Bundesregierung beschließt "Umsetzungsplan Elektromobilität in und aus Österreich"

Der Umsetzungsplan wurde von BMLFUW, BMVITund BMWA gemeinsam mit rund 200 ExpertInnen ausgearbeitet.

Am 3. Juli 2012 wurde der

Umsetzungsplan „Elektromobilität

in und aus Österreich“

dem Ministerrat vorgelegt.

Er wurde von BMLFUW, BMVIT

und BMWA gemeinsam mit

externen ExpertInnen ausgearbeitet.

Insgesamt wurden im Umsetzungs-

plan 65 konkrete Maßnahmen

definiert die von den einzelnen

Ministerien oder gemeinsam

initiiert werden.

 "Die Elektromobilität ist zugleich ein Technologie-, Wirtschafts- und Umweltthema. Durch gut abgestimmte Strategien können wir einen Mehrwert für Österreich erzielen", betonen die drei Bundesminister.

Die wesentlichen Aspekte des Umsetzungsplans sind:

  • technologische Entwicklung im Fahrzeugbau (Leichtbau, Antriebssysteme, Batterien),

  • Ladeinfrastruktur,
  • Energie und Netze (Smart Grids),
  • bedarfsgerechte E-Mobilitätsangebote (E-Car-Sharing, Buchung und Ticketing),
  • Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr,
  • Unterstützung für frühe Anwender,
  • internationale Standardisierungen,
  •  Ausbildung in neuen Berufsfeldern und Mobilitätsausbildung.

Elektromobilität als vernetztes Mobilitätssystem
 

Die gemeinsame Strategie der Bundesregierung ist so ausgerichtet, dass alle Gebietskörperschaften, Forschungseinrichtungen, wirtschaftliche Konsortien und Unternehmen unmittelbar daran anschließen können. In einer gesamtheiltlichen Betrachtung des Systems Elektromobilität soll ein gemeinsamer Weg beschritten werden, um die Potentiale der Elektromobilität für Österreich bestmöglich zu nutzen.

"Für umweltfreundlichen Verkehr, für die heimischen Unternehmen in der Fahrzeugindustrie und allen weiteren betroffenen Branchen und für den Umwelt- und Klimaschutz", so die drei Bundesminister. Elektromobilität wird als vernetztes Mobilitätsystem von Bahn, E-Nutzfahrzeugen, E-Bussen und E-Pkw bis zu E-Scootern und E-Fahrrädern verstanden.

Schritt in Richtung Klimaschutz und Energieautarkie
 

„Neue Technologien und innovative organisatorische Lösungen ermöglichen attraktive, bedarfsgerechte und leistbare Mobilität, dabei kommt es nicht zuletzt auf die intelligente Verknüpfung mit den mit öffentlichen Verkehrsmitteln an“, sagt Infrastrukturministerin Bures. Sie geht davon aus, dass 2020 jedes Fünfte neuzugelassene Fahrzeug teil- oder vollelektrifiziert sein wird.

„Durch unser nachhaltig ausgerichtetes Energiesystem mit einem hohen und weiter steigenden Anteil an erneuerbaren Energien haben wir im internationalen Vergleich eine gute Ausgangsbasis. Dazu können wir uns durch die energieffizienten Elektromotoren schrittweise aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern lösen“, erklärt Wirtschafts- und Energieminister Mitterlehner.

„Wenn verstärkt erneuerbare Energieträger in der E-Mobilität zum Einsatz kommen, können Treibhausgase und Luftschadstoffemissionen nachhaltig reduziert werden!“, ergänzt Umweltminister Nikolaus Berlakovich. „Damit setzen wir wieder einen Schritt in Richtung Klimaschutz und Energieautarkie um. Wir unterstützen erfolgreich bereits heute Betriebe, Gemeinden und Regionen beim Einsatz von E-Fahrzeugen in ihren Fuhrparks.“

Globale Technologiemärkten der Zukunft
 

"Bis zum Jahr 2030 könnten durch den Ausbau der Elektromobilität durch das Ausnützen aller Potenziale bis zu 57.100 Vollzeit-Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von bis zu 4,7 Milliarden Euro geschaffen werden“, verweist Mitterlehner auf die Potenziale für Wachstum und Beschäftigung am Standort Österreich.

„Wir müssen die begonnene Markteinführung der Elektromobilität durch intelligente Anreizsysteme mit Fokus auf den Einsatz in Fahrzeugflotten und die Vernetzung der Modellregionen zu E-Mobilität weiter vorantreiben,“ betont Umweltminister Berlakovich. „Gerade durch die Praxistests in den Modellregionen können die Vorteile der Elektromobilität für die Unternehmen, Gemeinden und die Bürgerinnen und Bürger praktisch erfahrbar gemacht werden." Mit Elektromobilität können schließlich zukunftsträchtige Ausbildungsoptionen und Berufsbilder etabliert, sowie Arbeitsplätze und neue Jobchancen gerade für die Jugend geschaffen werden. Darüber hinaus sollen Qualifizierungsprogramme dem Facharbeitermangel vorbeugen.

Dynamik nutzen, verstärken und ausbauen


Die Forcierung der Elektromobilität erfordert das Engagement aller in diesem Bereich tätigen Gebietskörperschaften, Unternehmen, Institutionen, Plattformen und Verbänden. Erfolgreich gestartete Aktivitäten und Initiativen, Forschungs- und Förderprogramme, Modellregionen und Leuchtturmprojekte liefern schon heute wertvolle Ergebnisse. Diese Dynamik soll mit dem Umsetzungsplan genutzt, verstärkt und ausgebaut werden. Der Umsetzungsplan soll als ein Impulsgeber und eine breite Umsetzungplattform seitens des Bundes wirken, um innovationsfreundliche Rahmenbedingungen in Österreich zu schaffen und Planungs- und Investitionssicherheit zu geben.

Alle Akteure sind eingeladen, die Forcierung der Elektromobilität zu unterstützen und tatkräftig daran mitzuwirken. Die kurzfristig zu initiierenden Maßnahmen des Umsetzungsplans sind dabei ein weiterer Schritt, um Elektromobilität in und aus Österreich national und international auf der Erfolgsspur zu halten. Der gemeinsame Weg der interministeriellen Zusammenarbeit wird mit der bereits etablierten Steuerungsgruppe und deren Expertenbeirat fortgesetzt. „Nutzen wir die großen Chancen, die Elektromobilität für Österreichs BürgerInnen und Umwelt, Mobilität und Technologie, Energie und Wirtschaft bietet!“, unterstreichen die drei Bundesminister.

Veröffentlicht am 16.11.2015, BMLFUW V/5