unterirdischen Erdbauten und legen einen fast siebenmonatigen Winterschlaf ein.

Der Garten am Wüstenhaus wurde so gestaltet, dass er einen thematischen Bezug zum Wüstenhaus aufweist und den garten- und denkmalpflegerischen von 1908 Vorgaben entspricht.

Spielerische Elemente wie ein Halbspiegel, ein Pultpuzzle, Tastboxen, ein Kaleidoskop und Täuschungsbilder bereichern die Tier- und Pflanzenwelt.


Der Garten am Wüstenhaus ist von Mai bis September über das Wüstenhaus zugänglich.
Öffnungszeiten Wüstenhaus:
Mai bis September, 9.00-18.00 Uhr
Oktober bis April, 9.00-17.00 Uhr

Der Japanische Garten

Der Japanische Garten in Schönbrunn, der südlich des Palmenhauses liegt, wurde im Jahre 1913 von Schönbrunner Gärtnern erbaut und 1996 wiederentdeckt. Bei dieser Gelegenheit wurden zwei neue, repräsentative japanische Gärten als "Trockengarten" und "Teegarten" angelegt.

Der Japanische Garten in Schönbrunn soll nicht nur der Erbauung der Besucher, sondern auch als Symbol der Japanisch-Österreichischen Freundschaft dienen.

Der im Laufe der Zeit fast gänzlich von Efeu überwucherte Steingarten wurde von japanischen Gartenfachleuten untersucht, und 1998 in seinen historischen Zustand rückgeführt.

Der trockene Landschaftsgarten

Trockene Landschaftsgärten zählen zu den traditionellen, japanischen Landschaftsgärten, in denen ohne Wasser zu verwenden nur mit Sand, mit Steinen und wenigen Pflanzen Berge und Gewässer dargestellt werden. Die Steinformationen "Tsuru" (Kranich) und "Kame" (Schildkröte) sind Symbole für Glück, langes Leben und Weisheit. Die Steingruppen sind in den japanischen Glückszahlen 7,5 und 3 gesetzt.

Zur Vertiefung der Freundschaft zwischen Japan und Österreich wurde dieser Gartenteil "Kissho"- Garten (Glücksgarten) genannt.

Der Teegarten

Teetrinken wurde in Japan im 16. Jahrhundert zur kunstvollen Zeremonie. Der Ort für diese "Teezeremonie" besteht aus einem kleinen Haus - auch Teehaus genannt - und einem "Teegarten", in dem ein Pfad zum Teehaus führt. Weiters zählen dazu ein Eingangstor, Trittsteine und ein Warteplatz, wo der Gastgeber seine Gäste begrüßt, sowie der "Tukubai", wo die Gäste in einem Steinbassin Mund und Hände spülen. Anstatt eines Teehauses wurde in diesem Garten ein Teeplatz errichtet.

 

Der Kronprinzengarten - Garten am Keller

Der seit 1875 als Kronprinzengarten bezeichnete Garten an der Ostfassade des Schlosses und der Garten Am Keller waren bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918 Privatgärten der kaiserlichen Familie. Diese um 1700 angelegten sogenannten Meidlinger Kammergärten gehören zu den ältesten Parkpartien Schönbrunns. Der Kronprinzengarten liegt am ehemaligen Appartement Kronprinz Rudolfs, der Garten am Keller über dem heute noch existierenden Keller.

Der von einem hufeisenförmigen Laubengang eingefasste Garten Am Keller erhielt um 1750/55 eine prunkvolle barocke Gestaltung mit einem dreiteiligen Broderieparterre um ein achteckiges Bassin. Diese Gestaltung wurde in den Jahren 2000-2003 rekonstruiert. Das an Stickereien erinnernde Muster der Kompartimente besteht aus Buchsornamenten, Blumenbeeten und Flächen mit verschiedenfärbigem Stein- und Ziegelsplitt. Den Rahmen bilden Rasenbänder mit Formbäumen aus Buchs und Eibe.

In den von wildem Wein bewachsenen Laubengang sind fünf Treillagepavillons eingefügt. Der Mitte des 20. Jahrhunderts entfernte Pavillon in der Laubengangmitte wurde durch einen modernen Aussichtspavillon ersetzt. Die historischen Pavillons sind kunstvoll geschnitzte Holzkonstruktionen, bekrönt durch eine bemalte Kuppel. Das Treillagewerk des Laubenganges wurde bereits um 1770 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt.

