Wohlausgewogene Nutzung ("Wise Use")

"Wise use" kann sowohl sanfte Nutzungen zulassen, als auch strengen Schutz erfordern.

Sowohl in den Instustriestaaten als auch in den Entwicklungsländern sind Feuchtgebiete menschlichen Aktivitäten und Nutzungen unterworfen, die nicht immer mit dem natürlichen Gleichgewicht dieser Gebiete in Einklang stehen oder sogar deren Existenz bedrohen.

Das allgemein zunehmende Wissen um den Wert von Feuchtgebieten und besonders in Entwicklungsländern die Erkenntnis, dass das Überleben zahlreicher Menschen von der Erhaltung natürlicher Ressourcen abhängt, haben die Mitgliedsstaaten der Ramsar-Konvention dazu angeregt, den Begriff der wohlausgewogenen Nutzung zu entwickeln. Auf der Basis von Geländestudien wurden Richtlinien entwickelt, die den Staaten helfen sollen, Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten durchzuführen.
 
Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten sind zentrale Anliegen der Ramsar-Konvention. "Wise use" kann sowohl sanfte Nutzungen zulassen, als auch strengen Schutz erfordern. Bei der Konferenz der Vertragsparteien wurde für "wohlausgewogene nachhaltige Nutzung" (Wise Use) 1987 in Regina/Kanada folgende Definition festgelegt:

"Unter wohlausgewogener Nutzung von Feuchtgebieten ist ihre nachhaltige Nutzung zum Wohle der Menschheit in einer mit dem Erhalt der Naturgüter des Ökosystems im Einklang stehenden Weise zu verstehen".

Artikel 3 Absatz 1 der Ramsar-Konvention legt fest:
 
Die Vertragsparteien "planen und verwirklichen ihre Vorhaben in der Weise, dass die Erhaltung der in der Liste geführten Feuchtgebiete und, soweit wie möglich, eine wohlausgewogene Nutzung der übrigen Feuchtgebiete innerhalb ihres Hoheitsgebiets gefördert werden".

Die Bestimmungen über die wohlausgewogene Nutzung gelten also sowohl für die in der internationalen Liste geführten Feuchtgebiete (Ramsar-Gebiete) sowie für alle anderen Feuchtgebiete eines Vertragsstaates. 

"Wise use" erfordert sektorübergreifende Zusammenarbeit. Oft sind viele Interessensgruppen miteinzubeziehen, wie z.B.  Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Jagd, Fischerei und Tourismus.

Veröffentlicht am 18.11.2015, Abteilung I/8 - Nationalparks, Natur- und Artenschutz