Hintergrund zur Methodik

Hintergrund zur Methodik des Fußabdruck-Rechners

Ansprechpartner fachlich: rechner@footprint-consult.com

footprint-consult e.U. Footprintings für Regionen, Unternehmen und Produkte Strategien für AkteurInnen der Zukunftsfähigkeit
 

Die Umsetzung des Konzeptes „Ökologischer Fußabdruck“ (Ecological Footprint) basiert auf der Methodik des Global Footprint Networks.

siehe auch  www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/footprint_science_introduction/

Die nationalen Daten und das Modell der Zuordnung der Flächennutzung zu Konsumbereichen (Consumption Land Use Matrix CLUM) basieren auf wissenschaftlichen Erhebungen und Berechnungen zum Österreichischen Fußabdruckrechner 2007 durch das Institut für Soziale Ökologie (Wien), Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (iff) der Universität Klagenfurt sowie der Weiterentwicklung durch footprint consult.

Die Anpassungen und Skalierungen der ursprünglichen Annahmen erfolgen nach den jeweils neuesten Unterlagen des GFN, dem Stand der internationalen Literatur sowie den national verfügbaren Trends an Verbrauchs- und Konsumdaten für den Daten-Referenzzeitraum 2008/2010. 

In Abwesenheit einer aktuellen, vertiefenden wissenschaftliche Studie zum Footprint Österreichs sind alle Footprint-Angaben als vorläufige, bestmögliche Abschätzung zu verstehen.

Die zugrundeliegenden Informationen zu Trends und spezifischen Footprints werden aus unterschiedlichen, oft kaum vergleichbaren Quellen abgeschätzt, ergänzt und skaliert.

+ Footprint-Untersuchungen aus anderen Ländern,

+ verwandte Daten aus LCAs (Life Cycle Assessment=Ökobilanz) und „ Carbon-Footprinting“

+ unveröffentlichte Studien und persönliche Kommunikation mit Forscherinnen und Forschern

+ eigene Studien und Berechnungen

Primäres Ziel aller Annäherungen ist das Darstellen der relativen Bedeutung individueller Handlungsvektoren in Richtung zukunftsfähiger Konsummuster und Lebensstile.

Ein Rückrechnen der Ergebnisse auf spezifische Footprints einzelner Produkte oder Dienstleistungen ist nicht zulässig!

Beachten Sie, dass Footprintrechner mit "apparent consumption" arbeiten.  Dieser scheinbare Konsum ergibt sich aus dem nationalen Gesamtkonsum (Produktion plus Importe minus Exporte) dividiert durch die Anzahl der Einwohner. Damit sind auch jene Teile der Ressourcen erfasst, die der Konsument in der Regel nicht wahrnimmt. Etwa Stahl und Beton, aber auch die Mengen weggeworfener Lebensmittel und Verpackungsmaterialien, die Konsumenten gar nie zu Gesicht bekommen. 

Unterschiede zum bisherigen Footprintrechner (Version 2007)

Der bis Juni 2013 unter dieser url www.mein-Fußabdruck.at angebotene Fußabdruckrechner bezog sich auf die Referenzjahre 2003 bzw. 2005, wodurch sich zum aktuellen Rechner natürlich Differenzen ergeben.

Der vorliegende Rechner bezieht sich auf den Referenzzeitraum 2008/2010.

Nach Berechnungen des Global Footprint Networks ergab sich über diesen Zeitraum eine Erhöhung des Gesamtfootprints für die durchschnittliche ÖsterreicherIn von 4,9 gha auf 5,3 gha.

Dies ist nur zum geringeren Teil auf einen tatsächlichen Anstieg (dieser wächst sehr ähnlich wie das BIP um 2-3% im Jahr)  sondern auf methodische Veränderungen und Verfeinerungen zurück zu führen.

Die Ergebnisse von Fußabdrucksberechnungen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie verändern sich sowohl mit den Konsummustern des Landes als auch mit der Verfeinerung der zugrundeliegenden Daten. Letztere ist bedingt durch Änderungen in der globalen Datengrundlage sowie regelmäßige methodische Verbesserungen in der Berechnung von Footprint und Biokapazität, die sich in den zwei-jährlichen Updates des GFN wiederspiegeln. Nicht zuletzt ergaben sich Änderungen auch durch Korrektur von Fehlern im ursprünglichen Rechner.

Warum stimmt der Durchschnitt nicht mit den Startwerten überein?

Der österreichische Durchschnitt ist vom Individuum nicht erreichbar, weil der statistische Wert auch Bruchzahlen enthält, die beim Einzelnen nicht möglich sind.

So etwa leben statistisch 2,3 Bewohner pro Wohnung, und jeder Österreicher hätte 0,54 Automobile. Da im Rechner Bewohner oder Autobesitz nur ganzzahlig anzugeben ist, ergibt sich eine kleine Abweichung vom statistischen Mittelwert.

Veröffentlicht am 06.06.2013, Abteilung I/3 - Umweltförderpolitik, Nachhaltigkeit, Biodiversität