Chancengleichheit in der Energiebranche

Der Frauenanteil in der Energiebranche ist nach wie vor gering. Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien sind die attraktiveren Arbeitgeber für Frauen und junge Mitarbeitende

Eine aktuelle Studie der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) im Auftrag des Bundesministeriums für Land‐ und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft setzt sich mit der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der österreichischen Energiebranche auseinander. 

Der Frauenanteil in der österreichischen Energiebranche könnte insgesamt höher sein. Auffällig ist jedoch, dass er bei Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien mit 29,6 Prozent deutlich höher liegt als der Durchschnitt für die Gesamtbranche mit 19,3 Prozent.

Das bringt auch einen deutlich höheren Frauenanteil bei den Führungspositionen. Dieser liegt bei der Energiebranche im Durchschnitt bei 11 Prozent, bei Unternehmen aus den Erneuerbaren Energien bei 18 Prozent.

Die Branche der Erneuerbaren Energien beschäftigt auch vermehrt junge Mitarbeitende. Während der Anteil der unter 30‐jährigen Beschäftigten in den Unternehmen der klassischen Energiewirtschaft 16,4 Prozent beträgt, stellt diese Gruppe 31,7 Prozent der Beschäftigten in den Unternehmen der Erneuerbaren Energie.

Es lässt sich feststellen, dass die gesamte Energiewirtschaft für das Thema Chancengleichheit sensibilisiert ist und die Herausforderungen im Personalmanagement erkennt. Die Branche befindet sich aktuell stark in Veränderung. Durch Treiber, wie Klimaschutz‐Politik, Energiepolitiken, globale Märkte, technologische Trends, Demografie und Finanzierungsthemen ergeben sich ständig neue Herausforderungen. Das bringt veränderte Strukturen, Finanzierungssysteme, Investitionspläne sowie Geschäftsmodelle und ‐beziehungen. Damit verändert sich auch der Qualifikationsbedarf bei Mitarbeitenden. All dies sind Gründe für die Energiebranche sich als attraktiver Arbeitgeber für (junge) Frauen UND Männer zu positionieren.

Veröffentlicht am 28.11.2016, Energie- und Wirtschaftspolitik (Abteilung I/2)