Themenwege des Jahres 2014

BM Rupprechter verlieh 33 österreichischen Themenwegen das Zertifikat „Themenweg des Jahres 2014“.

Das BMLFUW hat E.C.O. Institut für Ökologie für das zweijährige Projekt „Zertifizierung von Themenwegen in den Schutzgebieten Österreichs“ im Rahmen des EU-Programmes "Ländliche Entwicklung" beauftragt. Dafür wurden etwa 130 Themenwege begangen und nach über 100 Qualitätskriterien begutachtet.

Schließlich erreichten 33 dieser Themenwege die erforderliche Qualifikation: ihnen hat Bundesminister Andrä Rupprechter am 2. Mai 2014 den Titel „Themenweg des Jahres 2014“ verliehen. Sie zählen somit zu den qualitativ hochwertigsten Themenwegen in den Schutzgebieten Österreichs und dürfen ab nun das Gütesiegel tragen.  Eine Aluplakette – am Beginn des Weges angebracht – macht diese Auszeichnung ersichtlich.

Hintergrund

Insgesamt wurden in 53 hochrangigen Schutzgebieten Österreichs insgesamt 127 Themenwege begangen und begutachtet. Die Wege wurden anhand des 100 Qualitätskriterien umfassenden Kriterienkatalogs (s.u.) hinsichtlich der Qualität des Inhalts, der Gestaltung und der Betreuung evaluiert. Neben dem Kriterienkatalog gibt es einen schriftlichen Evaluierungsbogen, der die Erfüllung oder Nichterfüllung der Qualitätskriterien kurz und prägnant beschreibt und verbesserungswürdige Indikatoren darstellt.

Nationalparks schnitten besonders gut ab

Umweltbildung und Naturvermittlung zählen in den Schutzgebieten Österreichs, allen voran den Nationalparks, zu wesentlichen Eckpfeilern. In fünf der sechs Österreichischen Nationalparks wurden die Themenwege im Zuge des Zertifizierungsprojektes begangen. Von den insgesamt 18 begutachteten Wegen in den Nationalparks, wurden 9 als „Themenwege des Jahres 2014“ ausgezeichnet. Es konnten somit 50 Prozent der in den Nationalparks begangenen Wege zertifiziert werden und zählen somit zu den besten Themenwegen Österreichs.

Neben den Nationalparks dienen Themenwege auch in Natur- und Biosphärenparks sowie Ramsar-Gebieten zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für Naturschutzthemen.

Kriterienkatalog hilft Qualität zu beurteilen

Die etwa 100 Qualitätskriterien sind thematisch neun Unterkategorien zugeordnet. Über die Beurteilung der Qualität der einzelnen Kriterien wird die Gesamtqualität des Themenweges ermittelt.

Qualität des Inhalts

Potential des Themas/Standorts

  • landschaftlicher Reiz
  • Erlebniswert
  • Neuartigkeit des Themas
  • Seltenheit des Themas
  • Authentizität des Themas
  • Originalität des Themas
  • Thema repräsentiert regionale Identität
  • Thema hebt sich von anderen Wegen ab
  • Standort hebt sich von anderen Wegen ab

Informationsgehalt

  • Nachvollziehbarkeit der Informationen
  • Informations- und Erlebnisangebot ausgewogen
  • Richtigkeit der Informationen
  • Informationen entsprechen dem Titel des Themenweges
  • Spezielle Aspekte des Themas
  • Wesentliche Punkte sind erfasst
  • Einführung in das Thema
  • Keine Unklarheiten

Bezug zur Umgebung

  • Bezug zu regionalen Besonderheiten
  • Bezug zur unmittelbaren Umgebung
  • Standorte der Stationen sind nachvollziehbar
  • Es gibt einen Zusammenhang zwischen Station und Umgebung
  • Thematiken der Stationen sind nachvollziehbar

Qualität der Weggestaltung

Nutzerfreundlichkeit

  • Äußeres Wegleitsystem
  • Auffindbarkeit des Weges
  • Beschilderung
  • Parkplatzmöglichkeiten
  • Steigungen am Weg
  • Inneres Wegleitsystem
  • Orientierung am Weg
  • Eingangstafel vorhanden
  • Informationen auf der Eingangstafel
  • Corporate Design
  • Rundweg/Zielweg
  • Abwechslungsreicher Weg
  • Zustand des Weges
  • Nutzungsbeschränkungen
  • Öffentliche Anbindungen
  • Mögliche Nutzungskonflikte
  • Mehrsprachigkeit
  • Barrierefreiheit

