Gemeinsam für eine integrierte Energie- und Klimastrategie

Bei der Kli­ma­kon­fe­renz in Paris im De­zem­ber 2015 haben sich erst­mals 195 Staa­ten auf ein Kli­ma­ab­kom­men ge­ei­nigt. Es gilt, die glo­ba­le Er­wär­mung lang­fris­tig auf zwei Grad oder we­ni­ger zu be­gren­zen und bis zum Ende die­ses Jahr­hun­derts die Wirt­schaft CO2-neu­tral zu ge­stal­ten.

Wir nehmen das Ergebnis der Klimakonferenz von Paris ernst, die Staatengemeinschaft zeigt damit den Weg zur CO2-neutralen Wirtschaft und Gesellschaft auf.

Die Europäische Union ist dabei Vorreiterin und ist mit ihren eigenen Zielen in Vorleistung getreten: Die EU will bis 2030 ihren CO2-Ausstoß um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren, ihren Anteil an Erneuerbaren Energien EU-weit auf mindestens 27 Prozent steigern und ihre Energieeffizienz ebenfalls EU-weit um mindestens 27 Prozent zu verbessern in Vorleistung getreten.

Jetzt müssen wir das Abkommen auch in Österreich mit Leben erfüllen. Das heißt, es braucht eine langfristige österreichische Energie-und Klimastrategie, die den Weg dorthin aufzeigt. Mit dem Grünbuch starten wir die Diskussion dazu.

Auf Stärken aufbauen, neue Chancen nutzen

Österreich hat im internationalen Vergleich einen Startvorteil: Wir erzeugen schon heute 70 Prozent unseres Stroms aus Erneuerbaren Energiequellen. Dadurch ist Österreich eines der CO2–effizientesten EU-Länder – und das ohne Atomenergie. Seit 2005 ist es gelungen, das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch zu entkoppeln. Auf diesem Status quo können wir aufbauen, wie auch auf dem weltweiten anerkannten Know-how österreichischer Umwelt-und Energietechnikunternehmen.

Dennoch liegen große Herausforderungen vor uns. Wir müssen und werden unseren Beitrag leisten, um die europäischen und globalen Ziele zu erreichen. Gleichzeitig gilt es sicherzustellen, dass unser Energiesystem sicher, nachhaltig, wettbewerbsfähig und für KonsumentInnen und Unternehmen gut leistbar bleibt.

Ziele des Grünbuchs

Das vorliegende Grünbuch schafft die Grundlage für eine informierte und faktenbasierte Diskussion über eine integrierte Energie-und Klimastrategie. Dabei ist sowohl über die Ziele bis 2030 als auch über eine langfristige Perspektive bis 2050 nachzudenken. Wir müssen jetzt die Weichen dafür stellen, wie unser Energiesystem in Zukunft gestaltet werden soll.

Das Grünbuch analysiert die bestehende Situation in Bezug auf CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Energieaufbringung in Österreich und vergleicht existierende Szenarien für die zukünftige Entwicklung. Dabei werden die wichtigsten Sektoren betrachtet und relevante Fragestellungen aufgeworfen. Es richtet sich an alle, sowohl an die interessierte Öffentlichkeit als auch an Expertinnen und Experten auf allen Ebenen.

Die öffentliche Diskussion darüber wurde Anfang Juli mit der Online-Konsultation zum „Grünbuch für eine integrierte Energie- und Klimastrategie“ gestartet. Diese ist nun abgeschlossen, 399 Personen und Organisationen haben sich mit fast 10.000 Antworten an dieser beteiligt.

Mitte September haben sechs Arbeitsgruppen mit rund 120 Expertinnen ihre Arbeit aufgenommen. Moderiert von ZSI (Zentrum für Soziale Innovation) werden die Themen „Investitionen“, „Standort und Beschäftigung“, „Forschung“, „Entwicklung und Innovation“, „Handlungsebenen“, „Kosten und Finanzierung“ und „Zukünftiger Energiemarkt“ diskutiert. Die eingebrachten Inhalte reichten von grundsätzlichen, strategischen, rechtlichen und inhaltlichen Fragen bis hin zu konkreten, operativen Maßnahmen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen fließen in die Erstellung der Energie- und Klimastrategie (Weißbuch).

Informationsveranstaltung: 19.10.2016, Design-Center Linz

Im Rahmen der Informationsveranstaltung am 19. Oktober 2016 in Linz wird es die Möglichkeit geben, in den Arbeitsgruppen vor Ort weitere Inputs einzubringen. Ebenso wird ein Einblick in die Ergebnisse der Online-Konsultation gegeben.
Die Anmeldung zum Event ist ab Anfang Oktober unter www.konsultation-energie-klima.at möglich. 

Veröffentlicht am 07.06.2016, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)