Rupprechter/Brunner: Bayern und Österreich ziehen an einem Strang

Strategietagung für starke gemeinsame europäische Agrarpolitik

Bayern und Österreich haben die allerbesten Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums. Dies haben Bundesminister Rupprechter und sein Kollege Helmut Brunner, der bayerische Landwirtschaftsminister zum Abschluss der 8. Bayerisch-Österreichischen Strategietagung im niederbayerischen Straubing deutlich gemacht. „Unsere beiden Länder bieten genau das, was die Konsumentinnen und Konsumenten immer stärker einfordern: Nachhaltige und kleinstrukturierte Familienbetriebe, Regionalität, hochwertige und leistbare Produkte sowie eine attraktive Kulturlandschaft“, waren sich Brunner und Rupprechter einig. Diese Ausgangsbasis eröffne hervorragende Perspektiven für die Zukunft.

Bayern und Österreich wollen ihre Gemeinsamkeiten deshalb künftig noch stärker für länderübergreifende Akzente und Initiativen nutzen. „Die Weichen für die zukünftige Ausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik in Europa werden jetzt gestellt. Nur durch einen starken gemeinsamen Auftritt können wir die nachhaltigen bäuerlichen Familienbetriebe absichern und um jeden Cent im neuen Finanzrahmen kämpfen“, erklärten die beiden Minister. Der Konsultationsprozess der Kommission zur neuen Periode der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 läuft nur noch wenige Tage bis zum 2. Mai 2017.  Bisher gibt es schon 120.000 Stellungnahmen. „Ich möchte noch einmal die Gelegenheit nutzen und alle einladen, sich in diesen Prozess aktiv einzubringen und die Zukunft der Agrarpolitik und der Regionen mitzugestalten“, betonte Rupprechter.

Als Erfolgsfaktoren für die Zukunft sehen die Minister die noch stärkere Ausrichtung hin zu regionalen Premiumprodukten und Spezialitäten, die Verbreitung neuer Technologien und den Erhalt möglichst vieler und vielgestaltiger bäuerlicher Familienbetriebe – nicht nur in Gunstlagen, sondern auch in schwieriger zu bewirtschaftenden Regionen wie den Berggebieten. Schließlich sei eine flächendeckende Landbewirtschaftung unverzichtbar, um die ländlichen Räume dauerhaft vital und lebenswert zu halten. Brunner und Rupprechter wollen deshalb die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe mit passgenauen Bildungs-, Beratungs- und Förderprogrammen gezielt stärken. „Jeder Betrieb hat Zukunftschancen – ein Wachsen oder Weichen wie in anderen Ländern soll es bei uns nicht geben“, so die Minister. Brunner fordert in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Umverteilung der EU-Agrarzahlungen zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe – als Ausgleich für die gegenüber Großbetrieben höheren Produktionskosten.

Eine Riesenchance für die heimische Landwirtschaft steckt nach Einschätzung Brunners und Rupprechters in der dynamischen technologischen Entwicklung. „Die Digitalisierung eröffnet bislang ungeahnte Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern, die Ressourcen zu schonen, die Arbeitsbedingungen zu optimieren und das Tierwohl weiter zu verbessern“, sagte Brunner. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass auch kleinere Betriebe durch neue Produkte und Verfahren vom digitalen Fortschritt profitieren können. Für Rupprechter hat zudem die Vereinfachung oberste Priorität. „Es gilt die Flächenermittlung zu vereinfachen, Toleranzen auszubauen und ein neues praktikableres Modell für Almen und extensive Futterflächen zu verankern“, so Rupprechter.

Wertvolle neue Absatzmärkte und Entwicklungsperspektiven erwarten sich Bayern und Österreich zudem von der Bioökonomie. Wichtig ist die Erwerbskombination, insbesondere im Zusammenhang mit der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbarer Energie. Die zunehmende Abkehr von fossilen Rohstoffen eröffnet nach Einschätzung der beiden Minister große Chancen für die ländlichen Räume. Gerade das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing kann hier laut Brunner wertvolle Impulse setzen.

Die im zweijährigen Turnus stattfindende Bayerisch-Österreichische Strategietagung stand heuer unter dem Motto „Landwirtschaft und ländlicher Raum: Perspektive 2030“. Bayern und Österreich nutzen die Tagung traditionell als Plattform für den gegenseitigen Austausch in Fragen der Agrarpolitik und des ländlichen Raums. „Unsere beiden Länder haben ähnliche strukturelle Voraussetzungen und Interessen“, so Brunner und Rupprechter. Umso wichtiger und erfolgversprechender sei es, in grundsätzlichen Fragen und bei der Entwicklung der ländlichen Räume eng zusammenzuarbeiten.

Veröffentlicht am 28.04.2017

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