Pädagogische Aufbereitung

  • Einladender Eingangsbereich
  • Zielgruppe ist bekannt
  • Informationen an die Zielgruppe angepasst
  • Verständlichkeit für die Zielgruppe
  • Blicklenkung am Weg
  • Name des Weges macht neugierig
  • Aufbereitung ansprechend
  • Roter Faden am Weg
  • Inhaltlicher Spannungsbogen
  • Anzahl der Stationen
  • Aktive Beteiligung der BesucherInnen
  • Unterschiedlicher Sinne werden angesprochen
  • Mehrere Formen der Aufbereitung
  • Wissensvermittlung subtil und spielerisch
  • Originelle Ausführung der Stationen
  • Intersubjektive Beziehungsdarstellung
  • Besuch wird zum Erlebnis
  • Ungewöhnliche Perspektiven werden aufgezeigt
  • Analogien zu anderen Bereichen
  • Texte auf den Schautafeln 

                  - Gut strukturiert

                  - angenehme Länge

                  - Schriftgröße

                  - Abbildungen

                  - Leicht lesbar

  • Grafische Darstellungen

  • Begleitmaterialien

  • Zumutbarkeit der Informationslänge

Technische Aufbereitung

  • Sichtbarkeit der Stationen
  • Funktionalität der Stationen
  • Witterungsbeständigkeit
  • Materialien passend zur Umgebung
  • Ästhetik
  • Weggestaltung
  • Begleitinfrastruktur

                  - Bänke

                  - Tische

                  - Mistkübel

                  - WC

Qualität der Betreuung und Synergien

Wartung und Betreuung

  • Betreuungsmängel ersichtlich
  • Normen sind eingehalten
  • Wegverantwortlicher ist ersichtlich
  • Zustand des Weges
  • Zustand der Stationen
  • Zustand der Begleitinfrastruktur
  • Renovierung bedeutet geringen Aufwand

Weiterführende Angebote und Produkte

  • Verpflegung am Weg
  • Übernachtungsmöglichkeiten
  • Regionale Kooperationen
  • Hinweise auf Sehenswürdigkeiten
  • Hinweise auf Dienstleistungen
  • Möglichkeiten zum Einkauf regionaler Produkte
  • Führungsangebot
  • Rückfragemöglichkeiten

Informationsbereitstellung

  • Begleitmaterialien
  • Homepage
  • Informationsbüro
  • Give-Aways
  • Persönliche Kontaktmöglichkeiten
  • Eintrittsgelder ersichtlich

Jeder einzelne dieser über 100 Kriterien wurde nach folgendem Punktesystem bewertet:

  • nicht erfüllt (0 Punkte)
  • teilweise erfüllt (1 Punkt)
  • gut erfüllt (2 Punkte)
  • sehr gut erfüllt (3 Punkte)

 

Folgenden Wegen wurde das Gütesiegel 2014 verliehen:

Almenwanderweg Zederhaus

Almzeit Turracher Höhe

Baumwipfelweg Althodis

Bewegunglehrpfad Bad Sauerbrunn

Der Schatz im Karwendel

Der Wilde John

Egon Schiele-Weg

Erlebnis Klamm

Erlebnisweg Peilstein

Erlebnisweg Roßlochklamm

GeoPfad Gams

Gletscherweg Pasterze & Gamsgrubenweg

Glocknerspur - Berge Denken

Lawinenweg "Leusorgweg"

Lebensweg Mühlgraben

Lehrpfad Eng-Alm

Lettmair Au

Malteiner Wasserspiele

Montanrundweg Altenberger Erzberg

Moor-Erlebnisweg Pürgschachen Moor

Moor-Erlebnisweg Schremser Hochmoor

Natura Mystica Heiligenblut

NaturKRAFTpark Pöllau

Naturlehrpfad Seebachtal-Stappitzer See

Naturlehrweg Rauriser Urwald

Richtstättenweg Passeggen

Schatzsucherweg Hollenstein

Speiktrail Blutige Alm

Wald der Sinne

Walderlebnisweg Marul

Weinlehrpfad Jois

Wildkatzenwanderweg

Zeitreise durch die Sölktäler - Geologischer Themenweg

Veröffentlicht am 16.07.2014, Abteilung I/4 - Klimaschutz und Luftreinhaltung