Studie "Radfahren und Einkaufen"

Die Studie behandelt die wirtschaftliche Bedeutung und Potentiale des Fahrrades für den Einzelhandel in Österreich

RadfahrerInnen - eine vielversprechende Zielgruppe für den innerstädtischen bzw. innerörtlichen Handel. In den letzten Jahren wurden verstärkt Studien zum Thema „Rad“ durchgeführt. Dabei wurde ein Themenbereich zwar immer wieder am Rande angerissen, aber noch nicht vertiefend betrachtet, und zwar: „Radfahren und Einkaufen“.

Was geben RadfahrerInnen für einen typischen Einkauf aus? Welche Produkte werden präferiert eingekauft? Und schließlich auch die Frage, was bringt dem Handel die Zielgruppe Fahrrad?

Eine Kombination von Primärbefragungen in Österreich und weitreichender sekundär-statistischer Recherche bringt jetzt spannende Antworten zu diesen Fragestellungen. Diese Studie wurde 2010 im Auftrag des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) durch CIMA Beratung+ManagementGmbH erstellt.

Auf kürzeren Strecken ist das Fahrrad allen anderen hinsichtlich Schnelligkeit, Kosten und direkter Erreichbarkeit überlegen. Ein oft genannter Grund, warum der PKW dem Fahrrad als Verkehrsmittel zum Einkaufen vorgezogen wird, liegt bei der größeren Transportkapazität. Allerdings zeigen sich aus empirischen Beobachtungen, daß die Hälfte aller Einkäufe weniger als 5 kg wiegt und sich rund 70 % der getätigten Einkäufe problemlos per Fahrrad nach Hause transportieren lassen.

Fahrradnutzende Personen kaufen gern dort ein, wo sie wohnen oder arbeiten. Somit belassen Sie ihre Kaufkraft in der eigenen Gemeinde. Radverkehr sichert somit die Struktur der Ortskerne und Innenstädte.

Fahrradfahrende Personen besuchen den lokalen Einzelhandel häufiger als
PKW-EinkäuferInnen. Durch diese in Summe längere Verweilzeit kann eine bessere Stammkundenbeziehung aufgebaut werden. Durch diese höhere Besuchshäufigkeit steigt proportional auch die Kontakthäufigkeit für Aktionen, Kampagnen und sonstige direkte Kundenansprache.

Sollte es gelingen, ein realistisches Einsparungspotential von Einkaufsfahrten mit dem PKW auszuschöpfen und diesen Anteil dann auf das Fahrrad umzulegen, so ergibt sich daraus ein zusätzliches Umsatzpotential für den örtlichen Einzelhandel. Ganz eindeutig davon profitieren davon die Strukturen des innerstädtischen bzw. innerörtlichen Handels, denn diese werden vorrangig von den RadnutzerInnen zum Einkaufen genutzt.

Veröffentlicht am 02.01.2017, Abteilung I/5 - Mobilität, Verkehr, Lärrm