Nachhaltige Entwicklung

"We are searching for a model output that represents a world system that is: 1. sustainable without sudden and uncontrollable collapse..." (Dennis L. Meadows; The Limits to Growth, 1972).
 

Idee

1992 wurde bei einer Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro das Prinzip der Nachhaltigkeit auf die internationale Gesellschaft übertragen: Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungs-politik sollen das gemeinsame Ziel haben, die Bedürfnisse heutiger Generationen zu befriedigen und die Lebensqualität für alle Menschen langfristig zu sichern.

Begriff

Nachhaltige Entwicklung (auch dauerhafte oder zukunftsfähige Entwicklung genannt) ist eng mit der “Brundtland-Kommission für Umwelt und Entwicklung” der Vereinten Nationen verbunden. In ihrem Bericht 1987 hatte die Kommission kritisiert:

„…Mögen die Bilanzen unserer Generation auch noch Gewinne aufweisen - unseren Kindern werden wir die Verluste hinterlassen. Ohne Absicht und Aussicht auf Rückzahlung borgen wir heute von künftigen Generationen unser Umweltkapital".

Dem setzte der Brundtland-Bericht das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) entgegen.

Konzept

Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise erneuert werden kann.

Aspekte

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen. Die Forderung, diese Entwicklung „dauerhaft“ zu gestalten, gilt für alle Länder und deren Menschen.

Nachhaltige Entwicklung ist jedoch mehr als nur ein zeitgemäßes Schlagwort: Sie ist ein neues, an Langfristigkeit orientiertes Leitbild der Umwelt-, Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik, das weit über Regierungsperioden und Landesgrenzen hinausweist. Intakte Umwelt, wirtschaftliche Prosperität und sozialer Zusammenhalt sollen gemeinsame Ziele der globalen, nationalen und lokalen Politik sein, damit die Lebensqualität für alle Menschen langfristig gesichert ist. Sie ist daher auch die Antwort auf die Herausforderung, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Prozesse verantwortungsbewusst zu steuern. Dabei ist es erforderlich, Zielkonflikte zu analysieren und Optionen zu deren Bewältigung zu entwickeln.

 "3-Säulen" der Nachhaltigkeit

Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, die auch als das "Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit" bezeichnet werden.

  • Die ökologische Nachhaltigkeit umschreibt die Zieldimension, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung.
  • Die ökonomische Nachhaltigkeit stellt das Postulat auf, dass die Wirtschaftsweise so angelegt ist, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Von besonderer Bedeutung ist hier der Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung.
  • Die soziale Nachhaltigkeit versteht die Entwicklung der Gesellschaft als einen Weg, der Partizipation für alle Mitglieder einer Gemeinschaft ermöglicht. Dies umfasst einen Ausgleich sozialer Kräfte mit dem Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft zu erreichen.

Nachhaltigkeit betrifft alle Betrachtungsebenen, kann also lokal, regional, national oder global verwirklicht werden. Während aus ökologischer Perspektive zunehmend ein globaler Ansatz verfolgt wird, steht hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit oft der nationale Blickwinkel im Vordergrund.

Veröffentlicht am 23.04.2015, Umweltförderpolitik, Nachhaltigkeit, Biodiversität (Abteilung I/3)