Fortschrittsbericht zur Klimawandelanpassung

Von Seiten der Europäischen Kommission  besteht ein klarer Auftrag, den Aspekt der Klimawandelanpassung in Zukunft in alle relevanten Programme oder strategischen Dokumente miteinfließen zu lassen.

Die Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde im Oktober 2012 vom Ministerrat verabschiedet und im Mai 2013 von der Landeshauptleutekonferenz zur Kenntnis genommen. Im aktuellen Regierungsprogramm ist der Auftrag dazu enthalten, diese Strategie umzusetzen und auch hinsichtlich der erzielten Fortschritte zu evaluieren.

Der im Sommer 2015 fertiggestellte Fortschrittsbericht zeigt den Status-quo der Anpassung in Österreich auf, bildet die diesbezügliche Entwicklung für das Bundesgebiet ab und macht deutlich, in welchen Bereichen bereits erfolgreich Maßnahmen der Klimawandelanpassung umgesetzt wurden und wo noch Aufgaben dringend zu bewältigen sind. Bei der Erstellung waren die betroffenen Ressorts, Länder, Interessensvertreter, Experten und NGOs eingebunden.

Prinzipiell kann man feststellen, dass in Österreich insgesamt bereits zahlreiche Maßnahmen zur Klimawandelanpassung in Angriff genommen wurden. Beispielhaft zu nennen wären einzelne Bereiche in der Forstwirtschaft, der Wasserwirtschaft, im Bereich Naturgefahren oder auch in der Landwirtschaft (ÖPUL) sowie in neuen Ansätzen im Tourismus.

Der Bericht führt exemplarisch folgendes an:

  • Im Bereich Forstwirtschaft ist bereits ein Rückgang des Fichten- und ein Anstieg des Laubholzanteiles zu beobachten.
  • Zur Verbesserung der Gewässerökologie wurden und werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, wie z.B. zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern.
  • Zusätzlich geschaffene Retentionsräume tragen wesentlich zum Schutz vor Naturgefahren bei. Die Forderung muss weiter sein: „Mehr Raum für die Flüsse“.
  • Die biologische Bewirtschaftung richtet sich nach Zielen, die auch im Sinne der Klimawandelanpassung sind. In diesem Zusammenhang ist es zu begrüßen, dass die Bio-Fläche seit dem Jahr 2000 deutlich angestiegen ist.
  • Eine Vielzahl von Fördermaßnahmen im Tourismus steht im Einklang mit der Klimawandelanpassung, etwa saisonverlängernde Maßnahmen und die Forcierung einer nachhaltigen Entwicklung.
  • Auch der Zugang der Bevölkerung zu relevanten Informationen wurde erheblich verbessert, und diese werden speziell in „Krisenzeiten“ auch sehr gut angenommen.

Es geht darum, Vorsorge zu treffen

Die hier vorgelegten Ergebnisse bilden wesentliche Grundlagen für die Weiterentwicklung der Anpassungsstrategie, die als Auftrag der bestehenden Strategie im Anschluss an den ersten Fortschrittsbericht vorzunehmen ist.

In diesem Zusammenhang ist jedenfalls auch anzumerken, dass der Klimawandel mit seinen mannigfaltigen Auswirkungen bisher österreichweit nur in wenige relevante strategische Entscheidungen Eingang findet.

Nur mit einer vorausschauende Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen können Schäden vermieden und Chancen für viele Sektoren und Wirtschaftszweige gewinnbringend genutzt werden. Wie die Ergebnisse des vom Klima- und Energiefonds geförderten Projekts COIN zu den Kosten des Nichthandelns in Österreich zeigen, wird die fehlende Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen mit beträchtlichen Kosten bis 2050 verbunden sein. Dies untermauert die Dringlichkeit, Klimawandelanpassung verstärkt mitzudenken und ihr auf der politischen Agenda einen höheren Stellenwert beizumessen.

Veröffentlicht am 03.12.2015, Klimaschutz und Luftreinhaltung (Abteilung I/4)