Radon - Auswirkung auf die Gesundheit

Radon bildet den größten Beitrag zur durchschnittlichen Strahlenbelastung des Menschen und ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Radon und seine Folgeprodukte gelangen durch die Atmung in die Lunge. Radon als Edelgas wird rasch wieder ausgeatmet. Die Radonfolgeprodukte jedoch, die überwiegend an in der Luft befindlichen Teilchen angelagert sind, bleiben in den feuchten Atemwegen haften. Vor allem durch die beim Zerfall freiwerdende energiereiche Alpha-Strahlung der Radonfolgeprodukte werden die oberen Zellschichten des Lungengewebes geschädigt, was langfristig ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bedeutet.

Das Lungenkrebsrisiko ist umso größer, je höher die Radonkonzentration in der Atemluft ist.

Radon wurde 1988 vom internationalen Krebsforschungszentrum (International Agency for Research on Cancer, IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO), als Karzinogen für den Menschen eingestuft.

In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle (das sind etwa 400 Fälle pro Jahr) durch Radon und seine Folgeprodukte verursacht.

Weitere Information

Seit den 80iger Jahren wurden in Europa, Nordamerika und China mehr als 20 große epidemiologische Studien durchgeführt, die das Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen direkt untersuchten. Die größte und aussagekräftigste Studie ist die 2005 publizierte gemeinsame Auswertung von 13 europäischen Studien von Darby. Die Studie brachte folgende Ergebnisse: Nach den vorliegenden Befunden ist Radon in Wohnungen als kausale Ursache von Lungenkrebs bei Rauchern und Nichtrauchern anzusehen. Das Lungenkrebsrisiko erhöht sich proportional mit steigender Radonkonzentration. Der Expositions-Wirkungs-Zusammenhang ist annähernd linear ohne Hinweis auf einen Schwellenwert. In der gemeinsamen europäischen Auswertung wurde eine grobe Abschätzung des Anteils der durch Radon in Wohnungen verursachten Lungenkrebstodesfälle in Europa vorgenommen. Nach UNSCEAR 2000 beträgt der Mittelwert der Radonkonzentration in Wohnungen in der Europäischen Union etwa 60 Bq/m³. Geht man von einem linearen Risikoanstieg von 16 % pro 100 Bq/m³ aus, so verursacht Radon in Wohnungen in Europa 9 % aller Lungenkrebstodesfälle und 2 % aller Krebstodesfälle. Absolut gesehen heißt dies, dass ca. 20.000 Lungenkrebstote pro Jahr in der Europäischen Union durch Radon verursacht werden.

Veröffentlicht am 24.11.2015, Abteilung I/7 - Strahlenschutz