Salzachauen

Projektgebiet ist das Natura 2000-Gebiet Salzachauen, eines der ökologisch wertvollsten und artenreichsten Auwaldgebiete Österreichs mit europäischer Naturschutz-Bedeutung.

Übergeordnetes Ziel des LIFE-Projekts ist es, die Salzachauen durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen und durch die Schaffung von Besuchereinrichtungen ein spannendes Naturerlebnis zu ermöglichen. Das Projekt ist ein Auwald-Projekt. Die Salzach selbst wird vom Projekt nicht berührt. Schwerpunktgebiet ist die Weitwörther Au.

In einem ersten Schritt sollen in der Weitwörther Au 117 Hektar Auwald und der zehn Hektar große Ausee angekauft werden. Dieser Flächenankauf bildet die Voraussetzung für die Umsetzung folgender Naturschutzmaßnahme: Künstliche Fichtenmonokulturen und Hybridpappelbestände werden in artenreiche Auwälder umgewandelt und noch erhalten gebliebene natürliche Auwaldbestände werden auf Dauer bewahrt.

Nach den Renaturierungsmaßnahmen wird der Auwald in Ruhe gelassen und nicht mehr forstlich genutzt. Der Wald kann dann alle natürlichen Entwicklungsphasen durchlaufen, auch die ökologisch besonders bedeutsame Alters- und Zerfallsphase. Die Bäume erreichen ihr maximales Alter, werden morsch und sterben ab, junge Bäume nehmen ihren Platz ein. Alles geschieht ohne Eingreifen des Menschen. Vom Zulassen dieser natürlicher Prozesse im Auwaldökosystem profitieren viele typische Auwaldbewohner, etwa verschiedene Spechtarten, die in morschen Bäumen ihre Nahrung finden oder der EU-weit gefährdete Scharlachkäfer, der unter der Rinde von absterbenden oder toten Laubbäumen lebt. Langfristig kann sich in den Salzachauen eine Auenwildnis entwickeln, wie es sie in Österreich – außer im  Nationalpark Donauauen – kein zweites Mal gibt.

Für Gelbbauchunke und Kammmolch, die nur noch in kleinen Restbeständen in der Au vorkommen, werden zahlreiche neue Tümpel angelegt.

Am Reitbach, einem wichtigen Nebengewässer der Salzach, soll die Entstehung von so genannten Prallufern unterstützt werden. In diese Steilufer in den Außenbögen des Baches kann der Eisvogel seine Brutröhren graben.

Teile der Au entlang des Reitbachs werden "tiefergelegt", um sie wieder einer natürlichen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik zu unterwerfen.

Der durch Schotterabbau entstandene Ausee, derzeit durch steile Ufer und intensive Fischerei ein Fremdkörper in der Au, soll durch das Abflachen der Ufer, die Entwicklung eines Schilfgürtels, das Abfischen der exotischen Fische und das Ausbringen heimischer Fischarten zu einem artenreichen Augewässer werden.

Damit Besucherinnen und Besucher die renaturierte Au besser erleben können, werden unter anderem ein Auen-Themenweg angelegt und Aussichtspunkte geschaffen.

Projektträger: Land Salzburg

Projektpartner: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und die Gemeinden St. Georgen und Nußdorf

Dauer: 2015-2020

Kosten: 10,5 Millionen Euro. Mit knapp 6,3 Millionen Euro wird die EU das Salzburger Projekt fördern. Dies ist die größte Summe, die je ein österreichisches Naturschutzprojekt aus dem seit 1995 bestehenden LIFE-Topf erhalten hat.

Weitere Infos:  www.life-salzachauen.at

Veröffentlicht am 24.11.2015, Abteilung I/8 - Nationalparks, Natur- und Artenschutz