Gemeinschaftsprojekt von Bundesgärten Wien_Innsbruck und Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

Das Wüstenhaus im Schlosspark Schönbrunn

Unter dem Glasdach des im Jugendstil erbauten ehemaligen Sonnenuhrhauses im Schönbrunner Schlosspark wurde 2003 das Konzept eines Wüstenlebensraums gemeinsam mit dem Tiergarten verwirklicht. Ein Erlebnispfad führt durch authentische Wüstenlandschaften von Mittelamerika bis Madagaskar. Den botanischen Schwerpunkt bilden Kakteen und andere Saftpflanzen. (Sukkulenten).

1904 wurde das Sonnenuhrhaus für die wertvolle Pflanzensammlung Kaiser Franz Joseph I. erbaut. Bis 1989 diente es als Gewächs- und Überwinterungshaus für eine wertvolle Sammlung von australischen und südafrikanischen Pflanzen. 1998 musste das Haus wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Im Herbst 2000 begannen die Sanierungsarbeiten zur Umgestaltung des Gebäudes in ein „Wüstenhaus".

Mehr als 35 Prozent der Landmasse der Erde sind von Wüsten, Wüstensteppen und Trockensavannen bedeckt. Das Wüstenhaus beschränkt sich nicht auf das bloße Herzeigen einer Auswahl von Pflanzen und Tieren aus Trockenlebensräumen, sondern es soll in erster Linie Wissen vermitteln: über die Umweltbedingungen in extremen Lebensräumen, die den Organismen außergewöhnliche Anpassungsformen abringen und über die Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen.

Rundgang durch das Wüstenhaus

Das Wüstenhaus zeigt beispielsweise die seltensten Wüstenfische dieser Erde, auch die in der Türkei, Syrien und Jordanien heimischen Schwarmfische, bekannt als Knabberfische, sind zu sehen. Ein Highlight ist auch das 70 Meter lange Glasröhrenlabyrinth, das von rund 50 Nacktmullen bewohnt wird.

Auch eine neue pflanzliche Besonderheiten warten auf die jährlich rund 130.000 Besucher, nämlich die Fockea, ein Nachwuchs der ältesten sukkulenten Topfpflanze der Welt. Aufgrund ihres weißen Milchsafts wird sie in ihrer Heimat Südafrika „Koe" - auf Deutsch „Kuh" - genannt. Seit 1788 wird diese botanische Rarität in den Schönbrunner Glashäusern kultiviert. Sie galt bis 1906 als einziges Exemplar weltweit. In der Mittelhalle sticht zudem die 1859 vom österreichischen Forscher Friedrich Welwitsch entdeckte Welwitschia mirabilis hervor, die nur in der afrikanischen Namibwüste vorkommt.


Öffnungszeiten:
Mai - September täglich 09.00 - 18.00 Uhr (letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung)
Oktober - April täglich 09.00 - 17.00 Uhr (letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung)


Der Irrgarten im Schlosspark Schönbrunn

Die Irrgärten, ursprünglich eigentlich „Wandelgänge“ von Schönbrunn, wurden zwischen 1698 und 1740 angelegt und bestanden aus sechs verschiedenen Teilen.

Im Verlaufe der Zeit wurden sie immer wieder vereinfacht und verändert, bis auch der letzte Teil im Jahre 1892 gerodet wurde.Im Zuge der Revitalisierungsmaßnahmen wurde 1999 der erste Teilbereich als klassischer Irrgarten mit Verirrmöglichkeiten, Aussichtsplattform und Harmoniesteinen als Belohnung am Ziel, eröffnet.

Mehr als 300.000 Besuchern veranlassten die Bundesgärten und die Schloss Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH, den Irrgarten mit zwei Labyrinthen zu erweitern. Beide Labyrinthe orientieren sich wie auch der Irrgarten an den historischen Vorbildern.

Teil „B“, mit einer Wegelänge von mehr als 600 Metern, besteht aus einer nur 0,4 Meter hohen Eibenhecke wodurch ein Überblick über den gesamten Labyrinthteil mit seinen verschiedenen attraktiven Einbauten gewährt wird.

Im Teil „C“ führt ein 250 Meter langer Schlangenweg zwischen übermannshohen Hainbuchenhecken konzentrisch auf einen Aussichtshügel.

Im Gegensatz zum Irrgarten führt in beiden Labyrinthen nur ein Weg zum Ziel, wobei „B“ einige gefährliche Abkürzungsmöglichkeiten bietet.

