Lokale Agenda 21 in Österreich

Die Lokale Agenda 21 ist ein wichtiges Schlüsselelement in Österreich, um in Verbindung mit den Nachhaltigkeitsstrategien der Länder, des Bundes und der EU eine Nachhaltige Entwicklung umzusetzen.

Lokale Agenda 21 als Dialogkultur

Kreative Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung finden in einem offenen Beteiligungsprozess zusammen und widmen sich der zentralen Frage, wie die Lebensqualität in ihrem Lebensraum erhalten und ausgebaut werden kann, ohne dabei auf Kosten der Natur, der gewachsenen wirtschaftlichen Strukturen oder unserer Gesellschaft handeln zu müssen. Oder wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Funktionen sich gegenseitig unterstützen können und welche Fehlentwicklungen es gibt, die uns den Zugang zu einer dauerhaften Lebensqualität versperren. Ergebnis dieser Dialogkultur in Städten, Gemeinden und Regionen sind gemeinsam entwickelte Visionen, Leitziele und Maßnahmen zur Umsetzung der Ideen.

 

1992 in Rio de Janeiro - Grundlage für eine Nachhaltige Entwicklung

Der Grundsatzbeschluss für eine Nachhaltige Entwicklung ist zurückzuführen auf den Erdgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 1992 in Rio de Janeiro. Damals unterzeichneten über 180 Staaten der Erde – darunter auch Österreich – die Agenda 21. Dieses 40 Kapitel umfassende Werk ist das Programm für weltweite Nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert. Das Kapitel 28, die Lokale Agenda 21, fordert Gemeinden, Städte und Regionen auf, ihre Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt nachhaltig zu entwickeln. Die Ziele wurden beim darauf folgenden Erdgipfel in Johannesburg im Jahre 2002 bestätigt und werden auch bei der Rio+20 Konferenz im Jahr 2012 bekräftigt werden.

Umsetzung in Österreich

1998 wurden die ersten LA 21-Prozesse gestartet, seither wurden rund 525 Prozesse durchgeführt, in rund 480 Gemeinden und 45 Regionen und Bezirken. Die Lokale Agenda 21 und ihre Zielsetzungen bilden auch einen wesentlichen Schwerpunkt in der gemeinsamen neuen Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes und der Länder (ÖSTRAT) und tragen damit wesentlich zur Zukunftssicherung in ländlichen und städtischen Lebensräumen bei.

„Gemeinsame Erklärung zur Lokalen Agenda 21 in Österreich"

Im Oktober 2003 wurde von der Konferenz der Umweltreferenten der Bundesländer gemeinsam mit dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft die „Gemeinsame Erklärung zur Lokalen Agenda 21 in Österreich“ beschlossen. Die  Konferenz der Nachhaltigkeitskoordinatoren Österreichs wurde mit ihrer Bund-Länder Arbeitsgruppe „Dezentrale Nachhaltigkeitsstrategien – Lokale Agenda 21“ (DNS-LA21) mit der Umsetzung dieser Gemeinsamen Erklärung beauftragt. Im September 2010 ist eine "Neuauflage zur Gemeinsamen Erklärung zur Lokalen Agenda 21" erschienen; diese bildet die letzten Beschlüsse gesammelt ab.

Die Internetplattform des BMLFUW zur LA21 nachhaltigkeit.at/la21 enthält die wichtigsten Informationen, länderspezifische Ansprechstellen sowie eine Liste aller LA 21-Gemeinden Österreichs. Periodisch wird auch eine Agenda 21-Gemeinde des Monats vorgestellt.

Veröffentlicht am 06.04.2016, Abteilung I/3 - Umweltförderpolitik, Nachhaltigkeit, Biodiversität