Erneuerbare Energie in Zahlen 2016

Broschüre des BMLFUW zur detaillierten Situation der Erneuerbaren Energieträger in Österreich im Jahr 2016 (auf Datenbasis 2015)

Bereits zum neunten Mal gibt das Umweltministerium die Broschüre „Erneuerbaren Energie in Zahlen“ heraus. Darin werden Daten aus der aktuellen, von Umwelt- und Wirtschaftsministerium gemeinsam beauftragten Energiebilanz in verständlicher und grafisch ansprechender Art und Weise aufgearbeitet und mit wichtigen zusätzlichen Datenquellen präsentiert.

Neben der Darstellung der energetischen Entwicklung der einzelnen Sparten der erneuerbaren Energie werden auch die Bedeutung für den Klimaschutz und die volkswirtschaftlichen Effekte analysiert. Dadurch wird ein umfassender Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energieträger in Verbindung mit wichtigen Hintergrundinformationen ermöglicht und ein Verständnis zu aktuellen Trends und Treibern auf diesem Gebiet geschaffen.

Anstieg des Energieverbrauchs

Die Daten im Detail: Der österreichische Bruttoinlandsverbrauch an Energie betrug im Jahr 2015 391.527 GWh oder 1.409,5 PJ und war damit um 2,6 % höher als im Jahr 2014. Der energetische Endverbrauch stieg im selben Zeitraum um 3,0 %.

Der Anstieg des Bruttoinlandsverbrauchs bzw. Endverbrauchs ist dabei auf einen Mehrverbrauch in den Sektoren Haushalte, Verkehr und Industrie zurückzuführen, wobei die Hintergründe in der 2015 um 11,6 % höheren Heizgradsumme, in den niedrigen Treibstoffpreisen und der wieder leicht wachsenden Wirtschaft zu sehen ist.

Anteil der Erneuerbaren steigt

Der Anteil erneuerbarer Energie gemäß EU Richtlinie 2009/28/EG betrug in Osterreich im Jahr 2015 32,8 %. Der Anteil Erneuerbarer steigerte sich damit gegenüber dem Vorjahr 2014 um 0,1 Prozentpunkte. Der absolute Beitrag Erneuerbarer steigerte sich von 2014 auf 2015 um 3,5 % auf 106.694 GWh oder 384,1 PJ.

Zum Vergleich: der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch der EU28 im Jahr 2014 betrug laut Eurostat (2016) 16,0 %.

Wasserkraft und Biomasse traditionell stark in Österreich

Die größten Beiträge am Gesamtaufkommen erneuerbarer Energie in Österreich leisteten im Jahr 2015 die Wasserkraft mit 37,3 % und die feste Biomasse mit 29,2 %.

Weitere große Beiträge stammen aus dem erneuerbaren Anteil in der Fernwärme mit 9,8 %, den Bereichen Biokraftstoffe mit 7,3 %, und den energetisch genutzten Laugen mit 6,1 %.

Die Beiträge der Sektoren Windkraft, Solarthermie, Umweltwarme, Biogas, Geothermie und Photovoltaik machen in Summe 10,3 % aus.

Bedeutender Beitrag zum Klimaschutz

Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich im Jahr 2015 Treibhausgasemissionen im Umfang von rund 29,0 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Ohne Berücksichtigung der Großwasserkraft betrugen die vermiedenen Emissionen der „neuen Erneuerbaren“ 17,1 Mio. Tonnen.

Die insgesamt vermiedenen Emissionen haben sich von 2014 auf 2015 damit um 2,2 % erhöht, was im Wesentlichen auf den gestiegenen Einsatz von Biotreibstoffen und einem Anstieg der Einsparungen im Strombereich (durch gestiegene Produktion sowie die Erhöhung der Emissionskoeffizienten der Substitution) zurückzuführen ist.

Im Sektor Strom konnten 17,3 Mio. Tonnen, im Sektor Wärme 9,6 Mio. Tonnen und im Sektor Treibstoffe 2,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden.

Wirtschaftlicher Erfolg der Erneuerbaren

Der Gesamtumsatz im Bereich der Technologien zur Nutzung Erneuerbarer betrug im Jahr 2015 6,9 Mrd. Euro und war damit um 3,1 % höher als im Jahr 2014. Diese Entwicklung ist einerseits auf den 2015 wieder angestiegenen Absatz von Biomassebrennstoffen und andererseits auf die Verkaufszahlen in den Bereichen Photovoltaik, Wärmepumpen und Windkraft zurückzuführen.

Die Beschäftigungseffekte stiegen um 2,4 % und können für das Jahr 2015 mit insgesamt ca. 37.000 Arbeitsplatzen beziffert werden.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich geht jedoch weit über die primären Umsatz- und Beschäftigungseffekte hinaus. Einerseits sind hier keine Sekundareffekte miteinberechnet. Zudem bewirkt die verstärkte Nutzung Erneuerbarer eine Erhöhung des nationalen Selbstversorgungsgrad mit Energie, eine Reduktion des Devisenabflusses für den Import fossiler Energieträger, eine Verringerung die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit die Krisenanfälligkeit der Volkswirtschaft und führt zu einer Umstrukturierung der Wirtschaft in Richtung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Energiesystems.

Veröffentlicht am 31.01.2017, Energie- und Wirtschaftspolitik (Abteilung I/2)

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