Labyrinthe waren bereits in ägyptischen und kretisch-minoischen Kulturkreisen bekannt. Später entwickelten sich aus den Labyrinthen Irrgärten, die mit Wahlmöglichkeiten, Umwegen und Sackgassen eine aktive Suche nach dem rechten Weg erforderten und damit vor allem der Belustigung dienten.

Der "Irrgarten" im Schloßpark Schönbrunn wurde zwischen 1698 und 1740 errichtet. Und wurde von der Form her als Wandelgang mit sechs Teilen und einer Gesamtlänge von ca. 3,5 Kilometern angelegt.

Im Rahmen des von der UNESCO anlässlich der Aufnahme als kulturelles Welterbe vorgeschriebenen Parkpflegewerkes wurde in wichtigen Gartenbereiche der historische Zustand wiederhergestellt.

Aus dem ehemaligen schneckenförmigen Wandelgang wurde ein echter Irrgarten mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten, Sackgassen, einem attraktiven Mittelplatz mit Aussichtsplattform und einem direkten Ausgang. Auf einer Fläche von 1715m² wurden mit circa 1000 Eiben 630 Meter lange Hecken mit einer Höhe von 1,9 Metern gepflanzt und dazwischen 1,7 Meter breite Kieswege hergestellt.


Schlosspark Schönbrunn_1130 Wien
Grosses Parterre, Hietzinger Seite

Die Orangerie

Um 1754 wurde neben Versailles die größte Orangerie in Europa im nordöstlichsten Bereich des Schlosspark Schönbrunn errichtet. Es ist der geeignete Ort, um exotische, nicht winterharter Pflanzen zu überwintern.. Vor allem Zitrusbäumchen wurden in den Wintermonaten vor den Einwirkungen des Frostes hier geschützt. Vorgelagert ein Zier- und Nutzgarten zur Aufstellung der Pflanzen in den Sommermonaten. Ebenso diente die Orangerie und der Garten Rahmen für Feste. Die Orangerie diente dem Kaiserhause, dem Wiener Kongress 1814, dem ersten internationalen botanischen Kongress 1905 oder Musikaufführungen wie dem einzigen unmittelbaren Wettstreit zwischen Mozart und Salieri als Kulisse.

Das Bauwerk erstreckt sich über eine Länge von 189 Metern, mit dem vor gelagerten südlichen Orangerieparterre eine Breite von 68 Metern. Am Ostende der Orangerie schließt sich nahtlos das halbkreisförmige Zedrathaus an. Erbaut wurde es, um den Pomeranzengarten gegen die kalten Ostwinde zu schützen. Geheizt wird die Schönbrunner Orangerie über eine Hypokaustenheizung - römische Kanalheizung. In den Wintermonaten werden circa 10 Grad Celsius gehalten.

Der Orangeriegartenbereich gliedert sich in drei Bereiche:
Historische Orangeriepflanzen aus dem mediterranen Raum - Bereich 1

Den Kernbestand der Orangerien bildet die Sammlung zumeist immergrüner und blühender Gewächse des Mittelmeerraumes.

Rangierung - Sammlung exotischer Pflanzen und Aufzuchtsbereich - Bereich 2

Zunehmend wurden nicht nur typische Orangeriepflanzen wie Zitrusbäumchen und andere mediterrane Zier- und Nutzpflanzen in Orangerien kultiviert. Durch Sammlung, Expeditionen und Tausch wurden zunehmend auch andere exotische Pflanzen zur Repräsentation untergebracht. So kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts Ananas, Avocado, diverse Yucca und Agavenarten, Engelstrompeten und andere aus Südamerika, der Karibik und Afrika stammenden Pflanzen zu den mediterranen Pflanzen hinzu.

Obstorangerie - Bereich 3

Eine herrschaftliche Gartenanlage verfügte zumeist auch weitläufige Nutzgärten. Diese Küchengärten benannten Bereiche dienten der Versorgung der herrschaftlichen Küche,

Bis Ende des 19. Jahrhunderts entstand am Standort Schönbrunn eine Obstsammlung von über 1.500 Obstsorten. Diese dienten nicht nur der Versorgung sondern auch als sogenannte Reisergärten. Heute sind daher ausgewählte alte Obstsorten in Holzkübeln zu sehen.

Veröffentlicht am 21.04.2015, BMLFUW Öffentlichkeitsarbeit